Was bewirkt es, während des Essens Wasser zu trinken
Verdauungsstörungen entstehen meist infolge von Verhaltensfehlern. Zu diesen Verhaltensfehlern gehören:
Zu schnelles Essen: Der Verdauungsprozess – insbesondere die Verdauung mehlhaltiger Lebensmittel – beginnt bereits im Mund durch das Kauen des Bissens. Nicht ausreichend gekaute Nahrung beginnt in den Verdauungsorganen zu gären. Das dabei entstehende übermäßige Gas ist eine Folge der Verdauungsstörung. Selbst die besten Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, sind nur dann von Nutzen, wenn wir sie auch verdauen können.
Trinken während des Essens: Während des Essens getrunkene Flüssigkeiten (Getränke, Wasser, Fruchtsaft usw.) vergrößern das Magenvolumen und verdünnen die Verdauungssäfte des Magens, wodurch deren Wirkung abgeschwächt wird. Sowohl die Volumenzunahme als auch die dadurch unvollständig ablaufende Verdauung führen erneut zu einer Verdauungsstörung.
Kaltes Wasser trinken: Andererseits ist für den Ablauf der Verdauung eine bestimmte Temperatur erforderlich. Werden während des Essens kalte Flüssigkeiten getrunken, verlangsamt sich die Verdauung – und diese verlangsamte Funktion ist bereits die Verdauungsstörung selbst.
Mehr essen als nötig: Eine zu große Nahrungsmenge ist einer der Hauptgründe für eine schlechte Verdauung. Magen und Enzyme haben eine – von Person zu Person unterschiedliche, aber dennoch begrenzte – Kapazität. Diese Kapazität kann durch Überlastung erweitert werden, was jedoch unerwünscht ist. Die übermäßige Fülle des Magens nimmt die betroffene Person als Blähgefühl und Verdauungsbeschwerden wahr.
Zu eng aufeinanderfolgende Mahlzeiten: Magen und Darm benötigen einen bestimmten Zeitabstand, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Für einen normalen Verdauungsvorgang sind 4–6 Stunden erforderlich. Betrachtet man unseren Alltag, entspricht der Abstand zwischen den Hauptmahlzeiten in etwa diesem Zeitraum. Wird in kürzeren Abständen und in großen Mengen gegessen, entsteht ebenfalls eine Verdauungsstörung.
Zwischenmahlzeiten: Heute herrscht in Bezug auf Zwischenmahlzeiten eine gewisse Verwirrung durch unterschiedliche populäre Ansätze. Zwischenmahlzeiten – also kleine Snacks zwischen den Hauptmahlzeiten – wirken sich bei Personen, die nicht früh in den Tag starten, ihre Hauptmahlzeiten nicht richtig dosieren und keinen Sport treiben, sowohl als zusätzliche Kalorienzufuhr aus als auch als Verbrauch von Reserven. Beide Folgen begünstigen maßgeblich die Entstehung von Verdauungsstörungen. Aus diesem Grund sind Zwischenmahlzeiten – außer in besonderen, krankheitsbedingten Situationen – nicht notwendig.
Spätes Essen am Abend: Der Schlaf ist die Zeit, in der sich – mit Ausnahme des Herzens – alle unsere Organe erholen, erneuern und reinigen. Reichliche Abendessen und, noch ungünstiger, spät in der Nacht eingenommene Mahlzeiten verbleiben bis zum Morgen unverdaut im Magen, da auch das Verdauungssystem in den Schlafmodus übergeht. Dies ist ein bedeutender Verhaltensfehler, der zu Verdauungsstörungen führt. Morgendliche Müdigkeit, Mundgeruch, Gewichtszunahme und Verdauungsstörungen sind die Folgen, die Menschen mit der Gewohnheit des späten Essens erwarten.
Essen bei Nervosität: Aus welchem Grund auch immer im Zustand von Nervosität, Wut, großer Müdigkeit oder Traurigkeit eingenommene Mahlzeiten stellen eine emotionale Befriedigung dar. In der Regel fällt es in diesen und ähnlichen Gemütszuständen schwer, die Menge des Gegessenen zu kontrollieren. Abgesehen von der Menge kann das Nervensystem, wenn während eines negativen Gemütszustands gegessen wird, den Verdauungsvorgang nicht unterstützen, sodass die Verdauung erneut mit einer Verdauungsstörung endet.
Pilzbesiedlung im Darm: Ist die Darmflora gestört, kann die Schleimhaut des Verdauungssystems bei einer außer Kontrolle geratenen Darmpilzbesiedlung ihre notwendige Verdauungs- und Resorptionsfunktion nicht erfüllen. Starkes Müdigkeitsgefühl, übermäßiges Verlangen nach Zucker und Süßem, verstärkte Gasbildung im Darm, Gewichtszunahme, in manchen Fällen Reflux und – neben all dem – auch Verdauungsstörungen sind die gemeinsamen Beschwerden bei Vorliegen einer Darmpilzbesiedlung.
Schlaflosigkeit und Müdigkeit: Schlafstörungen enden nach einiger Zeit in chronischer Müdigkeit. Übermäßige Müdigkeit bedeutet, dass die Muskulatur des Verdauungssystems nicht in dem erforderlichen Maß arbeiten kann. Sowohl Schlaflosigkeit als auch Müdigkeit erleichtern die Entstehung von Verdauungsstörungen, indem sie zunächst die nervösen und anschließend die Verdauungsreserven schwächen.
Essen bei Fieber: Fieber ist ein Alarmsignal des Immunsystems. Im Krankheitsfall verwendet der Körper seine gesamte Energie darauf, verstärkt Abwehrzellen an den Ort des Geschehens zu senden. In diesem Zustand ist eine erzwungene Nahrungsaufnahme schwer verdaulich, da hohes Fieber die Verdauungssekrete vermindert.
Alle Arten scharfer Gewürze: Scharfe Gewürze wie Senf, Essig, schwarzer Pfeffer usw. führen – besonders bei bestehender Magenempfindlichkeit – durch die Stimulation der Verdauungssekrete und die Störung der chemischen Zusammensetzung der Verdauung zu Verdauungsstörungen.
Frittierte Speisen: Unabhängig von der Art des Fetts ist die Verdauung frittierter Speisen in der Regel schwer. Denn bei hohen Temperaturen zersetzen sich Fette, und diese Zersetzung schädigt die Leber. Eine Überlastung oder Störung der Leberfunktion gehört ebenfalls zu den Ursachen von Verdauungsstörungen.
Zuckerkonsum: Die kürzeste und wichtigste Aussage über Zucker lautet: „Der Körper nimmt ihn als weißes Gift wahr.“ Seine Schädigungen sind kaum aufzuzählen. Insbesondere der Konsum von weißem Zucker stört die Funktion des Verdauungssystems, der Bauchspeicheldrüse, der Enzyme, der Darmflora, des Fettstoffwechsels, aller Organe und zahlreicher weiterer Funktionen.
WAS IST GEGEN VERDAUUNGSSTÖRUNGEN ZU TUN
Die Behandlung jeder Erkrankung ist nur durch das Auffinden der Ursache möglich. Für Verdauungsstörungen gilt dasselbe.
- Bei Enzymmangel sollten Enzympräparate eingesetzt und die Bauchspeicheldrüse entlastet werden
- Bei Problemen mit Leber und Gallenwegen muss dieser Zustand behandelt werden
- Bei Mineralstoff- oder Vitaminmangel muss dieser ausgeglichen werden
- Bei gestörter Darmflora muss die Flora unbedingt behandelt werden
- Eine gesunde Ernährung sollte zum Lebensstil werden
- Stets sollte mittels Neuraltherapie eine Regulation des Verdauungssystems angestrebt werden
Für weitere Informationen zu diesem und ähnlichen Themen können Sie mein Buch „Güzel, Mutlu ve Sağlıklı“ (Schön, Glücklich und Gesund) zurate ziehen.