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Haben Sie Ihre erste Falte entdeckt … Altern ist kein Schicksal

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 17.11.2024 3 min read
Alterung ist ein physiologisches Phänomen, kein Schicksal. Wenn eine vorzeitige Alterung ohne Koordination auftritt, kann dieser Zustand als Krankheit wahrgenommen werden.

Unser alterndes Gewebe verliert Flüssigkeit. Anstelle der verlorenen Flüssigkeit beginnen sich toxische Stoffwechselprodukte einzulagern. Diese angesammelten toxischen Produkte zeigen sich zunehmend durch Verkalkungen in den Gefäßwänden und Zellen. Mit der Zunahme der Menge dieser toxischen Produkte treten pathologische Vorgänge in unserem Kreislaufsystem und unserem Stoffwechsel auf.

Im weiteren Verlauf dieser Vorgänge schwächt sich unser Immunsystem, und es kommt zu einem Rückgang aller Körperfunktionen. Als natürliche Folge davon ist die Entstehung von Krankheiten unvermeidlich.

In Tierversuchen wurde beobachtet, dass in bestimmten Zeiträumen aufeinanderfolgend und in toxischen Dosen verabreichte Stoffe die Nervenleitung verlangsamen, Verkalkungen in der Gefäßwand verursachen und zu Störungen im Kreislauf führen.

Wie auch bei Versuchstieren beobachtet, beschleunigt eine im autonomen (auch vegetativen genannten) Nervensystem auftretende Leitungsstörung die Alterung. Untersucht man die bei der physiologischen Alterung auftretenden Veränderungen, zeigt sich, dass die ersten Störungen im Kreislauf und im extrazellulären Bereich, in der Grundsubstanz, auftreten. In diesem Fall können auf verschiedene Reize, die den Körper erreichen, die für unsere Lebensfunktionen notwendigen Reaktionen nicht mehr erbracht werden.

Kommen zu alldem noch Störfelder hinzu, die das vegetative Nervensystem belasten und die Selbstregulation des Körpers behindern, wird eine Beschleunigung der Alterung unvermeidlich.

Es ist bekannt, dass der menschliche Körper über eine bestimmte Regulationskapazität verfügt. Ein übermäßiger Energieaufwand zu deren Erhaltung führt zur Erschöpfung unseres Körpers.

Dass die Regulation in unserem Körper gestört wird und der Körper labil wird, wenn zahlreiche Reize aufeinanderfolgen und chronisch werden, ist eine in der Neuraltherapie bekannte Tatsache.

Die Eliminierung der zahlreichen chronisch gewordenen Reize, die auf das vegetative Nervensystem einwirken, mit anderen Worten der „Störfelder“, erweist sich als die wirksamste Behandlungsmethode, um die physiologische Alterung zu stoppen.

Viele Patienten, die uns wegen unterschiedlicher Erkrankungen aufsuchen, berichten, dass sie sich in kurzer Zeit vitaler und besser fühlen. Es gibt sehr viele Patienten bei uns, deren Gangbild sich verbessert, deren Seh- und Hörvermögen zunimmt, deren Schlaf sich normalisiert und deren Konzentration sich steigert.

Leider haben diese seit 1928 in der Neuraltherapie beobachteten Tatsachen bis heute nicht die Aufmerksamkeit der geriatrischen Fachrichtung auf sich gezogen.

Das in dieser den Gebrüdern Huneke zu verdankenden Behandlungsmethode verwendete Medikament ist ein 1-prozentiges Procain. Die in den Jahren 1954-1956 große Erfolge erzielenden Arbeiten von Prof. Dr. Anna Aslan lenkten die Aufmerksamkeit der gesamten Welt auf Procain. Prof. Dr. Anna Aslan stellte in ihren Arbeiten fest, dass beim Abbau von Procain PABA (Paraaminobenzoesäure) entsteht. Sie bezeichnete diesen Stoff als Gerovital H3 und beschrieb ihn als eine vitaminähnliche Substanz. Unter Berücksichtigung der verjüngenden Eigenschaft des Abbauprodukts H3 von Procain wurden große Kliniken gegründet. Procain-Tabletten wurden als Verjüngungsmittel eingesetzt.

In der Folge wurde Procain (da darin von einem Vitamin die Rede war) in der modernen Medizin als Arzneimittel eingesetzt, doch blieb die Aufklärung seines Wirkmechanismus unvollständig.

Neuraltherapeuten wissen, dass die eigentliche Wirkung von Procain nicht von der Substanz H3 herrührt, sondern dass der tatsächliche Wirkmechanismus über das vegetative Nervensystem und die Regulation der Grundsubstanz erfolgt. Neuraltherapeuten vertreten die Auffassung, dass nicht die Anwendung literweise Procains, sondern die Anwendung von Procain in der richtigen Dosis am richtigen Ort wirksam ist.

Der Wirkmechanismus der Neuraltherapie wird sowohl durch die Repolarisation der Zelle als auch durch die Regulation auf zellulärer Ebene erklärt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei Anti-Aging-Protokollen, die mit der Komplementärmedizin erstellt werden, ohne die Neuraltherapie als einen der wichtigsten Schritte keine dauerhafte und realistische Lösung denkbar ist.

Hüseyin Nazlıkul

Odatv.com