Metabolisches Syndrom
Wenn zur Adipositas weitere Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und Blutzuckerspiegel hinzukommen, verkalken die Blutgefäße schneller, und Schlaganfälle sowie Herzinfarkte treten häufiger auf. Eine solche Kombination unterschiedlicher Risikofaktoren wird als „metabolisches Syndrom“ bezeichnet.
Das metabolische Syndrom wird diagnostiziert, wenn folgende Risikofaktoren vorliegen:
- Taillenumfang von über 88 cm bei Frauen und über 102 cm bei Männern
- Nüchtern-Triglyceridwerte über 150 mg/dl
- HDL, das „gute“ Cholesterin im Körper, unter 35 mg/dl bei Männern und unter 45 mg/dl bei Frauen
- Blutdruck über 135/85 mm Hg
- Nüchternblutzucker über 100 mg/dl
Liegen drei der fünf aufgeführten Faktoren vor, kann die Diagnose sicher gestellt werden. Je mehr Risikofaktoren vorhanden sind, desto schlechter ist der Blutkreislauf. Denn diese Stoffwechselerkrankungen häufen sich nicht nur, sie potenzieren sich auch gegenseitig. Mit jedem zusätzlichen Risikofaktor wie Rauchen, Alkohol oder genetischer Veranlagung steigt das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erheblich an. Diese vielen Faktoren können wir jedoch selbst positiv beeinflussen.
WARUM SOLLTEN WIR AUF UNSEREN KÖRPER ACHTEN
Einer der wichtigsten Faktoren für die Entstehung von Krankheiten ist neben einer bestimmten genetischen Veranlagung ein zu hohes Körpergewicht. In der türkischen Gesellschaft gibt es bereits viele übergewichtige Menschen, und Übergewicht nimmt von Tag zu Tag weiter zu – und beginnt bereits im Kindesalter. Übergewicht ist nicht nur ein kosmetisches Problem oder eine psychische Belastung, sondern stellt auch eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit dar.
Schon wenige überzählige Kilogramm belasten Wirbelsäule und Gelenke. Bestehende Herz- und Lungenerkrankungen verschlechtern sich. Es kommt zu Atemnot.
WAS KANN ICH SELBST TUN
Die grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung sind Veränderungen unseres Lebensstils, also unserer Essgewohnheiten sowie unserer Bewegungs- und Sportaktivitäten. Die alleinige Einnahme von Medikamenten reicht keineswegs aus.
Viele Menschen schätzen sich selbst gerade in Bezug auf Bewegung falsch ein. Wer im Garten und zu Hause arbeitet, mit den Enkelkindern spielt oder zu Hause immer wieder Treppen steigt, hat grundsätzlich einen aktiven Lebensstil; dies hat jedoch nahezu keine positive Auswirkung auf unseren Stoffwechsel oder unsere bestehenden Risikofaktoren.
Da körperliche Betätigung den Blutzuckerspiegel senkt und die Insulinempfindlichkeit des Körpers erhöht, können Sie das metabolische Syndrom durch körperliche Aktivität positiv beeinflussen. Zusätzlich reguliert Bewegung Ihr Körpergewicht, ordnet das Herz-Kreislauf-System und beugt Durchblutungsstörungen vor.
Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren (möglichst auf dem Heimtrainer, zu jeder Tageszeit), Spazierengehen, Nordic Walking und Inlineskaten sind ideal, um Gewicht zu verlieren und unseren Stoffwechsel in Schwung zu bringen. Natürlich sollten solche Übungen regelmäßig durchgeführt und schrittweise gesteigert werden. Zwischen den Trainingseinheiten sollten nicht mehr als 48 Stunden liegen, andernfalls geht die positive Wirkung auf Gewicht und Stoffwechsel wieder verloren. Das heißt, wir sollten nicht nur am Wochenende, sondern auch unter der Woche Sport treiben. Zusätzlich helfen auch Muskeltraining oder Krafttraining beim Abnehmen. Der Aufbau unserer Muskulatur sorgt dafür, dass wir auch in Ruhe Kalorien verbrennen.
Weitere Informationen zu diesem und ähnlichen Themen finden Sie in meinem Buch „Antientzündlicher Ernährungsratgeber“.