Essen Sie bloß nicht zwischen Tür und Angel
Es gibt Lebensmittel, die in einem ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährungsplan unbedingt vorkommen sollten. Dazu gehören: frisches Obst und Gemüse, leicht verdauliche ballaststoffreiche Lebensmittel, Haferflocken, Hirse, Buchweizen, Vollkornbrot, Kartoffeln, Ei, Fisch, Putenfleisch, Olivenöl, Kokosnussöl, ungeröstete Nüsse…
VERWENDEN SIE BALLASTSTOFFREICHE LEBENSMITTEL KONTROLLIERT…
Ballaststoff- und faserreiche Lebensmittel sind zwar nicht verdaulich, aber gesundheitsfördernd. Für Patienten mit Verdauungsbeschwerden sind sie allerdings nicht unbedingt von Nutzen. Ballaststoffarme Gemüsesorten wie Gurke, Tomate, Zucchini, Aubergine und Rettich können Sie hingegen in kleinen Mengen und roh verzehren. Besonders frisches Gemüse verursacht keine Beschwerden.
WÄHLEN SIE WENIGER, ABER HOCHWERTIGE PROTEINE
Proteine sind ein wichtiger Baustein unserer Zellen. Ohne Protein funktioniert unser Verdauungssystem nicht, denn Enzyme bestehen aus Proteinen. Unser Körper verfügt jedoch bereits über reichlich Protein. Viele Menschen konsumieren die doppelte Menge an Protein, die sie benötigen.
Lebensmittel mit hohem Proteingehalt: Ei, Joghurt, Rindfleisch, Fisch…
TRINKEN SIE AUSREICHEND
Unser Körper verliert täglich 2 bis 2,5 Liter Flüssigkeit; dieser Flüssigkeitsverlust muss ausgeglichen werden. Ein Flüssigkeitsmangel im Körper zeigt sich durch Erschöpfung und Konzentrationsschwäche. Deshalb sollte über den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen werden, bevor sich überhaupt Durst einstellt. Durst ist bereits ein Zeichen für einen Flüssigkeitsmangel im Körper.
- Mineralwasser mit hohem Kalzium- und Eisengehalt
- Anistee, Kamillentee, Kräutertees
- Eine Mischung aus Mineralwasser und frischem Fruchtsaft (2/3 Mineralwasser, 1/3 Fruchtsaft)
- Gemüsesäfte (gemischt mit Mineralwasser)
Kaffee und schwarzer Tee sind anregende Getränke und sollten in Maßen konsumiert werden. Der Alkoholkonsum sollte eingeschränkt werden. Alkohol entzieht dem Körper nicht nur Flüssigkeit, sondern schädigt auch Leber und Bauchspeicheldrüse.
ACHTEN SIE AUF MILCH UND MILCHPRODUKTE
Wenn beim Verzehr von Milch und Milchprodukten Blähungen oder Durchfall auftreten, deutet dies auf eine Empfindlichkeit gegenüber Milchzucker hin. In diesem Fall sollten Sie einen gesonderten Ernährungsplan erstellen. Besonders zu beachten sind auch Stoffe, die mit dem Zuckerstoffwechsel zusammenhängen (Sorbit, Mannit oder Xylit).
AUCH DIE ZUBEREITUNG DER LEBENSMITTEL IST WICHTIG
Beim Kochen von Lebensmitteln sollte darauf geachtet werden, dass sie leicht verdaulich bleiben und ihr Nährwert nicht verloren geht. Vitamine reagieren meist empfindlich auf Licht und Hitze. Beim Kochen und Waschen von Lebensmitteln gehen wasserlösliche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente verloren.
Diese Nährwerte können Sie durch folgende Maßnahmen bewahren:
- Bereiten Sie die Speisen kurz vor der Mahlzeit zu
- Waschen Sie die Lebensmittel unter fließendem Wasser
- Schneiden Sie Gemüse nicht zu klein
- Garen Sie Gemüse kurz in einem geschlossenen Topf mit wenig Wasser, ohne dass es seine Frische verliert
- Verwenden Sie das Kochwasser des Gemüses weiter (außer bei Spinat)
- Kombinieren Sie gekochtes Gemüse erneut mit rohem Gemüse
- Garen Sie Kartoffeln mit Schale (gekocht oder im Ofen)
- Braten Sie Fleisch oder Fisch fettarm, nicht frittiert
MACHEN SIE GESUNDHEITSKUREN
Einmal wöchentlich eine Obstkur zu machen oder nach dem Abendessen bis zum Abendessen des nächsten Tages nichts zu essen, gehört zu den Geheimnissen, jung zu bleiben. Wir sollten unseren Organen mindestens einmal pro Woche eine Ruhepause gönnen. Ein wichtiger Punkt ist jedoch, dass man in einer Zeit, in der man so leicht an Informationen gelangt – und ich sage das bewusst, weil das Internet zu einer regelrechten Informationsmüllhalde geworden ist –, nicht jedes Entgiftungsprogramm ausprobieren sollte, von dem man liest oder hört. Auch das Fasten in den Religionen dient im Grunde nicht nur der Selbstdisziplinierung, sondern auch der Erholung der Organe.
ACHTEN SIE AUF DIÄTPRODUKTE
In unserem Land ist die Zahl der Diät- oder Light-Produkte, also der diabetikergeeigneten Produkte, in den letzten 20 Jahren stetig gestiegen und wächst weiter. Man glaubt, dass ein Produkt, wenn es als Diätprodukt bezeichnet wird, keine oder nur sehr wenig Kalorien enthält. Doch das entspricht nicht der Wahrheit! Denn bei dieser Produktgruppe wurde lediglich der Fett- oder Zuckergehalt oder beides reduziert. Vor allem bei diabetikergeeigneten Produkten werden künstliche Süßstoffe verwendet. Glauben Sie daher nicht, dass Diätkekse, Diätschokolade, Diätmarmelade, Diätplätzchen, Diätbaklava... und diese lange Liste Sie nicht dick machen.
ACHTEN SIE AUF IHRE ERNÄHRUNG
Wenn ich sage, achten Sie auf Ihre Ernährung, meine ich damit nicht nur eine richtige, abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung. Was ich hier betonen möchte, ist, dass Sie sich angewöhnen, wie viele Mahlzeiten Sie täglich zu sich nehmen, zu einem festen Ritual zu machen. Essen Sie nicht zwischen Tür und Angel! Zwischen Tür und Angel eingenommene Mahlzeiten nähren weder den Körper noch die Seele. Das Verdauungssystem kämpft dabei mit der Schwerkraft und gerät in seiner Funktion ins Straucheln. Was sein sollte, ist, dass Sie – ob allein oder mit Ihrer Familie, Ihren Kollegen oder Ihren Liebsten, mit wem auch immer Sie essen – dieser lebenswichtigen Handlung Respekt entgegenbringen. Wie schön ist es doch, dass man in Anatolien oder in anderen gläubigen Gesellschaften beim Hinsetzen an den Esstisch dem Schöpfer für seine Gaben dankt, ein Dankgebet spricht… Leider haben wir uns in unserem zunehmend technisierten, beschleunigten und materialistischen Leben von diesen schönen und gesunden Gewohnheiten entfernt.
Was wir eigentlich tun sollten, ist, uns täglich an einem gedeckten Tisch niederzulassen und uns mit Speisen zu ernähren, die sowohl unseren Augen als auch unserer Seele und unserer Gesundheit zugutekommen. Wenn Ihr Arbeitstempo oder Ihr Lebensstil dies nicht zulässt, dann sollte das vorrangige Problem, das Sie lösen oder neu organisieren müssen, nicht Ihre Ernährung, sondern Ihre Arbeitsbedingungen sein...