Wie unser Körper reagiert, wenn wir krank werden
Damit der Körper gesund sein kann, sollte ein ganzheitlicher Therapieansatz verfolgt werden, der auf der Grundlage beruht, dass sich der Körper ständig selbst reguliert und automatisch repariert. Mein verstorbener Lehrer Prof. Dr. Herget, der Doyen der Komplementärmedizin und der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass ich mit der Komplementärmedizin in Berührung kam und mich in diesem Bereich weiterentwickelte, bezeichnete diesen Ansatz als Behandlung im neurovegetativen Milieu. Die Gesamtheit der von mir durchgeführten Behandlungen nenne ich Regulation der Neurovegetativen Matrix (Bindegewebe- und Grundsubstanzsystem) durch Therapie. Dabei geht es darum, ausgehend von der Neuraltherapie weitere Reiztherapien einzusetzen, um das Bindegewebe zu reinigen und zu regulieren.
Wird die Regulation der Neurovegetativen Matrix angewandt, wird der Körper dazu angeregt, „sich selbst zu heilen“, und dadurch werden die Hindernisse oder Blockaden beseitigt, die die Regulationsstörung verursachen.
Dieser ganzheitliche Ansatz bedeutet zugleich eine Stärkung der Gesundheit. Das eigentliche Ziel besteht dabei weniger darin, gegen eine Krankheit anzukämpfen, sondern vielmehr den Körper zu unterstützen, damit der Mensch dauerhaft gesund bleibt und nicht erkrankt.
FUNKTIONSSTÖRUNG
Krankheiten entstehen nicht plötzlich. Meist gehen ihnen viele kleine negative Reize und eine anfangs unbemerkte oder uns nicht belastende Toxinlast voraus.
Alle unsere Organe sind mit dem Nervensystem und dem Rückenmark integriert verbunden. An den Austrittsstellen (Öffnungen) zwischen den Wirbeln verlassen Nervenendigungen paarweise nach rechts und links das Rückenmark und ziehen von dort weiter zu Muskeln, Gelenken, Bändern, Sehnen, dem Kreislaufsystem und den inneren Organen. Von den Organen aus verzweigen sie sich weiter in die Muskulatur und in die Hautschichten. Dort befinden sich auf jedem Zentimeter 200 Nervenendigungen. Diese Nervenendigungen registrieren mechanische Reize wie „Druck, Stoß“, von außen kommende thermische Signale (Temperaturänderungen) oder chemische Reize. Diese Nervenendigungen reagieren natürlich auch auf Signale, die aus dem Körperinneren kommen. Etwa 5 % der Schmerzreize im Körper stammen aus verschiedenen Organen und breiten sich zu den Nerven der Haut und der Muskulatur aus. Dies erklärt, warum bei einem Herzinfarkt der linke Arm und die linke Hand schmerzen oder warum sich eine Gallenstörung in den Schulterbereich ausbreitet. Je nachdem, aus welchem Bereich der Wirbelsäule die Nerven austreten, spricht man von „verschiedenen Ebenen = verschiedenen Segmenten“. Von jedem Segment aus werden über die austretenden Nerven unterschiedliche Organe versorgt. Welches Organ in welchem Segment geschädigt ist und in welchen Hautbereich sich der Schaden ausbreitet, muss vom Arzt festgestellt werden.
Ein in diesem Bereich ausgebildeter Neuraltherapeut erkennt die von uns als segmentale Dysregulation bezeichnete Funktionsstörung sofort. Über Nervenreflexe, die vom geschädigten Organ ausgehen, helfen schmerzhafte oder überreizte Bereiche in bestimmten Hautzonen dabei, diese Diagnose zu stellen.
Verborgene „stille“ Krankheitsprozesse werden als „Störfeld“ bezeichnet. Störfelder verweisen meist auf verborgen gebliebene chronische Entzündungen, chronische Probleme oder Verletzungen. Diese Erkrankungen verursachen keinerlei Symptome und bleiben daher oft unbemerkt. Sie belasten den Organismus jedoch fortlaufend und überlasten ihn mit der Zeit. Dadurch stören sie die Funktion des autonomen Nervensystems und behindern den gesunden Ablauf wichtiger Körperfunktionen.
Weitere Informationen zu diesem und ähnlichen Themen finden Sie in meinem Buch „Neuraltherapie – Eine andere Behandlung ist möglich“.