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Osteoarthrose und richtige Ernährung

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 09.07.2023 4 min read

Osteoarthrose (OA) ist eine degenerative (schädigende) Gelenkerkrankung, die hauptsächlich den Gelenkknorpel, aber auch die Bänder und den darunterliegenden Knochen betrifft. Die Schädigung dieser Strukturen führt mit der Zeit zu Schmerzen und einer Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit. Während Osteoarthrose früher als natürliche Folge des Alterns angesehen wurde, ist heute bekannt, dass sie durch das Zusammenwirken vieler Faktoren wie Gelenkstruktur, Genetik, mechanische Kräfte und andere Schädigungen der Kniebänder entsteht.

Häufigkeit und Risikofaktoren: Osteoarthrose ist die am häufigsten auftretende Gelenkerkrankung. In Entwicklungsländern ist sie die häufigste Ursache für Behinderung. Osteoarthrose, die vor allem in Knie- und Handgelenken auftritt, ist bei Frauen häufiger und stärker ausgeprägt. Schmerzende Gelenke reagieren meist empfindlich auf Wetterbedingungen.

  • Personen über 60 Jahre
  • Personen mit Übergewicht
  • Personen mit vorangegangener Gelenkerkrankung
  • Personen, die Verletzungen mit Gelenkbeteiligung erlitten haben
  • Personen, bei denen ein chirurgischer Eingriff am Gelenk vorgenommen wurde
  • Personen mit angeborenen Gelenkerkrankungen
  • Personen, die ihre Gelenke beruflich übermäßig und über lange Zeit belasten

Einige der häufigsten Symptome der Osteoarthrose: Schmerzen, Steifheits- oder Härtegefühl, Geräusche aus dem Gelenk, Schwellung und Fehlstellung

Adipositas belastet die Gelenke: Wenn Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten, versorgen Sie Ihren Körper nicht nur mit wertvollen Nährstoffen, sondern beugen auch Adipositas vor. Dadurch werden Belastung und Stress auf die Gelenke reduziert. Bei Arthrose sollte der Stoffwechsel beschleunigt und das Körpergewicht reduziert werden.

Die Gelenke benötigen regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung wirkt nicht nur den Fettzellen entgegen, sondern fördert auch die Durchblutung. Dadurch werden den Gelenken wichtige Nährstoffe und Sauerstoff zugeführt.

Der Patient sollte gemeinsam mit seinem Arzt festlegen, welche Art von Bewegung und welche Trainingsintensität für ihn am besten geeignet ist.

Wie sollte eine gesunde Diät bei Osteoarthrose aussehen?

Das übermäßige Körpergewicht, das die Gelenke belastet, sollte durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung reduziert werden, die auf ungesunde Lebensmittel verzichtet und die notwendigen Nährstoffe liefert.

Eine gesunde Diät verhindert die Ansammlung von Fettzellen. Fettzellen produzieren ständig Stoffe, die schädliche Wirkungen auf die Gelenke haben und Entzündungen verschärfen.

Deshalb wird zum Schutz vor Erkrankungen eine entzündungshemmende Diät empfohlen:

  • Ernähren Sie sich überwiegend gemüsebasiert.
  • Da tierische Lebensmittel die entzündungsauslösende Arachidonsäure enthalten, schränken Sie diese Lebensmittel ein.
  • Ernähren Sie sich überwiegend glutenfrei, um die Darmflora zu regulieren und Entzündungen vorzubeugen.
  • Eine erhöhte Körperübersäuerung kann Gelenkschmerzen verursachen. Alkohol, Weißmehl, raffinierter Zucker und ungesunde Fette erhöhen die Übersäuerung. Meiden Sie diese Lebensmittel.
  • Fügen Sie Ihrer Ernährung entzündungshemmende Lebensmittel mit antioxidativen Eigenschaften wie Brombeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Rote Bete, Kohl, Brokkoli und Spinat hinzu.

Rauchen und Alkohol lösen Entzündungen aus: Rauchen und Alkohol beeinträchtigen die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung und wirken entzündungsfördernd.

Vermeiden Sie rotes Fleisch: Beim Fleischverzehr sollten Sie vorsichtig sein. Rotes Fleisch verstärkt Entzündungen im Körper und verschlimmert daher die Symptome der Osteoarthrose. Geflügel und Fisch hingegen werden von Osteoarthrose-Patienten besser vertragen. Daher ist deren Verzehr geeigneter.

Reduzieren Sie Eier und Milchprodukte: Osteoarthrose-Patienten beobachten nach dem Verzehr von Eiern häufig eine Verschlechterung der Symptome. Lebensmittel wie Weißmehl, Zucker, Milch, Käse und Milchprodukte wirken sich negativ auf die Erkrankung aus. Milchprodukte sollten, insbesondere wegen ihres Gehalts an Arachidonsäure, nur selten auf dem Speiseplan stehen.

Viel Wasser trinken beschleunigt den Stoffwechsel: Unser Organismus entgiftet sich morgens. Das Trinken von Wasser und alkalischem Tee unterstützt diese Entgiftung. Obwohl wir an heißen Tagen oder bei sportlicher Aktivität mehr benötigen, ist die ideale Wasseraufnahme 40 ml pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Säurehaltige Getränke und Fertigfruchtsäfte sollten nicht konsumiert werden, da sie Entzündungen verschärfen.

Die Vitamine A, C und E sind gesund für die Gelenke: Die Vitamine A, C und E, Betacarotin und Selen besitzen entzündungshemmende Wirkungen. Vitamin C ist reichlich in Obst enthalten. Vitamin E findet sich in Nüssen wie Haselnüssen, in Pflanzenölen und in Samen. Orangefarbenes und rotes Gemüse wie Karotten, Tomaten und Paprika enthalten sehr viel Betacarotin. Diese können gemeinsam in einem Salat verzehrt werden. Der Körper nimmt reichlich Selen aus Hülsenfrüchten und Nüssen auf. Auch Kaltwasserfische wie Hering, Scholle und Forelle sind Selenquellen. Auch kalziumreiche Lebensmittel wie Brokkoli sind wichtige Bestandteile der Ernährung.

Fügen Sie Omega-3-Fettsäuren in Ihre Ernährung ein: Die Aufnahme der wichtigen Omega-3-Fettsäure Linolensäure in Ihre Ernährung hilft, Entzündungen zu bekämpfen. Reichlich Linolensäure findet sich in natürlichen Sojabohnen, Rapssamen, Walnuss und Leinsamen.

Würzen Sie in Maßen: Entzündungshemmende Gewürze wie Koriander, Kokosnuss, Thymian, Kurkuma und Kümmel können bei vielen Osteoarthrose-Patienten die Gelenkschmerzen lindern. Hierbei sind jedoch Menge und Verträglichkeit entscheidend. Selbst Kokosnuss kann in übermäßigen Mengen gefährlich sein. Diese Produkte entfalten in Gewürzform keine phytotherapeutische Wirkung. Zur Stärkung des Immunsystems sollten sie in Kapselform eingenommen werden.

Um mehr über dieses und ähnliche Themen zu erfahren, können Sie mein Buch „Antientzündlicher Ernährungsratgeber“ nutzen.

Hüseyin Nazlıkul

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