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Was ist eine Lebensmittelunverträglichkeit

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 31.08.2019 3 min read

Eine Lebensmittelunverträglichkeit ist eine körperliche Fehlreaktion, die durch ein Lebensmittel oder einen Lebensmittelbestandteil ausgelöst wird. Ein Beispiel dafür ist die Laktoseintoleranz. Diese Reaktionen stehen nicht mit dem Immunsystem in Verbindung. Sie entstehen durch Lebensmittel oder Lebensmittelbestandteile, die nicht verdaut oder nicht aufgenommen werden können.

Menschen mit Laktoseintoleranz verfügen beispielsweise nicht über das Enzym Laktase, das den Milchzucker Laktose verdauen kann. Die Laktoseintoleranz betrifft weltweit rund 50 Prozent der erwachsenen Bevölkerung und ist die bekannteste Form der Lebensmittelunverträglichkeit.

Manche Menschen entwickeln auch eine Unverträglichkeit gegenüber Zusatzstoffen wie Geschmacksverstärkern oder Konservierungsstoffen (Sulfite). Die Symptome können von Person zu Person unterschiedlich ausfallen, und es ist häufig kaum möglich festzustellen, welcher Lebensmittelbestandteil welche Reaktion auslöst.

Die Symptome einer Lebensmittelunverträglichkeit können mit denen einer Lebensmittelallergie verwechselt werden. Deshalb ist es wichtig, einen Arzt zu konsultieren, um die Ursachen der Reaktion auf ein bestimmtes Lebensmittel zu klären.

WAS IST EINE LEBENSMITTELINTOLERANZ

Alle überschießenden Reaktionen des Organismus auf einen Lebensmittelbestandteil werden als Lebensmittelhypersensitivität bezeichnet. Diese wird in zwei Gruppen unterteilt: Lebensmittelallergie und Lebensmittelintoleranz. Bei beiden kann es selbst gegenüber eigentlich unbedenklichen Lebensmitteln zu einer überschießenden Reaktion kommen.

Viele Lebensmittel, die wir essen und für gesund halten, können in unserem Körper negative Wirkungen entfalten. Wenn beispielsweise ein Ei, das wir für sehr gesund halten, von unserem Körper nicht verdaut werden kann, beginnt der Körper, auf die darin enthaltenen Proteine zu reagieren. Diese negative Reaktion wird als „Lebensmittelintoleranz“ bezeichnet und kann im Körper von Gewichtszunahme bis hin zu zahlreichen chronischen Beschwerden negative Auswirkungen haben.

WIE ENTSTEHT SIE

Auf diese Frage gibt es keine einfache Antwort. Je nach Substanz unterschiedlich, sind der Mangel bestimmter Enzyme (die für spezifische chemische Reaktionen im Körper benötigt werden), erbliche Veranlagung, Stress oder Erkrankungen, ein aus dem Gleichgewicht geratenes Immunsystem, Umweltverschmutzung und eine unausgewogene Ernährung die wichtigsten Mechanismen, die eine Lebensmittelintoleranz ermöglichen.

Zwischen der Aufnahme der Nahrung und ihrer Ausscheidung aus dem Körper durchlaufen die Nährstoffe einen fortlaufenden Abbauprozess.

Die Nahrung wird zunächst im Mund zerkleinert, erhält anschließend durch die Magensäure und die Magenbewegungen eine bestimmte Konsistenz und gelangt dann in den Darm.

Durch die Wirkung verschiedener Darmenzyme und der dichten Darmflora werden diese Nährstoffe bis in kleinste Bestandteile zerlegt.

Die in der Nahrung enthaltenen Proteine werden bei diesem Abbauprozess in noch kleinere Bestandteile, also Aminosäuren, zerlegt, gelangen ins Blut und setzen von dort ihren Weg fort, um an den benötigten Stellen im Körper eingesetzt zu werden.

WAS PASSIERT, WENN BESTIMMTE PROTEINE NICHT IN AMINOSÄUREN ZERLEGT WERDEN

Das Fehlen verschiedener Enzyme im Körper, Störungen der Darmflora oder Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom verhindern, dass die Nahrung im Darm ordnungsgemäß in Aminosäuren zerlegt wird, sodass Lebensmittelbestandteile unzerlegt ins Blut gelangen. Das Abwehrsystem behandelt diese wie einen körperfremden Stoff und aktiviert die Abwehr genauso, wie es bei einem Angriff auf ein Bakterium oder ein Virus geschieht.

Als Folge dieser Abwehrreaktion entstehen im Körper Entzündungen, und es zeigen sich erste Nebenwirkungen. Ansteigende CRP-Werte führen zunächst zu Symptomen wie Mattigkeit, verlangsamtem Stoffwechsel und Darmproblemen. Konsumiert der Patient dasselbe Lebensmittel weiterhin regelmäßig, ohne es zu bemerken, können sich daraus zahlreiche weitere chronische Erkrankungen entwickeln.

In meinem nächsten Beitrag werde ich auf das Thema „Unterschiede zwischen Lebensmittelintoleranz und Lebensmittelallergie“ eingehen.

Prof. Dr. Hüseyin Nazlıkul

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