Refluxkrankheit ist kein Schicksal
Reflux bedeutet wörtlich Rückfluss. Der gastroösophageale Reflux (GÖR) bezeichnet das Rückfließen der aufgenommenen Nahrung aus dem Magen zurück in die Speiseröhre, manchmal sogar bis in den Mund.
In unserem Land ist dies ein sehr häufig anzutreffender Zustand. Denn wir sind aus vielerlei Gründen eine Gesellschaft, die sich von gesunder Ernährung entfernt hat. Beim Reflux spreche ich von einem Zustand, nicht von einer Krankheit, denn Reflux ist keine Krankheit, sondern eine Folge. Er ist die Folge einer gestörten Darmflora.
Was bedeutet nun Darmflora? Sie bezeichnet das innere Milieu des Darms, also die Umgebung, die durch die in unserem Darm lebenden Bakterien gebildet wird.
In gesunden Därmen befinden sich nützliche Bakterien, die für die gesamte menschliche Gesundheit unerlässlich sind. Wenn die Anzahl und das Verhältnis dieser Bakterien durch Antibiotika, übermäßigen oder falschen Medikamentengebrauch, Stress, ungesunde und unausgewogene Ernährung, Operationen, Kaiserschnitte und viele weitere Ursachen gestört werden, gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht.
Ein Darm mit gestörter Flora kann seine Aufgaben nicht erfüllen. Die Aufgabe des Darms besteht entgegen landläufiger Annahme keineswegs nur in der Ausscheidung, also als „Kanalisation“ des menschlichen Körpers. Der Darm hat für den gesamten Organismus sehr wichtige Funktionen und Aufgaben. Auch darauf werde ich in kommenden Artikeln eingehen.
Wenn der Darm aufgrund seiner gestörten Flora Aufgaben wie Resorption und Ausscheidung nicht vollständig erfüllen kann, ist der Reflux eine der daraus resultierenden Folgen.
Bei der Behandlung des Reflux sind Empfehlungen wie ein hohes Kopfkissen, kein spätes Essen oder ballaststoffreiche Ernährung lediglich unterstützende Maßnahmen für den Patienten. Die eigentliche Behandlung ist die Regulierung der Darmflora.
REFLUXKRANKHEIT IST KEIN SCHICKSAL
Ich sagte bereits, dass Reflux keine Krankheit, sondern eine Folge ist! Er ist die Folge der sogenannten Dysbiose, also der gestörten Darmflora. Der Reflux, der auf eine strukturelle Störung, Erschlaffung oder Insuffizienz am Mageneingang und/oder Speiseröhrenausgang zurückzuführen ist, macht nur einen sehr geringen Anteil der häufig auftretenden Refluxfälle aus. Die häufigste Ursache des Reflux ist die gestörte Darmflora.
Bei einer gestörten Darmflora, medizinisch Dysbiose genannt, sind die spezialisierte Struktur und die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut gestört, und gleichzeitig verringert sich die Anzahl der Florabakterien, die in der natürlichen Darmumgebung vorhanden sein sollten.
In Dünn- und Dickdärmen, in denen dieser Zustand vorherrscht, können weder Resorption noch Verdauung noch Ausscheidung so ablaufen, wie es in einem gesunden Körper der Fall sein sollte. Während versucht wird, die Nahrung zu verdauen, entsteht überdurchschnittlich viel Gas. Das im Darm zunehmende Gas und das dadurch entstehende klinische Bild wird als Meteorismus bezeichnet. Dieses zunehmende Gas bewegt sich, je nach Schweregrad des Falls, zusammen mit dem Mageninhalt oder den Verdauungssäften entgegen der Schwerkraftrichtung – das ist der Reflux. Der erste notwendige Schritt ist daher die Regulierung der Darmflora.
Die Regulierung der Darmflora besteht darin, die fehlenden Floramikroorganismen mit Probiotika zu ersetzen und sie im Laufe der Zeit auch mit Präbiotika zu unterstützen.
Ein weiterer häufig auftretender Zustand in Därmen mit gestörter Flora ist die Vermehrung von Darmpilzen (Candida). Für die Behandlung des Darmpilzes müssen Sie raffinierte Kohlenhydrate, also Weißmehl und Weißzucker (sowie alle mehl- und zuckerhaltigen Lebensmittel), mindestens drei Monate lang sehr konsequent von Ihrer Ernährung fernhalten.
SIE SOLLTEN EINSEITIGE ERNÄHRUNG VERMEIDEN
In Därmen mit gestörter Flora entwickelt sich aufgrund der Schleimhautschädigung eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (mit anderen Worten Intoleranz), insbesondere gegenüber häufig und unausgewogen verzehrten Lebensmitteln. Es wird empfohlen, diese Nahrungsmittel, nachdem eine Nahrungsmittelunverträglichkeitsanalyse durchgeführt wurde (wenn möglich), für bestimmte Zeiträume zu meiden. (Was eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist, wie sie entsteht und wie sie gelöst werden kann, werde ich Ihnen ebenfalls in dieser Kolumne mitteilen). Wenn Sie keine Möglichkeit zur Analyse haben, sollten Sie Ihre Ernährung dennoch abwechslungsreich gestalten, also einseitige Ernährung vermeiden.
Um die Verdauung in Därmen mit gestörter Flora zu unterstützen, zeigen auch die von der Bauchspeicheldrüse abgesonderten Verdauungsenzyme (nahrungsspaltende Stoffe) nach einiger Zeit eine Insuffizienz. Aus diesem Grund trägt die Einnahme natürlicher Enzympräparate vor jeder Mahlzeit dazu bei, die Gasbildung zu verringern und die Darmbelastung zu reduzieren, was Ihre Heilung unterstützt.
Auch dass Sie Ihr Abendessen spätestens um 20 Uhr einnehmen, tagsüber 40 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht trinken (für eine Person mit 60 kg also 60 x 40 = 2400 ml) und Alkohol sowie unkontrollierte chemische Medikamente meiden, sind sehr wichtige Bestandteile Ihres Genesungsprozesses.
In meinem nächsten Artikel werde ich auf das Thema „Behandlung des Reflux“ eingehen.
Ich wünsche Ihnen glückliche und gesunde Tage…