Achtung bei Schwäche, Übelkeit und Durchfall… Diagnose der Laktoseintoleranz
Durchschnittlich werden täglich 25–30 g Laktose verzehrt. Ist die Aktivität des laktosespaltenden Enzyms Laktase vermindert oder gar nicht vorhanden, oder ist die Durchlässigkeit der Schleimhaut gestört, kann die mit der Nahrung aufgenommene Laktose entweder gar nicht, nur unzureichend oder gar nicht resorbiert werden. In diesem Fall gelangt die Laktose nicht ins Blut, sondern verbleibt im Darm, wo sie von den dort vorhandenen Mikroorganismen unter Bildung kurzkettiger Fettsäuren verwertet wird, wobei vermehrt Gas entsteht. Die vermehrt gebildeten Fettsäuren steigern die Darmtätigkeit, und die im Darm nicht abgebaute Laktose zieht zusätzlich Wasser in das Darmlumen, wodurch der Darminhalt wässrig wird. Als Folge treten unter anderem folgende Symptome auf:
- Gesteigerte Darmtätigkeit
- Blähungen
- Schwächegefühl
- Durchfall
- Bauchkrämpfe
- Völlegefühl im Bauch
- Übelkeit
- Ödemneigung
- Unförmiger Stuhlgang
- Blähbauch
Die Stärke der Symptome hängt davon ab, wie gut die betroffene Person Laktose verträgt. Die Toleranzschwelle ist von Person zu Person unterschiedlich, die Symptome können sich auf vielfältige Weise äußern und beginnen in der Regel innerhalb eines Zeitraums von einer halben bis zwei Stunden nach der Laktoseaufnahme.
Häufig werden die Begriffe „Milchallergie“ und „Laktoseintoleranz“ synonym verwendet, was zu Verwirrung führt. Dabei handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Zustände – mit unterschiedlichen Ursachen, Symptomen, Zielgruppen und Behandlungsformen:
Unter „Nahrungsmittelintoleranz“ versteht man negative, mit Verdauung oder Stoffwechsel zusammenhängende Reaktionen des Körpers auf Nahrungsmittel oder Zusatzstoffe, an denen das Immunsystem nicht beteiligt ist. Die Laktoseintoleranz ist hierfür das beste Beispiel.
Unter „Nahrungsmittelallergie“ versteht man hingegen eine Reaktion des Immunsystems auf einen Stoff oder Bestandteil in der Nahrung, wobei es sich in der Regel um ein Protein handelt. Die häufigsten Auslöser von Nahrungsmittelallergien bei Kindern sind Kuhmilch, Ei, Weizen und Soja. Die Milchallergie entsteht durch eine abnorme Reaktion des Immunsystems auf die in der Milch enthaltenen Proteine.
DIAGNOSE DER LAKTOSEINTOLERANZ
Die Diagnose beginnt mit der Anamnese – beim Patienten selbst oder, bei Säuglingen, bei der Mutter. Die Anamnese einer Person mit Laktoseintoleranz ist sehr typisch. Zusätzlich gibt es Tests zur Bestimmung der Laktoseresorption. Dazu gehören:
Laktosetoleranztest: Nach 12-stündigem Fasten wird eine laktosehaltige Flüssigkeit getrunken. In Abständen von 2 Stunden werden Blutproben entnommen. Gemessen werden die Galaktose- und Glukosespiegel im Blut, die nach der Resorption der Laktose ansteigen müssten. Wird die Laktose nicht vollständig gespalten, steigt der Blutglukosespiegel nicht an, und es besteht eine Behandlungsindikation.
Wasserstoff-Atemtest: Dabei wird die Wasserstoffmenge in der ausgeatmeten Luft gemessen. Normalerweise enthält die Ausatemluft nur eine sehr geringe Menge Wasserstoff. Wird Laktose nicht verdaut, wird sie von den im Dickdarm vorhandenen Bakterien fermentiert. Dabei entstehen verschiedene Gase, darunter auch Wasserstoff. Das entstehende Wasserstoffgas wird vom Darm resorbiert, gelangt ins Blut und wird über die Lunge abgeatmet. Während des Tests trinken die Patienten eine laktosehaltige Flüssigkeit, anschließend wird die Atemluft in regelmäßigen Abständen analysiert. Ein ansteigender Wasserstoffanteil zeigt eine gestörte Laktoseverdauung an.
Stuhlsäuretest: Durch nicht verdaute Laktose kommt es im Darm zur Fermentation. Dabei ist die Ansammlung von Milchsäure im Darm eine natürliche Folge. Diese Milchsäure wird mit der Zeit auf natürlichem Weg mit dem Stuhl ausgeschieden. Findet sich im Stuhltest eine höhere als die normale Milchsäuremenge, besteht der Verdacht auf eine Intoleranz.
Elektroakupunktur-Methode (Vegatest) und HRV-Systeme (Reviquant): Dies sind über Blut- bzw. HRV-Messung durchgeführte Verfahren, die in der Praxis am einfachsten anzuwenden sind.
Für weitere Informationen zu diesem und ähnlichen Themen können Sie mein Buch „Güzel, Mutlu ve Sağlıklı“ (Schön, Glücklich und Gesund) zurate ziehen.
Hüseyin Nazlıkul