Jedes Jahr sterben 2 Millionen Menschen... Hypokinetic Disease... Was ist das, wie kann man sich…
Statistiken zeigen, dass jedes Jahr 2 Millionen Menschen sterben, weil sie sich nicht ausreichend bewegen. Körperliche Inaktivität spielt bei vielen Erkrankungen eine entscheidende Rolle, allen voran bei Herzerkrankungen und Bluthochdruck. Bewegung lässt sich definieren als gezielte Aktivität, die zum Erhalt unserer Gesundheit oder zur Aufrechterhaltung eines bereits verbesserten Gesundheitszustands ausgeübt wird. Bewegung weist je nach Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand der ausführenden Person, manchmal auch je nach Kondition oder Fähigkeiten, unterschiedliche Merkmale auf; als allgemeine Definition lässt sich jedoch sagen, dass es sich um ein regelmäßiges, rhythmisches Programm handelt, das drei- bis fünfmal wöchentlich für etwa 30–45 Minuten durchgeführt wird. Je nach angestrebtem Ziel müssen Intensität, Ausmaß und Dauer entsprechend angepasst werden.
Mit fortschreitender Zivilisation muss sich der menschliche Organismus immer weniger bewegen. Ohne die negativen Auswirkungen des Bewegungsmangels auf den Organismus zu bedenken, wird täglich ein neues Gerät entwickelt. Die Menschen greifen zu diesen Geräten mit der Begründung „für unsere Bequemlichkeit“. Betrachten wir nun die negativen Auswirkungen von Bewegungsmangel auf den menschlichen Körper:
Der menschliche Körper vollzog seine Evolution unter den harten Bedingungen der Urzeit. In jenen Zeiten musste der Mensch stark sein, um sein Leben zu erhalten, gegen wilde Tiere kämpfen, harten Naturbedingungen standhalten und sich ernähren zu können. Da der damalige Mensch ständig im Kampf war, besaß er einen sehr kräftigen körperlichen Bau. Alle seine Muskeln waren stark entwickelt. Er war kräftiger, schneller und ausdauernder. Er befand sich in einer stetigen Abfolge von Bewegungen.
STELLEN WIR UNS NUN DEN MENSCHEN VON HEUTE VOR
Heute bewegen sich die Menschen viel weniger, um ihr Leben zu bestreiten. Dieser Bewegungsmangel hat in unserer Zeit zur Entstehung einer neuen Krankheitsgruppe geführt. Diese Krankheitsgruppe wird als Hypokinetic Disease* (Bewegungsmangelkrankheiten) bezeichnet. Diese Erkrankungen gehören heute zu den tödlichsten Krankheitsgruppen überhaupt. Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen diese Gruppe an.
Um diesem Bewegungsmangel entgegenzuwirken, die Lebensqualität der Menschen zu steigern und ihnen zu ermöglichen, körperlich leichter im Alltag zurechtzukommen, ist das Konzept des „lebenslangen Sports“ entstanden. Dieses Konzept wurde in verschiedenen Epochen und Ländern unter verschiedenen Namen bekannt. Mal „Sport für alle“, mal „Sport für die Gesundheit“, mal „Breitensport“.
Der Slogan der Weltgesundheitsorganisation im Jahr 2000 war sehr bedeutsam: „Bewegen Sie sich regelmäßig für Ihre Gesundheit.“ Denn tatsächlich sitzen wir aufgrund der fortschrittlichen Technologie in unserem Alltag sehr viel. Wir schauen lange fern und bewegen uns nicht. Dies gilt sowohl für junge Menschen als auch für Erwachsene und Ältere. Verschiedene Bevölkerungsgruppen müssen unbedingt zu Bewegung ermutigt und diesbezüglich aufgeklärt werden. Es sollte Aufgabe der Familie sein, ihre Kinder schon von klein auf entsprechend ihren Fähigkeiten, Wünschen und Vorlieben an regelmäßige Bewegung zu gewöhnen. Im Erwachsenenalter muss dies zu einem Lebensstil werden, damit sich unsere Gesundheit auch im Alter so entwickelt, dass wir diese Gewohnheit fortsetzen und bedeutende Vorteile für unsere Funktionsfähigkeit erzielen können.
Kindern – und überhaupt jedem, der Sport treiben möchte – empfehlen wir zunächst eine ärztliche Untersuchung, um zu klären, ob der Gesundheitszustand für regelmäßiges Training oder fortgeschrittene Konditionstrainings tatsächlich geeignet ist. Danach stellt sich die Frage: Was möchte das Kind? Welche Art von Bewegung wünscht es sich? Was macht ihm Freude? Schwimmen oder Schlägersportarten? Oder Aktivitäten wie Basketball oder Volleyball, die Kinder besonders lieben und gerne gemeinsam mit Freunden ausüben? Es ist möglich, das Kind entsprechend seiner Neigungen und Fähigkeiten – bei Bedarf mit Unterstützung des Sportlehrers, der es betreut – in verschiedenen Vereinen zu der von ihm gewünschten Aktivität zu lenken. Von sehr fordernden, gelenkbelastenden und traumatischen Sportarten wie Gewichtheben, für die sich zwar seltener Mädchen, aber häufig Jungen begeistern, sollte man hingegen absehen, da die Gelenke während der Wachstumsphase dadurch stark geschädigt werden können. In Zusammenarbeit mit dem Kind und seinem Lehrer kann eine geeignete Sportart ausgewählt werden, die seine Fähigkeiten fördert.