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Vergessen Sie alles, was Sie wissen: Das Märchen von Fleisch und Käse

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 04.02.2024 5 min read
Im Volksmund wird geglaubt, Käse sei sehr wichtig für die Kalziumversorgung, und Ärzte empfehlen gegen Osteoporose den reichlichen Verzehr von Käse. Es wird sogar behauptet, dass reichlicher Käseverzehr den Kalziumgehalt der Knochen erhöhe.

Tatsächlich entsteht jedoch beim Verzehr von Fleisch und Käse bei den in den Zellen ablaufenden Stoffwechselvorgängen eine große Menge Säure, und um diese Säure auszuscheiden, werden extrem große Mengen an Kalzium und alkalisch wirkenden Mineralien benötigt. So wird zusammen mit der Säure auch das Kalzium ausgeschieden. Das heißt, mit Käse wird zwar Kalzium aufgenommen, doch ein weit größerer Anteil wird aufgrund der durch den Käse verursachten Säuerung wieder ausgeschieden. Zu glauben, man könne einen Kalziummangel durch Käsekonsum beheben, bedeutet, diesen entstehenden Teufelskreis von vornherein zu akzeptieren.

Das Säure-Basen-Gleichgewicht in unserem Körper muss ständig aufrechterhalten werden. Ein übermäßiger Anstieg der Säure kann dazu führen, dass ein Mensch in ein Koma fällt, das tödlich enden kann. Einer der Mechanismen, die zur Verhinderung dessen aktiviert werden, ist, dass unser Gehirn die Sauerstoffaufnahme verlangsamt.

Verminderter Sauerstoff bedeutet das Auftreten von Problemen wie Müdigkeit, Erschöpfung und Schwäche.

In zahlreichen Studien, die besonders in der Schweiz und in Deutschland durchgeführt wurden, wurden im Urin von Menschen, die tierische Lebensmittel zu sich nehmen, hohe Mengen an Säure und Kalzium festgestellt. Dies zeigt, dass weit mehr Kalzium mit dem Urin ausgeschieden wird, als über tierische Lebensmittel aufgenommen wurde. Der sinnvollste Ansatz, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, wäre, den Konsum tierischer Lebensmittel zu verringern.

Die Ursache der heute sehr häufig auftretenden Osteoporose, also des Knochenschwunds, ist weniger eine kalziumarme Ernährung als vielmehr der Kalziumverlust des Körpers. Deshalb ist es sinnlos, diesen Patienten von außen durch tierische Lebensmittel Kalzium zuzuführen. Während im Urin von Menschen, die tierische Lebensmittel konsumieren, hohe Mengen an Säure und Kalzium festgestellt wurden, wurde bei Menschen, die Gemüse und Obst essen, ein geringerer Kalziumverlust beobachtet. Kurz gesagt, es hat sich mittlerweile herausgestellt, dass Knochenschwund nicht auf einen Mangel an von außen zugeführtem tierischem Kalzium, sondern auf Kalziumverlust zurückzuführen ist. Damit ist das Märchen, dass man durch Käseverzehr feste Knochen bekomme, zu Ende. Da zur Neutralisierung der Säure eine übermäßige Menge an Sauerstoff verbraucht wird, verringert sich die Sauerstoffversorgung der Organe und damit einhergehend deren Funktion, wodurch bei diesen Menschen Symptome wie Müdigkeit, Erschöpfung, Kraftlosigkeit, Trägheit und Schläfrigkeit auftreten.

Dr. John McDougall hat in den USA durch seine Forschungen nachgewiesen, dass tierisches Protein Osteoporose verursacht (McDougall Program for Women: McDougall-Programm für Frauen). Es ist belegt, dass die USA das Land der Welt sind, in dem am meisten Milch und Milchprodukte konsumiert werden und Osteoporose am häufigsten auftritt. So enthalten beispielsweise 100 g Kohl doppelt so viel Kalzium wie Milch. Fenchel und Brokkoli enthalten ebenso viel Kalzium wie Milch. Während 50-100 % des Kalziums aus Kohl vom Körper genutzt werden, sind es beim Kalzium aus Milch nur 40-64 %. Doppelt so viel Kalzium, wie mit Milch, Käse, Fleisch und Fleischprodukten aufgenommen wird, wird mit dem Urin wieder ausgeschieden, denn die dabei entstehenden Säuren verbinden sich vor allem mit Kalzium, aber auch mit Magnesium, Kalium und Natrium, und werden mit diesen ausgeschieden. In China hingegen, wo sehr wenig Milch und Milchprodukte konsumiert werden, tritt Osteoporose nur sehr selten auf. Aus diesem Grund sollte man tierische Proteine meiden.

Die zweite bedeutende Gefahr, die Käse- und Fleischprodukte im Körper darstellen, ist, dass sie das Auftreten chronischer Infektionen erheblich erleichtern.

Denn die durch Fleisch und Käse verursachte Säuerung von Blut und Gewebe schwächt das Immunsystem. Zu diesem Thema gibt es zahlreiche veröffentlichte wissenschaftliche Artikel. Die Folge eines geschwächten Immunsystems ist, dass Organe und Zellen nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und sich dadurch in schlecht ernährtem Gewebe Bakterien, Viren und Pilze schneller vermehren können. Kurz gesagt schwächen diese Lebensmittel das Immunsystem und erleichtern es Infektionen, sich im Körper festzusetzen.

Bei Menschen, die sich auf diese Weise ernähren, vergeht die Müdigkeit nicht durch Schlaf. Auch wenn sie sehr lange, etwa 10 Stunden am Tag, schlafen, fühlen sie sich dennoch müde. Denn es dauert sehr lange, bis die durch Fleisch und Käse entstandene Säure neutralisiert und das Säure-Basen-Gleichgewicht wieder normalisiert ist. Da der Körper den aufgenommenen Sauerstoff dafür verbraucht, die entstandene Säure zu neutralisieren, treten Müdigkeit, Erschöpfung und Kraftlosigkeit auf.

Vor allem wenn abends Fleisch und Käse gegessen wurden, wird es am nächsten Tag sehr lange dauern, bis Sie sich von der Müdigkeit erholen. Natürlich ist ein zweiter Grund, der diesen Zustand verschärft, unser biologischer Rhythmus. Denn die Verdauung von zu später Stunde konsumierten Lebensmitteln fällt schwerer.

Schlaf ist weniger eine Phase der Ruhe als vielmehr ein aktiver Prozess, in dem sich der Körper selbst erneuert. Der Konsum schwer verdaulicher und säuerungsfördernder Lebensmittel während dieser Zeit führt dazu, dass sich chronische Müdigkeit noch weiter verschärft.

Aus diesem Grund sollten Fleisch und Fleischprodukte höchstens an zwei Tagen pro Woche konsumiert werden, Käse hingegen sollte aus den oben genannten Gründen nicht zu häufig gegessen werden.

Die dritte bedeutende Gefahr im Zusammenhang mit Käse besteht darin, dass er einen Stoff namens Tyramin enthält. Dieser Stoff wird normalerweise durch das Enzym Monoaminoxidase abgebaut. Manche Medikamente, beispielsweise Depressionsmedikamente, die Tranylcypromin enthalten, hemmen das Enzym Monoaminoxidase. Dadurch reichert sich das Tyramin aus dem Käse im Körper an, was Bluthochdruck verursacht. Aus diesem Grund wird Patienten, die Depressionsmedikamente einnehmen, empfohlen, ihren Käsekonsum stark einzuschränken. Tyramin kommt nicht nur in Käse vor, sondern auch in Lebensmitteln wie Sucuk und Salami. Für Menschen, die an Depressionen leiden oder dafür anfällig sind, ist es hilfreich, den Konsum solcher Lebensmittel einzuschränken oder ganz darauf zu verzichten, um sich schneller zu erholen.

Die eigentliche Ursache von Bluthochdruck durch Fleisch ist das „Homocystein“, das entsteht, wenn die Aminosäure „Methionin“, die im Darm infolge des übermäßigen Konsums tierischer Lebensmittel wie Fleisch und Fleischprodukte entsteht, nicht durch die Vitamine B6 und B12 eliminiert werden kann. Die Auswirkungen von Homocystein auf die menschliche Gesundheit und die Cholesterinbildung werden heute erst allmählich verstanden. Dieses Thema stellt zugleich einen der wichtigsten Bausteine der Anti-Aging-Behandlung dar. Homocystein bewirkt, dass oxidiertes LDL-Cholesterin von den Makrophagen im Blut als Fremdstoff wahrgenommen wird. Die Makrophagen versuchen, das LDL-Cholesterin in die Zelle aufzunehmen und zu zerstören. Dabei freigesetzte toxische Stoffe lagern sich an der Innenwand der Gefäße ab und verursachen Arteriosklerose.

Arteriosklerose verursacht verschiedene Erkrankungen, allen voran Hirnblutungen, Herzinfarkt und Dickdarmkrebs. Für solche Patienten ist ein Entgiftungsprogramm sehr wichtig, um gesund zu bleiben. Es sollte besonders darauf geachtet werden, dass das Entgiftungsprogramm von einem Arzt durchgeführt wird, der auf diesem Gebiet kompetent ist. Denn sowohl die zu ergänzenden Vitamine als auch das anzuwendende Ernährungsprogramm müssen individuell auf die jeweilige Person abgestimmt sein.

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