Achtung bei Omega-3-Fettsäuren
Die Studienlage zu Omega-3-Fettsäuren und Nahrungsergänzung ist nicht eindeutig. Eine Verringerung von Entzündungen ist möglich, indem man die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren erhöht und gleichzeitig die Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren (Wurst, Fleisch, Sonnenblumenöl, Distelöl, Maisöl, Sojaöl usw.) reduziert.
Eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigte, dass stets langkettige Omega-3-Fettsäuren (enthalten in Fisch- oder Algenölen) vorhanden sein sollten und dass diese das MS-Risiko sogar nur dann verringern können, wenn sie mindestens 12 Monate lang eingenommen werden. Kurzkettige Omega-3-Fettsäuren wie aus Leinsamenöl oder Chiasamen zeigen dagegen keine vergleichbar positive Wirkung. Langkettige Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) besitzen entzündungshemmende, gerinnungshemmende und immunregulierende Wirkungen. Insbesondere bei gesunden Menschen weist das Gehirn höhere DHA-Spiegel auf, während diese Spiegel bei MS-Patienten kontinuierlich sinken.
Insulin verstärkt zudem die Bildung dieser entzündungsauslösenden Botenstoffe. Blutzuckerschwankungen, die durch zucker- und weißmehlreiche Lebensmittel verursacht werden, sollten vermieden werden. Diese Lebensmittel führen besonders nach dem Essen zu Entzündungen.
Omega-3-Fettsäuren verhindern postprandiale (nach dem Essen auftretende) Entzündungen
Je nach Art der Nahrung entstehen nach dem Essen mehr oder weniger ausgeprägter oxidativer Stress und entzündliche Reaktionen. Dies wird als „postprandiale Entzündung“ bezeichnet.
Die beschriebenen Essgewohnheiten (zu viel Fett, zu viele tierische Produkte, zu viel Salz, zu viel Zucker, hohe glykämische Last und in der Regel eine sehr kalorienreiche Ernährung) verstärken diese Reaktionen. Die glykämische Last gibt an, wie stark ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Je höher die glykämische Last, desto ungesunder gilt das Lebensmittel.
Postprandiale Entzündung wird durch Omega-3-Fettsäuren, eine kalorienarme Ernährung, Bewegung sowie durch Vitalstoffe und antioxidativ wirkende Pflanzen gehemmt.
Fleisch und Milchprodukte führen bei Multipler Sklerose zu Aktivierung
Auch rotes Fleisch und Milchprodukte können über verschiedene Mechanismen Entzündungen beschleunigen oder Prozesse auslösen, die zu einer Verschlimmerung der MS führen.
Ein hoher Eisengehalt fördert bei MS-Patienten Entzündungen. Der Verzehr von rotem Fleisch führt zu höheren Entzündungswerten. Vermutlich lösen die darin enthaltene Arachidonsäure und das Eisen die Entzündung aus.
Milchprodukte enthalten bestimmte Proteine und Fette, die bei MS eine ursächliche Rolle spielen könnten. Dies führt dazu, dass die Myelinscheide bei MS von Antikörpern des Immunsystems angegriffen wird, wodurch die nervenschützende Schicht zerstört wird.
Eine salzreiche Ernährung verstärkt bei Multipler Sklerose die Entzündung
Verschiedene Studien berichten, dass eine salzreiche Ernährung die entzündlichen Prozesse im Nervensystem beschleunigen und gleichzeitig die Funktionen eines gesunden Immunsystems beeinträchtigen kann. Käse, Wurst, Cracker, Chips, Fertigsuppen oder Brote mit hohem Salzgehalt sollten in der Ernährung nicht vorkommen.
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