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Behandlungsmethode

Manuelle Therapie

07.10.2023

Die manuelle Therapie ist eine vollständig evidenzbasierte medizinische Anwendung, die bei allen Erkrankungen des Bewegungsapparats eingesetzt wird, etwa bei Bandscheibenvorfällen im Lenden- oder Halswirbelbereich. Bei allen Erkrankungen, die eine physikalische Therapie erfordern, kommt die manuelle Therapie zum Einsatz.

Die manuelle Therapie wird häufig zur Behandlung von Beschwerden des Skelett- und Muskelsystems eingesetzt, die Muskeln, Knochen, Gelenke und Bindegewebe betreffen. Bei der Behandlung von Schmerzen und Funktionsstörungen der Wirbelsäule und der Extremitätengelenke umfasst die manuelle Therapie Methoden wie Manipulation, Mobilisation, spezielle Dehntechniken, postisometrische Relaxationstechniken und klinisches Tape.

Da die Behandlung mit den Händen durchgeführt wird, trägt sie den Namen „Manuelle Therapie“, also Behandlung von Hand. Betrachtet man ihre Geschichte, so zeigt sich, dass Methoden, die in jedem Land seit Jahrhunderten angewendet wurden, vor 120 Jahren Eingang in die Medizin fanden, wissenschaftlich untersucht wurden und die manuelle Therapie so zu einem eigenen Wissenschaftszweig wurde.

Die manuelle Therapie hat keinerlei Verbindung zu abstrakten Konzepten wie Bioenergie oder fernöstlicher Medizin. Es handelt sich um Methoden mit nachgewiesener Wirksamkeit, die auf biomechanischen Grundlagen beruhen.

Vor der Anwendung der manuellen Therapie wird der gesamte Körper des Patienten biomechanisch untersucht. Der Grund dafür ist, dass mitunter schon eine Fehlstellung beim Stehen einen Bandscheibenvorfall im Lenden- oder Halswirbelbereich verursachen kann. Vor der manuellen Therapie wird geprüft, ob die Ausrichtung der Knochen natürlich ist oder ob eine Muskelverkürzung bzw. -schwäche vorliegt. Anschließend wird mit für die manuelle Therapie spezifischen Methoden untersucht, ob eine Gelenkblockade oder eine Funktionsstörung vorliegt. Nachdem die für die manuelle Therapie erforderlichen Informationen erhoben wurden, beginnt die Behandlung.

Bei der manuellen Therapie wird direkt an dem vorliegenden Problem angesetzt. Kurz und einfach erklärt: Liegt im Lendenwirbelbereich eine Blockade eines Wirbels vor, verursacht dies Rückenschmerzen und kann mit einem Bandscheibenvorfall verwechselt werden (Studien haben gezeigt, dass bei 8 von 10 Patienten mit Rückenschmerzen kein Bandscheibenvorfall vorliegt). Die Gelenkblockade wird sofort gelöst und der Patient erneut untersucht. Lassen die Rückenschmerzen nach, werden geeignete Übungen mitgegeben. Da direkt am Problem angesetzt wird, ist eine Besserung in sehr kurzer Zeit möglich. Liegen mehrere Probleme gleichzeitig vor, kann sich die Behandlung über einige weitere Sitzungen erstrecken. Ziel der Behandlung ist es, die natürliche Ausrichtung der Wirbel wiederherzustellen und Muskeln und Gelenke in einen gesunden Zustand zu bringen.