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FAQ

Was ist Neuraltherapie?

10.10.2023

Was ist Neuraltherapie?

In einem gesunden Menschen fließt Energie frei durch den Körper. Verletzungen, Erkrankungen, Fehlernährung, Stress und selbst alte Narben können diesen freien Fluss stören und sogenannte „Störfelder" — lokale Energiestörungen — entstehen lassen. Deutsche Forscher haben festgestellt, dass etwa 40 % der chronischen Schmerzen auf solche Störfelder im Körper zurückzuführen sind.

Ziel der Neuraltherapie ist es, diese Störung zu beheben und die Erkrankung oder das Symptom an der Quelle zu behandeln, indem auf das Nervensystem eingewirkt wird. Das vegetative (autonome) Nervensystem bildet ein weitreichendes elektrisches Netzwerk im Körper — als Netzwerk erstreckt es sich über rund 500.000 km. Dieses System steuert die Funktion innerer Organe wie Herz, Lunge und Verdauungssystem sowie unsere Hormone, Körpertemperatur, den Stoffwechsel und unsere Emotionen — kurz: Es ist das unwillkürlich arbeitende Nervensystem, das das innere Gleichgewicht des Körpers aufrechterhält und das Leben ermöglicht. Störungen in diesem Netzwerk liegen vielen Erkrankungen zugrunde; da die Neuraltherapie diese Störungen behebt, bietet sie bei einem breiten Spektrum von Beschwerden eine wirksame Behandlungsoption.

Die Neuraltherapie ist die Behandlung von Schmerzen und Organfunktionsstörungen mithilfe eines 1%igen Lokalanästhetikums (in der Regel Procain oder Lidocain).

Bei welchen Beschwerden wird Neuraltherapie eingesetzt?

Neuraltherapie wird am häufigsten zur Behandlung chronischer Schmerzen eingesetzt, ihr Anwendungsbereich ist jedoch deutlich breiter:

  • Migräne und Spannungskopfschmerzen
  • Allergien und Heuschnupfen
  • Asthma
  • Gelenkverschleiß und rheumatische Erkrankungen
  • Hormonelle Störungen
  • Sport- und Muskelverletzungen
  • Erkrankungen der Gallenblase, des Herzens und der Leber
  • Schwindel
  • Menstruationsschmerzen und -krämpfe
  • Haut- und Durchblutungsprobleme

Die Eignung wird individuell beurteilt; für eine genaue Diagnose und einen Behandlungsplan ist eine ärztliche Beratung unerlässlich.

Wie wird die Neuraltherapie angewendet?

Bei einer Neuraltherapie-Sitzung erhebt der Arzt zunächst eine ausführliche Anamnese — nicht nur zu den aktuellen Beschwerden, sondern auch zu früheren Operationen, Unfällen, Zahnbehandlungen und alten Verletzungen. Denn diese Ereignisse können mit der Zeit zu einem Störfeld werden und selbst Jahre später Beschwerden auslösen.

Nach der Beurteilung wird ein 1%iges Lokalanästhetikum (meist Procain) in kleinen Mengen an den betreffenden Stellen injiziert — etwa an Triggerpunkten, Ganglien, Narbengewebe oder relevanten Nervenstrukturen. Eine Injektion dauert nur wenige Sekunden, eine Sitzung in der Regel 15-30 Minuten.

Die Behandlung wird meist als kurze Serie mehrerer Sitzungen geplant; Anzahl und Häufigkeit legt der Arzt je nach Art und Dauer der Beschwerden sowie dem Ansprechen des Patienten fest.

Kurze Geschichte der Neuraltherapie

Die Grundlagen der Neuraltherapie gehen auf die Arbeiten der deutschen Ärzte Ferdinand und Walter Huneke in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück und entwickelten sich mit der Zeit zu einem etablierten Verfahren der Regulationsmedizin in ganz Europa. In die Türkei wurde sie unter der Leitung von Prof. Dr. Hüseyin Nazlıkul eingeführt; Ausbildung und Anwendungsstandards werden seither über die 2004 gegründete Wissenschaftliche Gesellschaft für Neuraltherapie und Regulation (BNR) im Rahmen der IFMANT (Internationale Föderation der Ärzteverbände für Neuraltherapie) aufrechterhalten.

Worin unterscheidet sich die Neuraltherapie von Akupunktur oder Trockennadelung?

Die Neuraltherapie sollte nicht mit anderen nadelbasierten Behandlungen verwechselt werden, die manche Ärzte anwenden (Trockennadelung, Akupunktur usw.). Es gibt zwar Gemeinsamkeiten und gewisse Ähnlichkeiten im Wirkmechanismus, doch die Neuraltherapie beruht auf einem anderen biophysikalischen Prinzip und zielt auf eine dauerhafte Regulation im Körper ab.

Häufig gestellte Fragen zur Neuraltherapie

Hat die Neuraltherapie Nebenwirkungen?

Da es sich bei der Neuraltherapie um ein Regulationsverfahren handelt, treten keine ernsthaften Nebenwirkungen auf; eine allergische Reaktion auf die verwendeten Lokalanästhetika (Procain, Lidocain) ist selten. Deshalb sollte die Behandlung stets von einem erfahrenen Arzt durchgeführt werden.

Übernimmt die Krankenversicherung die Kosten der Neuraltherapie, und wie hoch sind sie?

Die Kosten variieren je nach Injektionsstelle und -tiefe, eine Neuraltherapie-Sitzung kostet derzeit jedoch etwa 5.000-12.000 TRY. In der Türkei übernehmen private und staatliche Krankenversicherungen die Kosten der Neuraltherapie in der Regel nicht. Aktuelle Preisinformationen erhalten Sie über unsere Kontaktseite.

Ist Neuraltherapie dasselbe wie Akupunktur?

Nein. Trotz gewisser Gemeinsamkeiten beruht die Neuraltherapie auf einem anderen biophysikalischen Prinzip und sollte nicht mit Trockennadelung, Akupunktur oder ähnlichen nadelbasierten Behandlungen verwechselt werden.