Eine wichtige Energiequelle für Ihren Körper
Die Darmbakterien erfüllen für den Menschen verschiedene nützliche Funktionen.
Die Darmflora:
- Fördert das Zellwachstum.
- Verhindert die Vermehrung schädlicher Bakterien, die Entstehung von Entzündungen der Darmschleimhaut, den Übertritt toxischer Stoffwechselprodukte aus dem Darm ins Blut und damit die Entstehung von Hauterkrankungen.
- Eliminiert vorab pathogene Mikroorganismen, die sonst zur Leber gelangen und deren Belastung erhöhen würden.
- Unterstützt die Aufspaltung und Aufnahme unverdaulicher Nahrungsbestandteile. Ohne Darmflora kann der menschliche Körper einen Teil der aufgenommenen Kohlenhydrate nicht verdauen und nutzen. Denn die für die Verdauung von Polysacchariden notwendigen Enzyme finden sich nur in bestimmten Darmbakterien. Die Bakterien wandeln die von ihnen fermentierten Kohlenhydrate in kurzkettige Fettsäuren um.
Kurzkettige Fettsäuren:
- Bilden eine wichtige Energiequelle für den Körper
- Erhöhen die Wasseraufnahmekapazität des Darms
- Reduzieren die Zahl bestimmter schädlicher Bakterien
- Fördern die Vermehrung sowohl der Darmzellen als auch der nützlichen Bakterien
- Unterstützen die Aufnahme von Kalzium, Magnesium und Eisen im Körper
- Kontrollieren Wachstum, Vermehrung und Entwicklung der Darmepithelzellen
- Eine weitere Wirkung der Fermentation besteht darin, dass sie durch die entstehenden Fettsäuren den Säuregehalt des Milieus erhöht und dadurch die Vermehrung schädlicher, säureempfindlicher Organismen verhindert.
- Die Darmflora sorgt im Darm durch proteolytische Fermentation für den Abbau unverdauter Proteine wie Kollagen und Elastin.
- Die Bakterien produzieren zudem Vitamin K2 und ermöglichen dessen Aufnahme durch den Körper.
- Eine weitere wichtige Wirkung der Darmflora besteht darin, die Ansiedlung von Arten zu verhindern, die dem Wirt schaden könnten. Schädliche Bakterien wie Hefen und Clostridium difficile können mit den nützlichen Bakterien nicht konkurrieren, weshalb ihre Zahl auf einem unbedenklichen Niveau bleibt.
- Indem sie die Struktur der über den Darm aufgenommenen schädlichen Bakterien dem Körper „bekannt macht“, stärkt sie das Immunsystem der Person und schützt sie vor Krankheiten. Sie stimuliert die in der Nähe der Darmschleimhaut gelegenen Lymphgewebe zur Produktion von Antikörpern gegen Krankheitserreger. Den Bakterien kommt sowohl bei der frühen Entwicklung als auch beim lebenslangen Funktionieren des Immunsystems der Darmschleimhaut eine Schlüsselrolle zu.
- Sie sorgt dafür, dass das Immunsystem nur auf Krankheitserreger reagiert. Unmittelbar nach der Geburt siedeln sich Bakterien im Verdauungssystem des Säuglings an. Die zuerst angesiedelten Bakterien beeinflussen die Reaktion des Immunsystems, indem sie sich selbst als zum Wirt gehörig kennzeichnen lassen. Die zuerst angesiedelten Bakterien bestimmen daher die Zusammensetzung der Darmflora, die den Menschen sein Leben lang begleiten wird.
- Eine gesunde Darmflora verhindert Allergien: Die Darmflora verhindert, dass das Immunsystem auf harmlose Antigene übermäßig reagiert. Die Bakterien der Darmflora prägen das Immunsystem bereits im Säuglingsalter. Fehlen diese Bakterien zum entsprechenden Zeitpunkt, kann dies zu einem unzureichend entwickelten Immunsystem führen, das im Kindes- und Erwachsenenalter übermäßig auf Antigene reagiert – dies nennen wir eine allergische Reaktion. Eine gestörte Flora kann jedoch nicht nur Ursache, sondern auch Folge von Allergien sein.
Die Aufgabenliste der Darmflora lässt sich noch weiter fortsetzen. Der Darm ist keineswegs nur ein Ausscheidungsorgan. Eine gesunde Aufnahme und eine gesunde Ausscheidung sind für die Lebensqualität und sämtliche Lebensfunktionen des Körpers von größter Bedeutung. Da die auf der Schleimhaut lebende Flora zugleich Ernährungs-, Immun- und Entgiftungsorgan ist, sind ein gesundes Darmsystem und eine gesunde Darmflora für einen gesunden Körper unerlässlich.
Für weitere Informationen zu diesem und ähnlichen Themen können Sie meine Bücher „Schön, Glücklich und Gesund“, „Warum wir falsch leben“, „Das Leben entdecken“ und „Das emotionale Gehirn Darm“ zurate ziehen.