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Tipps für ein starkes Immunsystem

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 18.09.2022 5 min read
Das Immunsystem schützt den Körper vor potenziell schädlichen Stoffen. Antigene sind Moleküle auf der Oberfläche von Zellen...

Das Immunsystem schützt den Körper vor potenziell schädlichen Substanzen. Antigene sind große Moleküle, die sich auf der Oberfläche von Zellen, Viren, Pilzen, Bakterien sowie leblosen Stoffen wie Toxinen, Chemikalien, Medikamenten und Fremdstoffen befinden. Das Immunsystem erkennt Antigene und zerstört sie. Die erworbene Immunität entwickelt sich, wenn der Körper mit verschiedenen Antigenen in Kontakt kommt.

Damit das Immunsystem seine Aufgabe erfüllen kann, müssen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Antioxidantien in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen werden. Dies kann nur durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung erreicht werden.
Probiotika, die einen wichtigen Bestandteil der Darmflora bilden, unterstützen das von der Darmschleimhaut ausgehende Immunsystem. Probiotika sollten sowohl über die Nahrung als auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln aufgenommen werden.

Ein weiterer wichtiger Faktor für ein starkes Immunsystem ist der Schlaf. Es sind 7–9 Stunden qualitativ hochwertiger Schlaf pro Tag erforderlich.

Unser Körper wird unermüdlich von unserem Immunsystem verteidigt. Doch die Verteidigungstruppen sind auf Nachschub angewiesen. Sorgen Sie für eine solide Grundlage für Ihr Immunsystem, indem Sie ihm die notwendigen Bausteine, also Mikronährstoffe, zur Verfügung stellen. Überlasten Sie den Körper nicht mit zu vielen Kalorien. Bauchfett und ein hoher Anteil an gesättigten Fetten in der Ernährung setzen das Immunsystem unnötig unter Druck.

STÄRKUNG DES IMMUNSYSTEMS

Damit das Immunsystem seine Aufgaben erfüllen kann, ist eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen notwendig. Die Zellen des Immunsystems müssen ständig „neu gebildet“ werden. Deshalb müssen alle für die Stärkung des Immunsystems notwendigen Stoffe kontinuierlich in ausreichender Menge über die Nahrung zugeführt werden.

BEDARF UND VERSORGUNG MIT FÜR DIE IMMUNITÄT SPEZIFISCHEN MIKRONÄHRSTOFFEN

Vitamine und Spurenelemente wie Vitamin C, Vitamin D, Zink, Selen, Kupfer, Folsäure, Vitamin A, Vitamin B2 und Vitamin B12 tragen zum normalen Funktionieren des Immunsystems bei. Während der Immunreaktionen können freie Radikale entstehen. Vitamin C, Vitamin E, Vitamin B2, Zink, Selen, Kupfer und Mangan wirken als Antioxidantien und tragen zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei. Die Schleimhaut der Atemwege spielt als Barriere gegen alle Arten von Mikroben eine wichtige Rolle. Vitamin A, Vitamin B2, Biotin und Niacin tragen zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei.

ERHÖHTER MIKRONÄHRSTOFFBEDARF BEI BESTIMMTEN ERKRANKUNGEN

Bei bestimmten Erkrankungen kann der Bedarf des Körpers an Vitaminen, Spurenelementen und vielen Mikronährstoffen steigen. Dieser Bedarf kann nicht immer durch die Ernährung allein gedeckt werden. Für ein reibungsloses Funktionieren des Immunsystems sind zahlreiche Vitamine, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe wichtig.

AUSREICHENDER VERZEHR VON OBST UND GEMÜSE

5 Portionen Obst oder Gemüse pro Tag – das ist die Grundempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Unsere tägliche Ernährung sieht jedoch oft anders aus: Ein Schokocroissant zum Frühstück, ein Würstchen im Brot zum Mittagessen und ein schweres Fleischgericht zum Abendessen – das macht Ihr Immunsystem nicht glücklich. Bei einer solchen Ernährung kommt die durchschnittlich verzehrte Menge an Obst und Gemüse nicht einmal in die Nähe der Empfehlung. Nur die Hälfte der türkischen Bevölkerung isst regelmäßig Obst, und nur 13 von 100 Menschen essen ausreichend Gemüse. Ernährungsberichten zufolge gibt es Defizite bei der Aufnahme einiger Mikronährstoffe, die das Immunsystem benötigt.

EINE UNZUREICHENDE NÄHRSTOFFZUFUHR BELASTET DEN KÖRPER

Wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahre haben zunehmend einen Zusammenhang zwischen einer unausgewogenen Ernährung und chronischen Erkrankungen wie Adipositas (Übergewicht), Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Schlaganfall und Krebs aufgezeigt.

DER SPEISEPLAN FÜR DAS ABWEHRSYSTEM

Auch wenn das Bewusstsein für gesunde Ernährung in der Türkei zunehmend wächst, ernähren sich noch viele Menschen ungesund. Dabei ist die Regel eigentlich recht einfach: so wenig verarbeitete Produkte wie möglich, mehr frische Lebensmittel. Die Grundlage der Ernährung sollte aus Gemüse, Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten bestehen.

ERNÄHREN SIE SICH NICHT EINSEITIG

Ein Nährstoffmangel kann viele Ursachen haben. Neben einer unausgewogenen Ernährung gibt es weitere Gründe, warum der Körper nicht ausreichend versorgt wird. So kann der Körper beispielsweise Nährstoffe nicht vollständig aufnehmen. Auch schwere oder wiederkehrende Infektionen im Körper können den Bedarf erhöhen. In manchen Fällen ist es nicht möglich, den Bedarf allein über die Nahrung zu decken. In solchen Fällen kann die zusätzliche Einnahme von Mikronährstoffen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln neben einer ausgewogenen Ernährung hilfreich sein, um das Immunsystem zu unterstützen.
Eine gesunde Ernährung sollte ausreichend Energie liefern und unserem Körper alle für das Leben notwendigen Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe zur Verfügung stellen. Um diesen Bedarf zu decken, sollten nicht nur saisonales Obst und Gemüse, sondern auch Vollkornprodukte Teil Ihrer Ernährung sein. Abwechslung in der Ernährung ist wünschenswert, da jeder Nährstoff eine wichtige Funktion erfüllt.
Trinken Sie reichlich Flüssigkeit wie Kräutertee oder Mineralwasser. Bestimmte Lebensmittel wie Ingwer, Pfeffer, Salbei und Nelken haben eine antiseptische (antibiotische) Wirkung. Ingwertee oder Salbeitee mit Honig gelten als hilfreich bei Husten.

STÄRKEN SIE IHR IMMUNSYSTEM IN DEN WINTERMONATEN DURCH BEWEGUNG

Wenn Sie eine Erkrankung wie eine Grippe erwischt, legen Sie mit dem Sport keine Pause ein. Sport ist sehr wichtig, um Krankheiten vorzubeugen und das Infektionsrisiko zu senken.
Regelmäßige Bewegung stärkt nicht nur Ihre Muskeln, sondern auch Ihr Immunsystem. Selbst kleine Bewegungseinheiten fördern das körpereigene Abwehrsystem. Ein Faktor dabei ist, dass Sport wirksam gegen Stress ist, der die Abwehrkräfte des Körpers schwächt.
Setzen Sie sich dabei aber nicht selbst unter Stress! Auch übermäßiges Training verringert die Leistungsfähigkeit und den körpereigenen Abwehrmechanismus und erleichtert Erregern das Eindringen in den Körper.

ENTSPANNEN UND LOSLASSEN

Stresshormone wie Cortisol sind starke Gegenspieler des Immunsystems. Besonders unter Stress werden wir anfällig für Infektionen. Schlafen Sie ausreichend und regelmäßig. Nutzen Sie entspannende Techniken wie Yoga, Tai Chi oder Meditation.
Frische Luft ist sehr hilfreich. Besonders im Winter sollten Sie Ihr Zimmer häufig lüften. Als Grundregel gilt, das Fenster drei- bis viermal am Tag für jeweils zehn Minuten zu öffnen.
Für weitere Informationen zu diesem und ähnlichen Themen können Sie mein Buch „Antientzündlicher Ernährungsratgeber“ nutzen.

Hüseyin Nazlıkul Odatv.com