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Die Swank-Diät bei MS

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 04.06.2023 3 min read

Mit der „Swank-Diät“ kann die Anzahl der Schübe verringert werden…

In den 1950er Jahren entwickelte Dr. Roy Swank eine spezielle Ernährungsweise besonders für Menschen mit Multipler Sklerose und nannte diese Diät „Swank-Diät“. Sie wurde entwickelt, um die Anzahl der Schübe zu verringern und die typischen MS-Symptome zu lindern.

Die Regeln der Swank-Diät:

  1. -Verarbeitete Lebensmittel (abgepackte Produkte) mit gesättigten und gehärteten Fetten sind nicht erlaubt. Der Anteil an gesättigten Fetten in der Ernährung darf 15 g pro Tag nicht überschreiten (Fleisch, Wurst, Milchprodukte, tierisches Fett in abgepackten Produkten).
  2. -Ungesättigte Fette können in einer Menge von 20 bis 50 g pro Tag aufgenommen werden (Olivenöl, Hanföl, Haselnüsse, Samen).
  3. -Obst und Gemüse sind ohne Einschränkung erlaubt.
  4. -Von Brot, Reis und Nudeln sollten nur die Vollkornvarianten verzehrt werden.

-Im ersten Jahr ist rotes Fleisch verboten. Nach dem ersten Jahr können Sie, wenn Sie möchten, einmal pro Woche etwa 90 g fettarmes rotes Fleisch essen.

-Geflügelfleisch (ohne Haut) und Fisch sind erlaubt. Sie sollten nicht mehr als 50 g fettreichen Fisch pro Tag essen.

-Milchprodukte dürfen nur verzehrt werden, wenn sie 1 % oder weniger Fett enthalten.

-Das Eiweiß von Eiern darf gegessen werden, das Eigelb jedoch nicht.

-Täglich sollte 1 Teelöffel Lebertran oder in Kapselform sowie zusätzlich ein Multivitamin- und ein Multimineralpräparat eingenommen werden.

-Haselnüsse und Nüsse sollten als Snack gegessen werden. Sie sind gute Quellen für natürliche Fette und liefern reichlich Energie.

-Koffein- und alkoholhaltige Getränke sollten nur in sehr geringen Mengen konsumiert werden.

Je weniger gesättigtes Fett verzehrt wird, desto langsamer schreitet die Krankheit voran

Dr. Swank veröffentlichte 1990 (im Lancet) eine Studie und begleitete 34 Jahre lang 144 Menschen mit MS. Sie zeigte, dass bei Personen, die weniger als 20 g gesättigtes Fett pro Tag verzehrten, die Krankheit nicht so schnell fortschritt wie bei jenen, die in ihrer Ernährung hohe Mengen an gesättigtem Fett zu sich nahmen. Swank stellte fest, dass der Verzehr von 8 g gesättigtem Fett pro Tag (1 Hamburger oder 60 g Kaschkavalkäse) das Risiko von MS beziehungsweise eines Krankheitsrückfalls erheblich erhöht.

Gesättigte Fette finden sich besonders in Fleisch, Wurst, Butter, Palmöl und Kokosöl. Auch Streichfette können reich an gesättigten Fetten sein. Hier ist es wichtig, die Zutatenliste zu prüfen und die Nährwertangaben zu kontrollieren. Natürlich enthalten auch Fertigprodukte verstecktes gesättigtes Fett. Da Sie jedoch als Teil einer gesunden Ernährung Fertigprodukte meiden werden, wird diese Fettquelle in der Regel ohnehin wegfallen.

Je mehr Transfette in der Ernährung enthalten sind, desto stärker sind die entzündlichen Prozesse im Darm

Auch Quellen von Transfetten sollten gemieden werden. Dies sind ungesättigte Fettsäuren, die durch industrielle Prozesse oder starke Erhitzung entstehen. Sie sind ebenso schädlich wie tierische gesättigte Fette, erhöhen den Cholesterinspiegel und fördern die Bildung von Bauchfett sowie die Gewichtszunahme.

Zudem gilt: Je mehr Transfette in der Ernährung enthalten sind, desto stärker sind die entzündlichen Prozesse im Darm. Zudem hemmen Transfette die Verwertung und den Stoffwechsel der natürlichen ungesättigten Fettsäuren, die sehr gesund sein können. Transfette finden sich vor allem in Backwaren (Süßigkeiten, Berliner, Croissants, Gebäck usw.), frittierten Lebensmitteln, manchen Margarinesorten und vielen industriell hergestellten, abgepackten Produkten mit gehärtetem Fett.

Gesunde Fette hingegen sind Bestandteile der Myelinscheide (der Schützhülle der bei MS geschädigten Nerven) und anderer Gewebe des zentralen Nervensystems und können daher zur Regeneration nach MS-Schüben beitragen. Dazu gehören einfach ungesättigte Fettsäuren, die in bestimmten Pflanzenölen, Samen, Nüssen und Fisch enthalten sind (Olivenöl, Rapsöl, Avocado und Haselnüsse), sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren (insbesondere Omega-3-Fettsäuren).

Um mehr über dieses und ähnliche Themen zu erfahren, können Sie mein Buch „Antientzündlicher Ernährungsratgeber“ nutzen.

Hüseyin Nazlıkul

Odatv.com