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Enzymtherapie

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 06.11.2022 2 min read
Die systemische Enzymtherapie ist eine therapeutische Methode, die auf der oralen Verabreichung tierischer und pflanzlicher hydrolytischer Enzyme beruht. Die systemische Enzym...

Die systemische Enzymtherapie ist eine therapeutische Methode, die auf der oralen Verabreichung tierischer und pflanzlicher hydrolytischer Enzyme beruht.
Die systemische Enzymtherapie ist von der Substitutionstherapie zu unterscheiden, bei der fehlende Enzyme ersetzt werden. Bei exokriner Pankreasinsuffizienz beispielsweise nimmt die Produktion des Enzyms Lipase (das Fett spaltet) ab. Heute ist die Enzymtherapie eine wissenschaftlich fundierte therapeutische Methode, die auf die Beeinflussung des Immunsystems abzielt.
Verfahren: Obwohl die Enzymtherapie anfangs umstritten war, ist dieser Prozess heute wissenschaftlich bestätigt. Damit die aktiven Enzyme im Darm zur Aufnahme genutzt werden können, müssen sie den Magen unbeschadet passieren. Deshalb sind Tabletten oder Dragees mit einem magensaftresistenten Überzug versehen.

Folgende Wirkungen der Enzymtherapie sind bekannt:
Verbesserung der Immunabwehr: antibakterielle und antivirale Wirkung

  • Steigert die Fließeigenschaft des Blutes
  • Verhindert die Gerinnselbildung
  • Entzündungshemmende Wirkung
  • Abschwellende Wirkung
  • Resorption von Hämatomen – große Blutergüsse verschwinden schneller
  • Teilweise schmerzlindernde Wirkung
  • Verbesserung der Tumorabwehr und Vorbeugung von Metastasen

Da Enzyme sehr schnell abgebaut werden, müssen sie nüchtern 2-3 Mal täglich eingenommen werden. Enzyme können während akuter Prozesse für kurze Zeit in hohen Dosen und bei chronischen Erkrankungen für längere Zeit in niedrigeren Konzentrationen verabreicht werden. Die Enzymtherapie kann auch langfristig gemeinsam mit Mikronährstoffen (Vitalstoffen) prophylaktisch angewendet werden.

Die Enzymtherapie ist nützlich bei:

  • Arteriellen Verschlusskrankheiten
  • Entzündlichen und degenerativen Erkrankungen
  • Bestimmten Autoimmunerkrankungen
  • Rheumatischen Erkrankungen (rheumatoide Arthritis und Morbus Bechterew)
  • Entzündlichen Ödemen
  • Hämatomen
  • Operationen
  • Soliden Tumoren
  • Zur Reduktion der Nebenwirkungen von Strahlen- und Chemotherapie
  • Virusinfektionen

Bei Gerinnungsstörungen, bei Medikamenteneinnahme, bekannter Allergie gegen Enzyme, Leber- oder Niereninsuffizienz sowie in der Schwangerschaft sollte keine Enzymtherapie angewendet werden.

WO WERDEN ENZYME AM HÄUFIGSTEN EINGESETZT

Sportverletzungen: Leider treten Muskel-, Knochen- und Bänderverletzungen bei Sportlern häufig auf. Schwellungen und Hämatome behindern eine schnelle und reibungslose Regeneration des geschädigten Gewebes. Enzyme beschleunigen die Heilung bei dieser Art von Verletzungen.
Zahngesundheit: Enzyme sind heute ein fester Bestandteil der Ödemprophylaxe und -behandlung bei zahnärztlichen Eingriffen. Aufgrund ihrer abschwellenden Wirkung reduzieren Enzyme den Bedarf an Schmerzmitteln und sorgen für eine ideale Wundheilung.
Operationen: Enzyme wirken unterstützend bei Operationen. Jeder Eingriff, unabhängig von seiner Art, verursacht eine Verletzung. Mit Hilfe von Enzymen erfolgt die Heilung schneller.

Sinusitis: Aufgrund der Schwellung im Bereich der Nasenschleimhaut kann der Schleim nicht aus den Nasennebenhöhlen abfließen. Viren und Bakterien breiten sich in diesem Bereich aus. Die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen wird geschädigt und reagiert auf diese Verletzung mit einer Schwellung. Schmerzen und Druckgefühl in den Nasennebenhöhlen sind langfristige Folgen der Erkrankung. Enzyme reduzieren die Schwellung der durch Viren und Bakterien geschädigten Nase und Nasennebenhöhlen. Aufgrund ihrer langanhaltenden abschwellenden Wirkung sind Enzympräparate eine hervorragende Ergänzung zu abschwellenden Nasensprays in der akuten Behandlung.
Entzündliche Gelenkbeschwerden: Im Gegensatz zu herkömmlichen antirheumatischen und entzündungshemmenden Medikamenten unterdrücken Enzyme nicht nur die Symptome, sondern beschleunigen den körpereigenen Selbstheilungsprozess. Durch regelmäßige Enzymanwendung kann die Beweglichkeit der Gelenke verbessert und der Bedarf an Schmerzmitteln reduziert werden.

Weitere Informationen zu diesem und ähnlichen Themen finden Sie in meinem Buch „Antientzündlicher Ernährungsratgeber“.

Hüseyin Nazlıkul Odatv.com