Das könnte der Grund für Ihre Gewichtszunahme sein
Studien zeigen, dass zu wenig und minderwertiger Schlaf einen Risikofaktor für Adipositas darstellt. Zugrunde liegen dabei metabolische und hormonelle Veränderungen wie ein Rückgang des appetitzügelnden Hormons Leptin, eine verminderte Glukosetoleranz und Insulinsensitivität sowie ein Anstieg der Hormone Cortisol und Ghrelin (appetitsteigernd).
Es gibt zudem Hinweise darauf, dass schlechter Schlaf ein günstiges Umfeld für die Aktivierung von Genen schafft, die Adipositas begünstigen. Kurz gesagt: Wenn Sie zu wenig schlafen, sind Sie ein Kandidat für Übergewicht!
Sowohl in der Dauer als auch in der Qualität unzureichender Schlaf ist ein Risikofaktor für die Entwicklung von Adipositas und Typ-II-Diabetes. Deshalb wird ein guter Nachtschlaf zusammen mit anderen gesundheitlichen Maßnahmen als wesentlicher Bestandteil der Vorbeugung und Behandlung von Adipositas und Typ-II-Diabetes betrachtet.
SIE MÜSSEN MINDESTENS 6 STUNDEN SCHLAFEN!
Die für ein gesundes Leben benötigte Schlafdauer variiert je nach Alter, Jahreszeit, Wohnregion, ausgeübter Tätigkeit und individuellen Faktoren einschließlich genetischer Einflüsse von Mensch zu Mensch. Der durchschnittliche Schlafbedarf liegt zwar zwischen 5 und 10 Stunden täglich, doch ein erwachsener Mensch sollte täglich 6 bis 8 Stunden schlafen. Wenn jedoch von Kurzschläfern die Rede ist, sollten diejenigen, die unter der Woche 6 Stunden schlafen und am Wochenende ihre Schlafdauer auf 8 bis 10 Stunden verlängern, um ihr Schlafdefizit auszugleichen, von der Betrachtung ausgenommen werden.
Es ist durchaus möglich, dass sich eine Person, die weniger Stunden schläft, zufriedener und ausgeruhter fühlt als jemand, der mehr schläft. Bekannte Persönlichkeiten wie Napoleon und Churchill etwa sind dafür bekannt, mit wenig Schlaf ausgekommen zu sein, und diese Eigenschaft wird in den Medien häufig thematisiert. Der entscheidende Punkt hierbei ist eher die Qualität als die Dauer des Schlafs.
Tatsächlich wurde beobachtet, dass gestresste und belastete Menschen mehr schlafen, während Menschen, die das Leben positiv sehen, optimistisch, fröhlich und mit sich selbst im Reinen sind, mit weniger Schlaf auskommen. Während in der Türkei nur 10 % der Bevölkerung mit weniger als 6 Stunden Schlaf leben, kommen in Deutschland 15 % der Bevölkerung mit weniger als 6 Stunden Schlaf aus.
EINSCHLAFDAUER UND SCHLAFKONTINUITÄT SIND WICHTIG!
Während manche Menschen einschlafen, sobald ihr Kopf das Kissen berührt, beginnen andere in dem Moment, in dem sie den Kopf aufs Kissen legen, über das Erlebte des Tages und die Probleme nachzudenken, die sie am nächsten Tag erwarten, und können erst nach quälenden Stunden und mit Mühe einschlafen. Die Länge der Zeit, die zum Einschlafen benötigt wird, sowie das dabei empfundene Unbehagen gehören zu den wichtigsten Faktoren, die einen erholsamen Schlaf beeinflussen. Ein zweiter Faktor, der dafür sorgt, dass wir ausgeruht aufwachen, ist die Anzahl der nächtlichen Aufwachphasen. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die nachts kurze oder lange Wachphasen erleben, mit einem in seiner Kontinuität gestörten, sogenannten „fragmentierten“ Schlaf vorliebnehmen müssen. In solchen Fällen kann niemals ein zufriedenstellender Schlaf erreicht werden. Die Daten zur Einschlafdauer und zur Schlafkontinuität stehen im Zusammenhang mit der Zufriedenheit mit dem Schlaf. Kriterien, die belegen könnten, dass wir gut geschlafen haben, wurden jedoch bislang noch nicht festgelegt.
AUCH DIE MÜDIGKEIT NACH DEM ESSEN HAT EINE ERKLÄRUNG!
Mit dem Essen gelangen große Mengen an körperfremdem Eiweiß, Pilzen und Keimen in Magen und Darm. Genau in einer solchen Situation ist es von Vorteil, ein kurzes Mittagsschläfchen zu halten, um unser Abwehrsystem zu schützen. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass Zellerneuerung und hormonelle Reaktionen nur nachts stattfinden. Der Mittagsschlaf ist also kein Schönheitsschlaf, sondern eine Art der Verteidigung! Der eigentliche Schönheitsschlaf ist der nächtliche Schlaf. Denn das von unserem Gehirn ausgeschüttete Hormon Melatonin wird erst produziert, nachdem es dunkel geworden ist und wenn unsere Augen keinem Licht ausgesetzt sind. Dieses Hormon leitet den Erneuerungsprozess der Haut ein.
Für weitere Informationen zu diesem und ähnlichen Themen können Sie mein Buch „Die magische Kraft des Schlafs“ zurate ziehen.