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Was tun gegen Depression

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 14.11.2021 3 min read

Depression ist heutzutage ein weit verbreitetes Problem bei Frauen und Männern. Sie verursacht jedes Jahr bei Millionen von Menschen seelisches Leid und beeinträchtigt das tägliche Leben, das Berufs- und Familienleben, wodurch sich zudem das Risiko für körperliche Erkrankungen erhöht. Sie kann sogar mitunter zum Suizid führen. Depression ist die am häufigsten auftretende affektive Störung. Weltweit erlebt jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann mindestens einmal im Leben eine Depression, und bei einem Drittel dieser Menschen wird der Zustand chronisch. In den Mitgliedsländern der Europäischen Union nehmen sich jedes Jahr rund 43.000 Menschen das Leben, und die meisten dieser Fälle stehen im Zusammenhang mit Depression.

Depression entsteht durch Hormone, jahreszeitlich bedingte Störungen, genetische Faktoren, Entwicklungsprobleme oder psychosoziale Einflüsse. Symptome wie Schuldgefühle, das Gefühl der Wertlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, mangelndes Selbstvertrauen, erhöhte Empfindlichkeit, Energieverlust, Appetit- und Libidoverlust, Kopfschmerzen und Schlafstörungen können auf eine Depression zurückzuführen sein. Auch wenn eine Depression manchmal einen komplexen Verlauf nimmt und das Leben des Betroffenen erschwert, gibt es nicht nur einen, sondern viele Wege der Behandlung.

KANN DEPRESSION MIT NATÜRLICHEN METHODEN BEHANDELT WERDEN?

Amphetamine wurden 60 Jahre lang eingesetzt, um bei Menschen mit Depression „die Stimmung zu heben“ , haben ihren Platz inzwischen jedoch Medikamenten überlassen. Die häufig eingesetzten Antidepressiva sind zwar bei der Behandlung von Depression wirksam, können jedoch Nebenwirkungen wie Angst, Unruhe und Verdauungsstörungen verursachen. Antidepressiva sind selbstverständlich nicht die einzige Lösung, um die Gehirnchemie ins Gleichgewicht zu bringen. Ernährung, Bewegung, unterstützende Nahrungsergänzungsmittel und Heilpflanzen können den Spiegel der vom Körper selbst produzierten, stimmungsaufhellenden Verbindungen erhöhen.

Tatsächlich sollte es eines der Grundprinzipien der Behandlung sein, die zugrunde liegende Ursache der Depression zu diagnostizieren und zu beseitigen. Zudem müssen hormonelle Dysbalancen, Nährstoffmangel oder -überschuss sowie umwelt- und mikrobiell bedingte Faktoren, die eine Depression auslösen können, unter Kontrolle gebracht werden. Ein Mangel an Vitamin B6, B12 und C, Folsäure und Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung kann beispielsweise zu Depression führen. Mitunter kann sich sogar das erste und frühe Anzeichen einer Schilddrüsenerkrankung in Form einer Depression zeigen. Zunächst sollten all diese Parameter untersucht werden; um die notwendigen biochemischen Veränderungen im Gehirn depressiver Menschen bewirken zu können, muss den Patienten zunächst Optimismus vermittelt werden. Denn während optimistische Menschen selten in eine Depression geraten, neigen pessimistische Menschen zu Depression und anderen Erkrankungen.

Den Patienten beizubringen, mehr Kontrolle über ihr Leben zu erlangen, ist wirksamer als die biochemischen Veränderungen, die Medikamente bewirken. Die wirksamsten Methoden der Genesung bestehen darin, aufmerksam auf die Botschaften Ihres Körpers und Ihrer Seele zu hören, gut für sich selbst zu sorgen und sich Zeit zu nehmen, um Ihre Seele zu nähren.

EMPFEHLUNGEN GEGEN DEPRESSION

Heilpflanzen: Heilpflanzen wurden im Laufe der Geschichte zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Der Wirkstoff vieler traditioneller Arzneimittel stammt aus Pflanzen. Zu den wichtigsten Pflanzen, die bei der Behandlung von Depression nützlich sind, gehören: Johanniskraut, auch als Hypericum perforatum bekannt, Ginkgo (Ginkgo biloba) und Sibirischer Ginseng (Eleutherococcus senticosus).

Kräutertees: Bevorzugen Sie in Ihren Pausen anstelle eines Kaffees nicht stimulierende, nebennierenfreundliche Kräutertees, um sich zu entspannen. Kräutertees wie Pfefferminze, Kamille, Baldrian, Passionsblume oder Helmkraut haben eine beruhigende Wirkung. Der Konsum dieser Tees schützt Sie vor den übermäßig anregenden Wirkungen von Koffein.

Rezept für einen beruhigenden Tee:

  • 1 Esslöffel Kamillenblüten
  • 1 Esslöffel Lindenblüten
  • 1 Esslöffel Katzenminze
  • 2 Tassen Wasser

Zubereitung: Übergießen Sie die Kräuter mit 2 Tassen kochendem Wasser, decken Sie das Gefäß 15 Minuten lang ab, lassen Sie den Tee ziehen und seihen Sie ihn anschließend ab. Sie können bis zu 4 Tassen täglich trinken.

AROMATHERAPIE

Ätherische Öle wirken unterschiedlich auf das limbische System, das im Gehirn für Emotionen und Gedächtnis zuständig ist. Bei Depression eingesetzte ätherische Öle werden gewonnen aus: Basilikum, Bergamotte, Zedernholz (Juniperus), Muskatellersalbei (Salvia sclarea L), Weihrauch (Boswellia thurifera), Geranie, Grapefruit, Lavendel, Zitrone, Jasmin, Myrrhe (Commiphora myrrha), Rosenöl, Sandelholz, Fichtennädeloül und Orange.

WEITERE METHODEN

Allen psychischen Problemen liegen hormonelle Dysbalancen zugrunde, die sich mit Neuraltherapie regulieren lassen. Die angewandte Kinesiologie, eine Methode der Komplementärmedizin, ist bei der Regulation des limbischen Systems in der Behandlung von Depression äußerst wirksam. Mit Psychotherapie, Akupunktur und Magnetfeldtherapie ist es möglich, leichte Depressionen zu verhindern und sogar zu behandeln. Wenn dennoch keine Besserung eintritt, sollte ohne Zeitverlust ein Facharzt für Psychiatrie aufgesucht werden.

Hüseyin Nazlıkul

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