Rheuma und richtige Ernährung… Wie eine gesunde Diät Entzündungen lindert
RHEUMATOIDE ARTHRITIS UND RICHTIGE ERNÄHRUNG
Die kurz als „Rheuma“ bezeichnete rheumatoide Arthritis ist eine Entzündung der Gelenke, Sehnenscheiden oder Schleimbeutel.
ENTZÜNDUNGEN MIT EINER GESUNDEN DIÄT LINDERN
Entzündliche Prozesse spielen bei zahlreichen Erkrankungen eine Rolle, von Arterienverengung über Diabetes bis hin zu Rheuma. Nahezu alle der etwa 80 bekannten Autoimmunerkrankungen verursachen chronische Entzündungen.
Süßigkeiten, Weizen und Fleisch lösen Entzündungen aus
Ernährung und Lebensstil sind entscheidende Faktoren bei Entzündungen. Aber auch Menschen mit genetischer Veranlagung haben ein erhöhtes Risiko, an entzündlichen Erkrankungen zu erkranken.
Insbesondere bestimmte Lebensmittel lösen Entzündungen aus: Süßigkeiten, Weizenprodukte und Fleisch. Doch schuld daran ist nicht allein das entzündungsfördernde Lebensmittel selbst, sondern der übermäßige Verzehr dieser Lebensmittel. Ebenso spielt das Fehlen von entzündungshemmenden Lebensmitteln in Ihrer Ernährung eine Rolle im Entzündungsprozess.
Rheumatoide Arthritis ist ein Autoimmunprozess: Das Immunsystem der Person führt einen Kampf gegen das eigene Gewebe des Körpers. Die Krankheit muss mit modernen Medikamenten behandelt werden. Zudem kann die Entzündung durch eine entzündungshemmende Diät unter Kontrolle gebracht werden, wodurch Schmerzen und Steifheit gelindert werden können.
ERNÄHRUNGSEMPFEHLUNGEN
Die Grundlage der Diät sollten Gemüse, pflanzliche Proteine wie Nüsse und getrocknete Hülsenfrüchte, hochwertige Pflanzenöle wie Leinsamen, natives Olivenöl extra und Weizenkeimöl sowie zuckerarme Obstsorten bilden. Die in Gemüse, Gewürzen und Pflanzen enthaltenen Antioxidantien können entzündliche Reaktionen verringern.
Auch die Omega-3-Fettsäuren ALA, EPA und DHA wirken entzündungshemmend. ALA ist in Leinsamenöl enthalten; EPA und DHA hingegen in fettreichen Meeresfischen wie Lachs, Hering und Makrele. Ebenso sind EPA und DHA in Algenöl und Krillöl enthalten.
WELCHE LEBENSMITTEL SIND ENTZÜNDUNGSHEMMEND?
Eine pflanzenbasierte Ernährung, reich an Gewürzen und Kräutern wie Paprika, Zimt und Ingwer, gilt als wirksames „Medikament“ gegen rheumatische Gelenkschmerzen. In Gemüse, Obst und Schalenfrüchten gibt es Tausende noch nicht erforschter sekundärer Pflanzenstoffe. Diese Lebensmittel wirken entzündungshemmend. Besonders Brokkoli, Spinat und Portulak sollten nicht vergessen werden. Auch Gewürze wirken wie Medikamente, da sie ätherische Öle enthalten. Es ist erwiesen, dass Kurkuma, Ingwer und Pfeffer bei Arthrose sehr wirksam sind. Die Omega-3-Fettsäuren in Pflanzenölen und Kaltwasserfischen wirken besonders bei rheumatischen Erkrankungen entzündungshemmend.
Einmal pro Woche kann ein Fastentag mit Smoothies eingelegt werden: Zum Frühstück können Quark und 2 Gläser grüner Smoothie gewählt werden. Um die Smoothies anzureichern, können Sie 1 Teelöffel Weizengraspulver oder 1 Teelöffel Matcha-Teepulver hinzufügen.
LÄNGERES FASTEN SOLLTE NUR UNTER ÄRZTLICHER AUFSICHT ERFOLGEN!
Zahlreiche Studien haben die Wirkung des Fastens auf rheumatoide Arthritis untersucht. Die Fastenprotokolle unterscheiden sich zwischen den Studien erheblich, und es wurde eine positive Wirkung auf Schmerzen, Morgensteifigkeit und Entzündung beobachtet, doch dieser Effekt ist von vorübergehender Natur, da die Entzündung mit der Wiederaufnahme der Nahrung erneut auftritt.
Bei Rheuma treten häufig Mängel an den Vitaminen B1, B6, E sowie an Magnesium, Kupfer und Selen auf. Diese Nährstoffe finden sich in grünem Tee, Haselnüssen, Weizenkeimen, Vollkorngetreide, Linsen und Cashewkernen. Um den Selenhaushalt zu stabilisieren, genügen täglich zwei Paranüsse, konsumieren Sie keine übermäßige Dosis.
ERNÄHRUNG, MIKROBIOM UND RHEUMATOIDE ARTHRITIS
Die Ernährung beeinflusst die eng mit dem Immunsystem verbundene Darmmikrobiota erheblich. Eine gestörte Mikrobiota, also eine „Dysbiose“, erhöht die Darmdurchlässigkeit und die Entwicklung von Autoimmunität. Die an Ballaststoffen arme westliche Ernährung führt zudem zur Auslösung von Dysbiose und damit von proinflammatorischen Zellen. Die Modulation der Mikrobiota durch spezifische Probiotika und Ballaststoffe kann eine vielversprechende Strategie sein. Eine kürzlich durchgeführte randomisierte, placebokontrollierte Studie zeigte, dass die Probiotika Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus casei und Bifidobacterium bifidum in Kombination mit einer Ballaststoffzufuhr die Krankheitsaktivität deutlich reduzieren konnten.
RÜSTEN SIE SICH MIT GESUNDER ERNÄHRUNG UND SPORT
Wer sich reich an Gemüse, Obst, Gewürzen, gesunden Fetten, Nüssen und Heilkräutern ernährt, nimmt eine ausreichende Menge an sekundären Pflanzenstoffen, Omega-3-Fettsäuren und wichtigen Mineralstoffen wie Zink auf.
Ziel sollte es sein, durch Kontrolle der Portionsgrößen bei der Nahrungs- und Getränkeaufnahme sowie durch tägliche körperliche Aktivität das normale Körpergewicht zu erhalten. Zudem ist regelmäßiger Sport bei der Rheumabehandlung unbedingt notwendig, denn Bewegung lindert Entzündungen stets!
Um mehr über dieses und ähnliche Themen zu erfahren, können Sie mein Buch „Antientzündlicher Ernährungsratgeber“ nutzen.