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Wie Sie erkennen, dass Sie eine Allergie haben

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 02.02.2020 3 min read
Prof. Dr. Hüseyin Nazlıkul schreibt...

Eine Allergie ist eine gesteigerte oder veränderte Reaktion auf für den Körper fremde Substanzen. Schauen wir uns gemeinsam die Symptome einer Allergie an.

Die Diagnose eines allergischen Schnupfens ist bei typischen Patienten sehr einfach:

Die auf diesem Gebiet tätigen Fachleute können bereits beim ersten Anblick des Patienten erkennen, dass ein allergischer Schnupfen vorliegt. Bei dieser Erkrankung lassen sich sehr typische Befunde feststellen.

ADENOIDES GESICHT

Diese Patienten haben ein längliches Gesicht, ein schmaler Oberkiefer, während der Unterkiefer zurückliegt; die Wangenknochen sind weniger ausgeprägt. Der Mund steht ständig offen. Die Nase ist vom Jucken gerötet.

AKTIVITÄT

Allergiker, insbesondere Kinder, können geradezu nicht stillsitzen und sind ständig in Bewegung: Ein Taschentuch fehlt bei ihnen nie in der Hand.

DER ALLERGISCHE GRUSS

Indem die Handfläche gegen das Gesicht gedrückt und die Nasenspitze nach oben gehoben wird, wird sowohl die juckende Nase gekratzt als auch für kurze Zeit ein freieres Atmen durch die Nase ermöglicht. Bei Personen, die diese Bewegung über einen längeren Zeitraum (mindestens 2 Jahre) ausführen, bildet sich an der Stelle, an der sich die Nase nach oben wölbt, eine Falte, die dann ein Leben lang bestehen bleibt. Wir nennen dies in der medizinischen Fachsprache die Supratip-Falte.

GESICHTSVERZERRUNG

Manche Patienten verziehen wiederum die Oberlippe und das mittlere Drittel des Gesichts zu einer Seite, um die Nasenspitze zu bewegen und zumindest ein Nasenloch etwas zu öffnen.

DUNKLE RINGE UNTER DEN AUGEN

Unter den unteren Augenlidern befinden sich dunkle Ringe. Die Ursache ist eine Blutansammlung in den Venen rund um das Auge, bedingt durch die Durchblutung der Nase. Bei unbehandelten Patienten bleibt dies ein lebenslanges Merkmal. Bei manchen allergischen Kindern finden sich zudem halbmondförmige Faltenbildungen in der Haut des unteren Augenlids.

SEIDIGE, LANGE WIMPERN

Auch seidige, lange und unregelmäßige Wimpern sind ein Merkmal von Allergikern.

GERÖTETE AUGEN

Die Augen sind gerötet, auch die Tränensekretion kann erhöht sein. In oder in den Winkeln der Augenlider kann sich Sekret (Verkrustungen) ansammeln.

DER NICHT VOLLSTÄNDIG SCHLIESSENDE MUND

Der Mund steht in der Regel leicht offen. An den Mundwinkeln können sich Risse bilden. Die Gaumenwölbung ist verstärkt. Die Entwicklung des Unterkiefers ist eingeschränkt und dieser liegt zurück. Auch Zahnfehlstellungen können vorkommen, und Karies tritt häufiger auf als bei gesunden Kindern.

NASE

Der Bereich um die Nasenlöcher ist durch ständigen Ausfluss und das häufige Abwischen gerötet und gereizt. Im Naseninneren können sich Krusten bilden. Die Nasenschleimhaut wird mit einem beleuchteten Instrument, der sogenannten starren Endoskopie, untersucht. Eine normale Nasenschleimhaut ähnelt in Farbe und Feuchtigkeit einer frisch aufgeschnittenen Wassermelone. Bei Allergikern wird die Farbe blasser und ins Bläuliche gehend. Um den hinteren Nasenbereich und den Rachen betrachten zu können, kann eine fiberoptische Rhinoskopie durchgeführt werden, diese ist jedoch nicht bei jedem Patienten erforderlich.

KINDER, DEREN KOPF UND HAARANSATZ UNMITTELBAR NACH DEM HINLEGEN SCHWITZEN

Eines der wichtigsten Merkmale, das mir bei den von mir bisher untersuchten allergischen Kindern aufgefallen ist, war, dass bei diesen Kindern insbesondere nachts der Kopf, der Nacken und der Haaransatz schwitzten. Das Schwitzen tritt in der Regel in den ersten Stunden auf, nachdem das Kind sich hingelegt hat, und geht dann wieder zurück. Mütter berichten, dass die Kissen so nass werden wie Wasser und dass sie den Kissenbezug wechseln müssen.

ZÄHNEKNIRSCHEN

In den letzten Jahren durchgeführte Studien zeigen, dass Zähneknirschen bei allergischen Kindern dreimal häufiger auftritt. Das Knirschen kommt häufiger bei Personen mit Heuschnupfen, Sinusitis, Nasenscheidewandverkrümmung und Nasenpolypen vor. Dies sind in der Regel Kinder, die nachts mit offenem Mund schlafen, schnarchen und speicheln. Bei diesen Kindern kommt es auch sehr häufig zu Ohrenschmerzen und Mittelohrentzündungen.

Man geht davon aus, dass das Zähneknirschen bei allergischen Kindern als Reflex aufgrund eines negativen Drucks im Mittelohr entsteht, der durch das Ödem der Schleimhaut der Ohrtrompete (Tuba auditiva) verursacht wird.

In meinem nächsten Artikel werde ich auf das Thema „der Behandlungsansatz bei Allergien“ eingehen.

Hüseyin Nazlıkul

Odatv.com