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Ursachen von Appetitstörungen

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 21.03.2021 3 min read

Man muss keine Angst davor haben, dass Fruchtsäuren den Körper übersäuern, denn sie werden vollständig zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut. Indem das Kohlendioxid über die Atmung ausgeschieden wird, ist der Weg für die säurepuffernden Stoffe der Früchte frei.

Anzeichen einer Appetitstörung:

- Essen und Trinken bereiten der Person keine Freude.

- Die Nahrungsaufnahme ist eingeschränkt.

Die wichtigsten Ursachen von Appetitstörungen:

Appetitlosigkeit kann viele Ursachen haben. Eine häufig übersehene Ursache ist die Verstopfung der oberen Atemwege, etwa durch Erkältung, Heuschnupfen oder eine Nasenscheidewandverkrümmung. Ist der Geruchssinn beeinträchtigt, kann auch der Geschmack nicht wahrgenommen werden, was den Appetit unterdrückt.

BIOLOGISCHE UND PSYCHISCHE URSACHEN

Wenn wir krank sind, insbesondere bei Fieber, unterdrückt das Appetitzentrum in unserem Gehirn das Hungergefühl, damit unsere Kraft nicht unnötig für die Verdauung aufgewendet wird. Auch körperliche Erschöpfung mindert das Verlangen nach schweren Mahlzeiten. Der Satz „Sport macht Appetit“ gilt nur langfristig; kurzfristig steigert die Körpertemperaturerhöhung während des Sports den Durst und unterdrückt das Hungergefühl. Psychologisch betrachtet stehen Appetitstörungen häufig in Zusammenhang mit Depressionen und Ängsten; extreme Formen des Appetitmangels wie Anorexie folgen einer schwer zu durchschauenden Dynamik und müssen unbedingt von einem Fachmann (Psychiater, Psychologe, Psychoanalytiker) behandelt werden.

KINDER BRAUCHEN ABWECHSLUNG

Bei Kindern ist die häufigste Ursache für Appetitlosigkeit meist ein einseitig zusammengestellter Speiseplan. Eine einseitige Ernährung – ob mit Süßigkeiten oder mit ballaststoffreichen Lebensmitteln – wirkt sich unterdrückend auf das Appetitzentrum aus, da sich wiederholte Reize stets gleich anfühlen und die Reiz- und Genusswahrnehmung dadurch abgeschwächt wird.

ANREGUNG DES APPETITS DURCH NATÜRLICHE FARBEN

Die Farbkombination der Speisen hat einen großen Einfluss auf das Appetitzentrum im Gehirn. Während synthetische Farben den Appetit unterdrücken, regen natürliche Farben ihn an. Farbpsychologen haben herausgefunden, dass dieser Effekt insbesondere von der Farbe Orange ausgeht.

WENIGER SYNTHETISCHE FARBEN

Kinder werden häufig mit übertrieben bunten Lebensmitteln wie Süßigkeiten, Fertigeis, Ketchup und Weichkaramellen verwöhnt. All diesen Lebensmitteln ist gemeinsam, dass sie mit synthetischen Farbstoffen versetzt sind,

die den Appetit der Kinder anregen. Dies führt jedoch dazu, dass eher pastellfarbene, natürliche Lebensmittel nicht mehr bevorzugt werden. Keine rote Kirsche hat eine Chance gegen das Rot eines weichen Bärchengummis, und kein grüner Salat kann mit grünem Wackelpudding konkurrieren.

Wer möchte, dass seine Kinder Freude an gesunden Lebensmitteln haben, sollte den Konsum von grell gefärbten Fertigprodukten möglichst einschränken, um die natürliche Farbwahrnehmung der Kinder nicht zu stören. Zudem enthalten Fertigprodukte meist reichlich einfachen Zucker, der den Appetit unterdrückt.

APPETITANREGENDE GETRÄNKE

Gewürze regen den Appetit auf zweierlei Weise an: Sie steigern den Geschmack und den Genuss beim Essen.

In vielen Ländern ist es üblich, vor dem Essen ein alkoholisches Appetitgetränk zu sich zu nehmen. Campari ist besonders beliebt und wirkt aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe tatsächlich anregend auf das Appetitzentrum. Für Kinder kommt das natürlich nicht infrage.

NEHMEN SIE SICH ZEIT

Alles, was wir im Alltag tun, bereitet uns nur im Maße der Zeit Freude, die wir ihm widmen. Dasselbe gilt fürs Essen. Es ist kein Zufall, dass Appetitstörungen in Frankreich deutlich seltener vorkommen als in Deutschland, der Türkei oder den USA.

EMPFEHLUNGEN FÜR IHREN SPEISEPLAN

Weniger Süßes:

Schon unsere Großmütter untersagten uns, vor dem Essen Süßes zu essen. Und sie hatten recht! Denn die einfachen Zucker und Aromastoffe in Schokolade, Weichkaramellen und Kuchen wirken – wenn auch nur kurzfristig – unterdrückend auf unser Appetitzentrum. Noch wichtiger ist, dass diese Stoffe den Geschmackssinn langfristig abstumpfen, sodass man mit der Zeit kaum noch Verlangen nach anderen Lebensmitteln verspürt.

Weniger intensive Geschmäcker:

Auch sehr fettreiche Lebensmittel stumpfen den Geschmackssinn ab. Ertrinken die Speisen förmlich in tierischen Fetten und Soßen, gehen die feinen Nuancen der Küche verloren.

BIOSTOFFE GEGEN APPETITLOSIGKEIT

Fruchtsäuren regen die Verdauungsorgane an und bringen den Stoffwechsel in Schwung. Zusammen wirken sie appetitanregend. Fruchtsäuren kommen in allen Obstsorten vor, besonders reichlich in Äpfeln und Johannisbeeren.

- Bitterstoffe wirken verdauungsanregend und regen das Appetitzentrum im Gehirn an. Chicorée und Grapefruit enthalten diese Bitterstoffe in großer Menge.

Hüseyin Nazlıkul

Odatv.com