Verzichten Sie auf Fertigprodukte… Wie kehrt man zu normaler Ernährung zurück
Bei Menschen mit Laktoseintoleranz besteht das Hauptbehandlungsprinzip darin, alle laktosehaltigen Lebensmittel – je nach Art der Intoleranz für unterschiedlich lange Zeiträume – von der Ernährung fernzuhalten. Bei der primären Form müssen laktosehaltige Produkte lebenslang aus der Ernährung entfernt werden; bei der erworbenen Form sollte die Menge mit zunehmendem Alter eingeschränkt werden; handelt es sich jedoch um eine sekundäre Form infolge einer Grunderkrankung, müssen laktosehaltige Produkte untersagt werden, bis die zugrunde liegende Erkrankung behandelt ist. Am häufigsten begegnet uns dies bei der durch eine gestörte Darmflora bedingten Laktoseintoleranz – hier müssen Milch, Milchprodukte und laktosehaltige Lebensmittel mindestens acht Wochen lang konsequent aus der Ernährung entfernt werden. Wie die Rückkehr zu normaler Ernährung erfolgt, sollte anhand von Kontrolluntersuchungen festgelegt werden.
Da die Toleranzgrenze bei jedem Menschen unterschiedlich ist und viele Menschen kleine Mengen Laktose vertragen können, ist eine völlig laktosefreie Diät (höchstens 1 g/Tag) nur sehr selten erforderlich. In der Regel genügt eine laktosearme Diät (höchstens 8–10 g/Tag). Gesunde Erwachsene hingegen können täglich 20–30 g Laktose konsumieren.
IN WELCHEN ZUSATZSTOFFEN SIND MILCHPRODUKTE ENTHALTEN
Kein Zusatzstoff (E-Nummer) enthält Milcheiweiß oder andere Milchbestandteile. Unter Milchbestandteilen versteht man stets Milchpulver, Kasein, Molke, Molkepulver, Joghurt, Joghurtpulver und Ähnliches. Deshalb ist es am besten, ganz auf Fertigprodukte zu verzichten.
Laktosehaltige Lebensmittel
Auch wenn Milch und daraus hergestellte Lebensmittel natürliche Nährstoffquellen sind, wird Laktose häufig auch Fertigprodukten zugesetzt:
- Manche Gewürzmischungen
- Viele Fertiggerichte, Fertigmischungen (Kartoffelpüree, Fertigmehle für Backwaren)
- Viele Medikamente, Süßstoffe und Zahnpasten
- Viele Wurst- und Delikatessenprodukte
- Schokolade
- Speiseeis
- Brot und andere Bäckereiprodukte
- Knäckegebäck/Snacks
- Verarbeitete Frühstücksflocken
- Sahne und Sahnebonbons
- Margarine (auf die Zutatenliste achten)
- Salatsaucen
- Milch und alle Milchprodukte, Milchpulver
- Süßwaren
Laktosefreie Produkte
- Fleisch, Fisch, Geflügel
- Kokosmilch
- Schalenfrüchte, Salz, reine Gewürze, frische Kräuter
- Kartoffeln, Getreide, Reis, Nudeln
- Wasser, Tee, Kaffee, Obst- und Gemüsesäfte
- Zucker, Honig, Sirup, Obst, Süßwaren
- Frisches oder tiefgefrorenes Obst und Gemüse (ohne Zusatzstoffe)
- Eier, Fett/Öl, pflanzliche Kaffeesahne
LEBENSMITTEL ZUR CALCIUMZUFUHR
Nachdem sich Ihre Beschwerden deutlich gebessert haben, können Sie Ihren Speiseplan um laktosearme Lebensmittel erweitern. So testen Sie nach und nach Ihre Toleranzgrenze. Am besten beginnen Sie mit kleinen Mengen laktosearmer Käsesorten oder Joghurt mit lebenden Kulturen.
Wenn wir unseren Patienten – selbst nur für kurze Zeit – eine Ernährung ohne Milch und Milchprodukte empfehlen, lautet die erste Frage meist: „Woher bekomme ich dann mein Calcium?“ Die Natur ist so reichhaltig, dass es auch abgesehen von Milch und Milchprodukten viele Calciumquellen gibt:
- Bestimmte Mineralwasser
- Weiße Bohnen
- Brokkoli
- Haselnuss
- Spinat
- Feige
- Sellerie
- Leinsamen
- Lauch
- Fenchel
- Sojaprodukte
- Sesam
- Gartenkresse
- Grünkohl
Für weitere Informationen zu diesem und ähnlichen Themen können Sie mein Buch „Güzel, Mutlu ve Sağlıklı“ (Schön, Glücklich und Gesund) zurate ziehen.