Tipps für die Grundlagen einer Ernährung bei Azidose
Eine basische Ernährung hilft dabei, überschüssige Säure im Körper auszugleichen. Das ist wichtig, denn eine Azidose kann den Organismus unter Stress setzen und schwerwiegende Erkrankungen verursachen. Wir erklären, wie man einen ausgewogenen Ernährungsplan erstellt und welche basischen Lebensmittel bevorzugt werden sollten.
1. Ernähren Sie sich bewusst
Bei einer basischen Ernährung geht es im Grunde nicht darum, auf bestimmte Lebensmittel vollständig zu verzichten, sondern bewusst einen Ernährungsplan zu erstellen. Die gewünschte Veränderung in der Ernährung ist in der Regel nicht mit einer Diät gleichzusetzen, die häufig zu Frustration und einem Jo-Jo-Effekt führt.
Im Gegenteil: Der Körper gewöhnt sich an die neuen Bedingungen, und das Verlangen nach Süßigkeiten oder anderen ungesunden Lebensmitteln nimmt ab. Zudem werden Magen und Darm durch eine schrittweise Umstellung der Essgewohnheiten weniger belastet. Personen, die abrupt auf eine basische Ernährung umsteigen, können in den ersten Tagen unter Durchfall leiden.
2. Wählen Sie die richtigen Getränke für die basische Ernährung
Um Säuren aus dem Körper auszuscheiden, ist regelmäßig eine große Menge Flüssigkeit nötig. Ein gesunder Erwachsener sollte täglich etwa 2 Liter Wasser trinken. So werden die Organe gut durchspült und das Gewebe ausreichend mit Flüssigkeit versorgt.
Allerdings ist nicht jedes Getränk geeignet, um Säuren aus dem Körper zu entfernen.
Vitalwasser sollte die Basisflüssigkeit sein. Wenn Ihnen reines Wasser zu langweilig ist, können Sie es mit Zitronensaft oder einem Stück Ingwer aromatisieren.
Ungesüßte Kräutertees sind bei einer basischen Ernährung erlaubt. Ihr Vorteil ist, dass sie den Körper mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen anreichern. Brennnessel und Ackerschachtelhalm zum Beispiel gehören zu den heimischen Heilkräutern, die eine wertvolle Mischung an Inhaltsstoffen besitzen und gleichzeitig den Organismus entsäuern.
Grüner Tee ist trotz seines Wirkstoffs Tein, dem Äquivalent zu Koffein, aufgrund seiner gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe von großer Bedeutung. Deshalb kann grüner Tee in einer basischen Ernährung verwendet werden. Schwarzer Tee, Kaffee und milchhaltige Getränke sollten nicht übermäßig konsumiert werden. Nach Möglichkeit sollte auf gezuckerte Getränke verzichtet werden.
Naturreine Fruchtsäfte können großzügig mit Mineralwasser gemischt werden und so die Ernährung bereichern.
3. Essen Sie reichlich Gemüse, Kräuter und Obst
Stellt man sich den Ernährungsplan als Pyramide vor, befinden sich Gemüse, Kräuter, Sprossen und Salate am unteren Ende der Pyramide. Dabei sollten pflanzliche Lebensmittel die Grundlage jeder Mahlzeit bilden. Sie können sogar zwischen den Mahlzeiten ohne Einschränkung verzehrt werden. Insbesondere Pilze werden aufgrund ihrer neutralisierenden Eigenschaft empfohlen, aber auch anderes Gemüse ist erlaubt.
Je frischer ein Lebensmittel ist, desto mehr lebenswichtige Inhaltsstoffe enthält es. Zudem tragen sie mit ihrem hohen Ballaststoffgehalt zu einer verbesserten Verdauung bei. Dies wiederum unterstützt den Körper dabei, Säuren und Abfallprodukte möglichst schnell auszuscheiden.
Hülsenfrüchte sind in einer basischen Ernährung akzeptabel. Auch wenn manche von ihnen säurebildend sind, sorgen das Keimen und der hohe Ballaststoffgehalt dafür, dass sie vom Körper gut vertragen werden. Aufgrund ihres hohen Eiweißgehalts sind sie eine gesunde Kalorienquelle und eine gute Alternative zu Fleisch, das in der Küche eher selten verwendet werden sollte.
Alle Küchenkräuter werden als basisch eingestuft. Sie geben vielen Gerichten den letzten Schliff und sind gesund, da sie gesundheitsfördernde Wirkstoffe enthalten.
Obst und Trockenfrüchte sind ebenfalls Teil der basischen Ernährung. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass der Verzehr großer Portionen Obst aufgrund des enthaltenen Fruchtzuckers zu einer Gewichtszunahme führen kann.
4. Wählen Sie die richtigen Kohlenhydrate
Ohne Kohlenhydrate kann der Körper seine Funktionen nicht aufrechterhalten. Wichtig ist, Kohlenhydrate maßvoll und aus geeigneten Quellen zu beziehen. Vollkornprodukte sind ein wichtiger Bestandteil einer basischen Ernährung, da sie dem Körper Ballaststoffe liefern und lange sättigen.
Während früher Kohlenhydrate und Gemüse als Beilage die Grundlage der Mahlzeiten bildeten, hat sich diese Sichtweise heute geändert. Als Grundregel gilt: Die Säuren in 100 Gramm Vollkornbrot können durch 400 Gramm Gemüse neutralisiert werden. Deshalb werden Kohlenhydrate in einer basischen Ernährung nur eingeschränkt verwendet.
5. Verwenden Sie hochwertige Öle aus Ölsaaten
Anstelle von tierischen Fetten spielen pflanzliche Öle eine besondere Rolle in der basischen Ernährung. Pflanzliche Öle können aus Nüssen und Samen gewonnen werden. Zum Beispiel Kastanien, Bio-Kokosnuss und Haselnüsse. Kürbiskerne und Leinsamen werden als säurebildend eingestuft. Dennoch müssen Sie bei einer basischen Ernährung nicht auf diese Lebensmittel verzichten. Wichtig ist, sie in geringen Mengen und in ihrer natürlichen Form zu verzehren. Geröstete oder gesalzene Ölsaaten sind nicht geeignet.
6. Achten Sie auf Frühstücksgetreide
Fertigmüsli, Cornflakes und Getreideflocken werden in vielen Varianten als gesundheitsfördernd angeboten. Sie sollten jedoch darauf achten, wie diese Produkte zusammengesetzt sind. Häufig werden sie mit Zusatzstoffen angereichert, um den Geschmack zu verbessern. Zudem enthalten sie meist viel Zucker. Deshalb wird empfohlen, Ihr Frühstücksmüsli selbst zuzubereiten. Buchweizengrütze gehört zu den neutralen Lebensmitteln. Puffreis, Puffweizen oder Puffmais sind säurebildende Lebensmittel. Stevia oder Honig können als Zuckeralternative verwendet werden, da sie zudem gesundheitsfördernde Wirkstoffe enthalten.
7. Reduzieren Sie Kuchen und Torten
Wer kann schon Nein sagen zu Kuchen und Torte zum Kaffee? Auch wenn Sie bei einer basischen Ernährung nicht komplett darauf verzichten müssen, ist es wichtig, bei einer Entscheidung dafür die richtige Sorte zu wählen. Croissants und mit Sirup getränkte Süßspeisen haben in einer basischen Ernährung keinen Platz. Vollkornkekse eignen sich gelegentlich als kleine Beigabe zu Tee oder Kaffee.
8. Verzichten Sie auf Alkohol
Wer auf Alkohol verzichtet, schützt seine Gesundheit. Wer nicht vollständig darauf verzichten möchte, sollte zumindest stark säurebildende Getränke meiden.
9. Bereiten Sie Ihre Soßen selbst zu
Fertige Soßen enthalten häufig raffinierte Produkte. Abgepackte Produkte sollten nicht verzehrt werden. Es ist gesünder, eigene Soßen zuzubereiten und die Zutaten sorgfältig auszuwählen. Sauce Hollandaise, Kräuter-Sahne-Soße und Frischkäsesoße wirken säurebildend. Anstelle dessen können Sie unbedenkliche Alternativen selbst zubereiten. Gewürze, Senf, Fruchtessig und Tomatenmark können ebenfalls in einer basischen Ernährung verwendet werden und verbessern den Geschmack. Fettarmer Naturjoghurt wird ebenfalls empfohlen, um Soßen zu binden.
Für weitere Informationen zu diesem und ähnlichen Themen können Sie mein Buch „Antientzündlicher Ernährungsratgeber“ nutzen.
Hüseyin Nazlıkul