Lernen Sie nicht, mit der Migräne zu leben
Migräne ist eine Art von Kopfschmerz, der in Anfällen (Episoden) auftritt. Die Anfälle können zwischen 4 und 72 Stunden dauern. Zwischen den Anfällen fühlt sich die Person völlig normal, ist jedoch von der Sorge vor dem nächsten Anfall begleitet. Bei Migräne können neben dem Kopfschmerz auch Symptome wie Übelkeit, Erbrechen sowie übermäßige Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen auftreten.
Migräne ist kein einfacher Kopfschmerz; sie beeinträchtigt die alltäglichen Aktivitäten der Person, mindert die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen und geht mit weiteren Symptomen einher.
Obwohl es Fortschritte in der medikamentösen Behandlung gibt, bleiben die heute angewendeten medikamentösen Therapien nach wie vor auf symptomatischer Ebene. Das Ziel dieser Behandlungen besteht eher darin, die Schmerzen zu lindern, als die eigentliche Ursache der Migräne zu beseitigen. Diese Situation führt zu dem irrigen Glauben, man müsse lernen, mit der Migräne zu leben. Migräne ist heutzutage jedoch eine behandelbare Erkrankung.
Entstehungsursachen der Migräne:
Man geht davon aus, dass Migräne durch Veränderungen der Blutgefäße im Gehirn und der Neurotransmitter entsteht, doch die Forschung zu diesen Veränderungen ist noch nicht abgeschlossen. Manche Menschen sind anfälliger für Migräne. Es gibt wissenschaftliche Belege für eine genetische Veranlagung bei Migräne. So tritt Migräne beispielsweise bei eineiigen Zwillingen häufiger auf als bei zweieiigen Zwillingen. Bei empfindlichen Personen wurden bestimmte Faktoren festgestellt, die Migräneanfälle auslösen. Bei migräneanfälligen Personen besteht ein bestimmter Schwellenwert. Ein einzelner Auslösefaktor allein löst möglicherweise noch keinen Migräneanfall aus, doch wenn zwei oder drei Faktoren zusammenkommen, können sie den Anfall auslösen. Wenn beispielsweise eine an Migräne leidende Person eine Mahlzeit auslässt, beginnt der Anfall möglicherweise nicht; lässt dieselbe Person jedoch nach einem langen und stressigen Flug eine Mahlzeit aus (Hunger + Stress + Klimaveränderung), können diese drei Faktoren zusammen den Migräneanfall auslösen.
AUSLÖSENDE FAKTOREN BEI MIGRÄNE
Die auslösenden Faktoren variieren von Person zu Person, die häufigsten sind im Folgenden aufgeführt:
Diätetische, hormonelle oder systemische Faktoren:
-Schokolade, Zitrusfrüchte, Käse, Nitrite/Nitrate, Natriumglutamat
-Alkohol, besonders Rotwein
-Übermäßiger Koffeinkonsum oder Koffeinentzug
-Menstruation
-Bluthochdruck
-Antibabypillen
-Zahnschmerzen oder regionale Kopfschmerzen (z. B. mit den Augen, Nebenhöhlen oder dem Nacken zusammenhängende Schmerzen)
Emotionaler Stress:
-Sorge
-Übermäßige Traurigkeit oder übermäßige Freude
-Depression
-Schock
-Nachlassen von übermäßiger Aufregung und Stress
Körperlicher Stress:
-Reisen
-Übermäßiger Sport
-Körperliche oder geistige Erschöpfung
-Sich nach vorne beugen (z. B. bei Gartenarbeit)
-Gewichte heben
-Veränderung der gewohnten Lebensweise (z. B. Schichtarbeit oder Urlaub)
-Zu viel oder zu wenig Schlaf
-Allergie
-Sexuelle Erregung
-Rauchen
-Hunger
Äußere Reize:
-Klimaveränderung
-Große Höhe
-Sehr heißes Duschen
-Intensive Gerüche (wie Parfum)
-Grelles, blendendes Licht
-Langes Fernsehen und die Einwirkung lauter Geräusche
In meinem nächsten Artikel werde ich auf das Thema „Migränetypen und Behandlung mit Neuraltherapie“ eingehen.