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Wer gehört bei Rückenschmerzen zu den Risikogruppen

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 19.01.2020 3 min read

In meinem vorherigen Artikel hatte ich über muskulär bedingte Schmerzen, stress- und mental belastungsbedingte Schmerzen, schlechte Körperhaltungen, Bandscheibenvorfälle und Übergewicht als Ursachen für Kreuzschmerzen gesprochen. Heute wollen wir uns weiteren Themen widmen, die Kreuzschmerzen verursachen.

Wirbelgleiten: Die Wirbelkörper, aus denen unsere Wirbelsäule besteht, weisen eine ihnen eigene Anordnung auf. Durch Überlastung, einen Sturz, einen Unfall oder altersbedingt kann diese Anordnung gestört werden, sodass die Wirbel übereinander gleiten - dies wird als Wirbelgleiten (Spondylolisthese) bezeichnet. Es wird oft mit dem Bandscheibenvorfall verwechselt, doch während beim Bandscheibenvorfall die Bandscheibe zwischen den Wirbeln das Problem verursacht, ist es beim Wirbelgleiten der Wirbel selbst, also der Knochen, der das Problem verursacht. Das Gleiten der Wirbel übt Druck oder Zug auf die Nerven aus, was zu Rücken- und Beinschmerzen führt.

Menschen mit Wirbelgleiten müssen beim Gehen über eine bestimmte Strecke aufgrund von Rücken- und Beinschmerzen häufig anhalten. Neben den Schmerzen treten Taubheitsgefühl, Brennen und Krämpfe in den Beinen auf. Stehen verstärkt die Beschwerden. Je nach Schweregrad kann Wirbelgleiten mit einem Korsett, Physiotherapie oder einem chirurgischen Eingriff behandelt werden.

Degeneration: Der langfristige Verschleiß in den Gelenken führt dazu, dass der Körper widerstandsfähiger gegenüber körperlicher Belastung wird. Die mit dem Alter einhergehende Degeneration betrifft die meisten von uns, und infolge dieses sich mit der Zeit entwickelnden Verschleißes können auch Schmerzen im Rücken auftreten.

UNTER DEN HAUPTURSACHEN...

Osteoporose: Die auch als Knochenschwund bezeichnete Osteoporose ist im Grunde der Verlust an Knochendichte und die damit einhergehende Schwächung der Knochen. Bei Osteoporose-Patienten sind häufig die Hals- und Lendenwirbel betroffen, und bei diesen Patienten gehören Kompressionsfrakturen zu den Hauptursachen chronischer Kreuzschmerzen.

Wirbelfraktur: Wirbelfrakturen entstehen in der Regel durch unglückliche Ereignisse wie einen Verkehrsunfall, einen Sportunfall oder einen Sturz aus großer Höhe, können aber auch bei Personen mit altersbedingtem Knochenschwund (Osteoporose) aufgrund der geschwächten Knochen auftreten. Osteoporose kommt häufiger bei Frauen vor. Das häufigste Symptom sind Nacken-, Rücken- und Kreuzschmerzen. Zu den Schmerzbeschwerden können Taubheitsgefühl, Verkrampfungen, Gefühllosigkeit in Armen und Beinen sowie Harninkontinenz hinzukommen.

Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans): Dies ist eine genetische Erkrankung, die meist von einem Elternteil vererbt wird und überwiegend jüngere Menschen betrifft. Darm- und Harnwegsinfektionen können die Krankheit auslösen. Sie kann die Gelenke im Körper, den Rücken und den Nacken betreffen, doch das wichtigste Symptom sind entzündliche Kreuzschmerzen. Dieser Schmerz verstärkt sich besonders bei längerer Bewegungslosigkeit. Patienten spüren den Kreuzschmerz, der bei nächtlicher Bewegungslosigkeit im Schlaf beginnt, morgens beim Aufwachen besonders stark. Nach dem Aufwachen kann die Steifheit im Rücken mehrere Stunden andauern. Im Gegensatz zu vielen anderen Arten von Kreuzschmerzen tut diesem Schmerz nicht Ruhe, sondern Bewegung gut. Rücken- und Nackenschmerzen gehören zu den weiteren Symptomen, und im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung kommt es zu einer Krümmung des Rückens.

Da eine frühe Diagnose schwierig ist und diese Erkrankung häufig mit einem Bandscheibenvorfall verwechselt wird, sollten Sie unbedingt einen Facharzt aufsuchen, wenn Ihnen die oben genannten Symptome bekannt vorkommen. Auf diese Weise kann eine frühzeitige Diagnose gestellt werden, bevor Folgen wie Gelenkschäden, eine Krümmung des Rückens und starke Schmerzen auftreten.

WER GEHÖRT ZUR RISIKOGRUPPE

Erkrankungen innerer Organe: Erkrankungen von Organen in Nähe der Lendenregion wie Bauchspeicheldrüse, Nieren, Darm, Leber sowie Gelenkerkrankungen können Kreuzschmerzen verursachen.

Risikogruppen für Kreuzschmerzen:

-Personen über 30 Jahre

-Personen mit genetischer Veranlagung und familiärer Vorgeschichte von Kreuzschmerzen

-Schwangere und frisch entbundene Frauen

-Personen mit rheumatischen Erkrankungen oder Osteoporose

-Frauen in den Wechseljahren

-Raucher

-Kürzlich operierte Personen

-Personen mit Infektionskrankheiten

-Personen, die Ringen, Gewichtheben, Rudern, Fußball, Tennis und Turnen betreiben

-Personen, die berufsbedingt ständig schwer heben oder lange sitzen

-Personen unter starkem Stress

-Diabetes- und Bluthochdruckpatienten

-Krebspatienten

Prof. Dr. Hüseyin Nazlıkul

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