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Wie erkrankt der Magen

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 13.10.2019 3 min read
Gastritis ist eine Erkrankung, die durch eine Entzündung der Schleimhaut an der Innenseite des Magens entsteht. Sie wird auch Magenschleimhautentzündung oder Magenkatarrh genannt...

Gastritis ist eine Erkrankung, die durch eine Entzündung der Schleimhaut an der Innenseite des Magens entsteht. Sie wird auch Magenschleimhautentzündung oder Magenkatarrh genannt.

Begünstigende Ursachen: Schwere Mahlzeiten, sehr trockene oder harte Speisen, Teigwaren, Süßigkeiten, scharfe und stark gewürzte Speisen, Alkohol, übermäßiger Tee- und Kaffeekonsum, Rauchen, unregelmäßige Essenszeiten, hastiges Essen ohne gründliches Kauen, übermäßiger Medikamentenkonsum, fieberhafte Erkrankungen, Leber- oder Gallenblasenerkrankungen, Herzerkrankungen oder Rheuma.
Vor Beginn der Behandlung muss die Ursache der Erkrankung ermittelt werden.

Symptome: Es treten Magenschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, plötzliches Fieber, Schwindel, ein weißer Belag auf der Zunge und Müdigkeit auf. Auch beim Druck auf den Magen wird Schmerz empfunden. Diese Symptome nehmen besonders in den Frühlings- und Herbstmonaten zu.

Behandlung: Diät und Ruhe sind unerlässlich. Die die Krankheit verursachenden Faktoren werden beseitigt. Es werden leichte Speisen gegessen. Medikamente wie Aspirin werden nicht eingenommen. Die Mahlzeiten werden langsam und mit gründlichem Kauen eingenommen.

Mit dieser Zusammenfassung möchten wir Ihnen helfen, die grundlegenden Zusammenhänge Ihrer eigenen Beschwerden besser zu verstehen und die möglicherweise auftretenden Symptome zu lindern. Diese kurze Einführung über die Aufgaben des Magens soll Ihnen erklären, warum eine geeignete Ernährung von Nutzen ist. Die praktischen Empfehlungen und Anpassungen, die Sie hier finden, werden Ihren Alltag erleichtern.

DER MAGEN – EIN VERDAUUNGSORGAN

Nachdem die Nahrung im Mund durch die Zähne mechanisch zerkleinert und mit Speichel eingeweicht wurde, laufen im Magen verschiedene Vorgänge ab. Hier wird das Essen weiter durchmischt, die Eiweißverdauung beginnt, und schließlich wird der so entstandene Nahrungsbrei weitergeschoben und in den Darm überführt. Die Drüsen des Magens produzieren täglich durchschnittlich etwa 1,5 Liter Magensaft, der aus Wasser, Salzsäure, eiweißspaltenden Enzymen und grobem Schleim besteht. Dank der Magensäure werden mit der Nahrung aufgenommene Mikroben teilweise abgetötet.

Zudem produziert die Magenschleimhaut einen weiteren Stoff, den sogenannten intrinsischen Faktor, der notwendig ist, um Vitamin B12 aus der Nahrung aufnehmen zu können. Vitamin B12 ist ein Vitamin, das auch bei der Blutbildung wichtige Aufgaben übernimmt.

Magensaft wird bei Bedarf abgesondert. Die Produktion und Absonderung des Magensafts wird über Geschmacks- und Geruchssinn, das vegetative Nervensystem und Hormone gesteuert. Aufregung, Stress und Ärger wirken sich auf den Magen aus. Redewendungen wie „auf den Magen schlagen“ kommen nicht von ungefähr. Der Magen ist ein empfindlicher und vielseitiger „Verdauungsvorprozessor“. Wenn die Funktionen des Magens eingeschränkt sind, erhöht sich die Belastung der nachfolgend eingeschalteten Verdauungsorgane, da diese nicht sämtliche Aufgaben des Magens übernehmen können.

WIE ERKRANKT DER MAGEN?

Die Innenfläche des Magens ist mit einer schützenden Schleimhautschicht bedeckt, die verhindert, dass sich dieses Organ selbst verdaut. Faktoren, die ständig störend wirken und zu einer erhöhten Salzsäureproduktion führen, können die Schleimhautschicht schädigen. Auf diese Phase folgt eine akute Entzündung bzw., wenn die Ursachen nicht beseitigt werden, eine chronische Entzündung. Eine akute Entzündung der Magenschleimhaut kann durch verdorbene Nahrungsmittel, verschiedene Medikamente (etwa salicylsäurehaltige Schmerzmittel wie Aspirin oder Kortison), Alkohol oder infolge anderer Erkrankungen oder Verletzungen entstehen. Die Magenschleimhautentzündung äußert sich durch ein diffuses Unwohlsein im Oberbauch oder durch Übelkeit und Erbrechen.

Wenn bestimmte Medikamente langfristig eingenommen werden müssen und weitere Faktoren wie Stress, Rauchen, falsche Ernährung oder andere Einflüsse hinzukommen, kann die Entzündung chronisch werden. Infolgedessen schrumpft die Magenschleimhaut so stark, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen kann.

Die Entzündung der Magenschleimhaut kann auch auf das Bakterium Helicobacter pylori zurückzuführen sein. Diese Mikrobe kann auf vielen Nahrungsmitteln vorkommen. Helicobacter pylori, das akut auftritt und als „unerwartetes Reiseandenken“ bezeichnet wird, ist nicht nur resistent gegen das saure Milieu des Magens, sondern setzt die Magenschleimhaut auch dauerhaft einer Reizung aus, indem es die Säureproduktion des Magens kontinuierlich stimuliert. Auch bei der Entstehung des Magengeschwürs, das noch andere Ursachen hat, spielt dieses Bakterium eine Rolle.

Für umfassendere Informationen zur Verdauung empfehle ich Ihnen, in meinen Büchern „Hayatı Keşfet, Detoksu Keşfet, Duygusal Beyin Bağırsak, Güzel Mutlu Sağlıklı und 100 Yıl Yaşamak Mümkün“ nachzuschlagen.

In meinem nächsten Artikel werde ich auf das Thema „Die richtige Ernährung bei Gastritis“ eingehen.

Hüseyin Nazlıkul

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