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Probiotika gegen allergische Erkrankungen

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 10.01.2021 3 min read

Durchfall: Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass probiotikahaltige Lebensmittel bei der Behandlung von Durchfall außerordentlich erfolgreich sind.

In der traditionellen Volksmedizin ist es üblich, Menschen mit Durchfall Joghurt zu geben. Probiotika wirken bei viralem Durchfall besser, während sie bei dysenterieartigem Durchfall weniger Wirkung zeigen.

Antibiotika-assoziierter Durchfall: Bei etwa 20 % der Personen, die orale Antibiotika einnehmen, entwickelt sich aufgrund einer Störung der Darmflora Durchfall. Probiotika sind bei der Vorbeugung und Behandlung von antibiotika-assoziiertem Durchfall recht erfolgreich.

Reizdarmsyndrom: Das Reizdarmsyndrom ist eine in jeder Altersgruppe auftretende Darmfunktionsstörung, die sich durch 4 bis 10 mal täglichen schleimigen und wässrigen Durchfall äußert. Probiotika verringern den Durchfall beim Reizdarmsyndrom.

DIE HÄUFIGSTE KREBSART

Morbus Crohn – Colitis ulcerosa: Man geht davon aus, dass Morbus Crohn und Colitis ulcerosa als Reaktion auf ein Ungleichgewicht der Mikroorganismen im Darm zugunsten krankheitserregender Mikroorganismen entstehen. Probiotika können durch die Herstellung eines gesunden Gleichgewichts der Darmmikroorganismen die Symptome von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa lindern.

Fett- und Proteinverdauung: Die in Milchprodukten enthaltenen Probiotika unterstützen die Verdauung von Proteinen und Fetten im Darm, erleichtern also die Verdauung der Nahrung.

Der Abbau von Proteinen bis zu ihren kleinsten Bausteinen (Aminosäuren, Proteinhydrolyse) kann die Entstehung allergischer Reaktionen verringern.

Rheuma: In den Blutkreislauf gelangte Toxine haben saure Eigenschaften. Kommen diese Toxine mit dem alkalischen Knorpelgewebe in Kontakt, entsteht eine Entzündung in den Gelenken. Bei rheumatischen Erkrankungen sollte das Immunsystem nicht unterdrückt, sondern reguliert werden. Hier kommt Probiotika eine wichtige Bedeutung zu.

Krebs: Es wurde gezeigt, dass Joghurt, eine weit verbreitete Probiotikaquelle, möglicherweise antikanzerogene (krebsvorbeugende und -behandelnde) Wirkungen besitzt.

Brustkrebs: Brustkrebs ist die bei Frauen am häufigsten auftretende Krebsart. Auch wenn die Beweislage nicht sehr stark ist, haben verschiedene Studien gezeigt, dass der Verzehr von fermentierten Milchprodukten wie Joghurt das Brustkrebsrisiko senkt.

Dickdarmkrebs: Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) zählt in den Industrieländern zu den zweit- oder dritthäufigsten Tumoren. Zahlreiche experimentelle und epidemiologische Studien zeigen, dass Probiotika eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Dickdarmkrebs spielen.

HARNWEGSERKRANKUNGEN UND PROBIOTIKA

Probiotika verringern Genital- und Harnwegsinfektionen. Diese Wirkung erzielen sie durch Senkung des vaginalen pH-Werts und durch Verhinderung der Anhaftung krankheitserregender Bakterien an die Schleimhaut (kompetitive Hemmung).

ALLERGISCHE ERKRANKUNGEN UND PROBIOTIKA

Probiotika werden erfolgreich zur Prophylaxe (Vorbeugung) und Behandlung von Kuhmilchallergie, atopischem Ekzem und anderen allergischen Erkrankungen eingesetzt.

Probiotika stärken die schützende Schleimhautbarriere im Darm; dadurch verringern sie die Darmdurchlässigkeit und verhindern, dass allergene Stoffe ins Blut gelangen. Milchproteine werden statt durch die Enzyme Trypsin und Pepsin durch die Enzyme der Probiotika abgebaut.

RHEUMATOIDE ARTHRITIS UND PROBIOTIKA

Man geht davon aus, dass die durch eine gestörte Darmflora verursachte erhöhte Darmdurchlässigkeit nicht nur im Darm, sondern auch in vielen darmfernen Organen entzündliche Erkrankungen verursacht. Bei neu diagnostizierten Patienten mit rheumatoider Arthritis wurde festgestellt, dass die Darmflora nicht normal ist.

Es wurde beobachtet, dass eine probiotikareiche Ernährung den Bedarf an antirheumatischen Medikamenten verringert und die klinischen Symptome lindert.

DARMFLORA BEI AUTISTISCHEN KINDERN

Bei den meisten autistischen Kindern ist die Darmflora gestört. Bei diesen Kindern vermehren sich pathogene Bakterien, Pilze und Parasiten übermäßig. Diese pathogenen Mikroorganismen stören die Verdauung der Nahrung und verursachen die Bildung verschiedener Toxine.

KAISERSCHNITTGEBURT UND PROBIOTIKA

Bei der Geburt kommt das Baby mit Probiotika (Laktobazillen und Bifidobakterien) aus der Vagina in Kontakt. Während das Baby mit Muttermilch ernährt wird, entwickelt sich die normale Flora. Bei per Kaiserschnitt geborenen Babys kommt es direkt zum Kontakt mit Mikroben aus der Umgebung, weshalb sich bei diesen Babys keine normale Flora entwickeln kann. Der Übergang von der ersten kolonisierenden Flora nach der Geburt zu einer gesunden Flora ist selbst bei geeigneter Ernährung recht schwierig. Infolgedessen treten bei per Kaiserschnitt geborenen Kindern häufiger Immunprobleme auf. Da sich keine gesunde Mund- und Darmflora entwickelt, ist das Immunsystem dieser Personen geschwächt, und es kommt häufiger zu einer erhöhten Anfälligkeit für Allergien.

Weitere Informationen zu diesem und ähnlichen Themen finden Sie in meinen Büchern „Detox entdecken, Emotionales Gehirn Darm, Schön glücklich und gesund“.

Hüseyin Nazlıkul

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