Vom Herzrhythmus bis zur Erschöpfung, vom Appetit bis zum Schlaf... Sagen Sie nicht einfach…
Der Mensch ist nicht nur ein denkendes Wesen.
Der Mensch ist vor allem ein fühlendes Wesen.
Und das biologische Zentrum des Fühlens ist das limbische System.
Das limbische System ist nicht nur das „Emotionszentrum“. Es ist zugleich Teil des Hauptkontrollnetzwerks, das den Herzrhythmus, das Hormonsystem, die Immunantwort, den Appetit, den Schlaf und die Stressreaktion steuert.
Das heißt, wenn das limbische System gestört ist, wird nicht nur die Gemütslage, sondern der gesamte Körper beeinflusst.
Langanhaltende Angst, unterdrückte Wut, ständige Sorge, ungelöste Traumata…
Diese erscheinen wie psychologische Themen.
Dabei sind sie zugleich eine biologische Last.
Wenn das limbische System längere Zeit in der Bedrohungswahrnehmung verbleibt, gibt es dem Gehirn folgende Anweisung:
„Reserviere die Ressourcen nicht für die Reparatur, sondern für die Verteidigung.“
Dies wiederum führt im Körper zu folgenden Folgen:
• Hohes Cortisol
• Oberflächliche Atmung
• Gestörte Darmbewegungen
• Niedrige HRV (Herzratenvariabilität)
• Erhöhte Entzündung
• Fragmentierter Schlaf
• Chronische Erschöpfung
Diesem Bild liegt heute der Grund vieler chronischer Beschwerden zugrunde.
Aus Sicht der Regulationsmedizin liegt das grundlegende Problem hier darin, dass der Organismus seine eigene innere Ordnung nicht herstellen kann.
Genau an diesem Punkt beginnt auch die eigentliche Wirkung der Meditation.
Meditation versucht nicht, Gedanken auszulöschen.
Meditation lehrt dem limbischen System eine neue Erfahrung.
Wenn Sie still sitzen und sich dem Atem zuwenden, erhält das Gehirn folgendes Signal:
„Keine Gefahr.“
Je häufiger sich dieses Signal wiederholt, desto mehr lernt das limbische System.
Die Neurowissenschaft zeigt dies deutlich:
Meditation verringert die Amygdala-Aktivität und stärkt die regulierenden Verbindungen zwischen dem präfrontalen Kortex und dem limbischen System.
Das heißt, Emotionen explodieren nicht mehr automatisch.
Sie werden besser regulierbar.
Parallel dazu wird der Vagusnerv aktiviert. Der Herzrhythmus reguliert sich. Das Verdauungssystem beruhigt sich. Das Hormongleichgewicht erholt sich.
Der Körper wechselt vom Verteidigungsmodus in den Heilungsmodus.
Deshalb ist Meditation keine „Entspannungsübung“.
Meditation ist ein Training des Nervensystems.
Und dieses Training bewirkt bei Wiederholung eine strukturelle Veränderung. Dies nennen wir Neuroplastizität.
Das heißt, Meditation verändert nicht nur diesen einen Moment, sondern auch die künftigen Reaktionen des Organismus.
Mit der Zeit stellt der Mensch Folgendes fest:
„Ich bin nicht diese Gedanken.“
„Ich bin nicht diese Gefühle.“
„Ich kann über diesen biologischen Stürmen eine Ordnung errichten.“
Dieses Bewusstsein ist nicht nur psychologisch; es ist eine biologische Freiheit.
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