Was passiert, wenn man nicht genug Wasser trinkt
Der Hefepilz (Candida albicans) ist einer der zahlreichen Mikroorganismen, die im Verdauungssystem – beginnend im Mund – leben. Pilze werden in zwei Gruppen unterteilt: exogen (äußerlich) und endogen (innerlich). Während exogene Pilze Haut-, Nagel- und Fußpilze sind, werden endogene Pilze in zwei Gruppen untersucht: Schimmelpilze (Aspergillus) und Hefepilze (Candida albicans).
Obwohl es etwa 200 Arten der Gattung Candida gibt, ist Candida albicans für 75 % der Pilzinfektionen verantwortlich. Es ist bekannt, dass er bei 40 % der gesunden Erwachsenen in der Mundflora und bei 20–25 % der gesunden Frauen in der Vaginalflora vorkommt. Obwohl er Teil der Flora ist, ist er auch der Hauptverursacher opportunistischer oraler und vaginaler Infektionen.
Das ausgewogene Milieu, das durch alle in einem gesunden Organismus vorhandenen lebenden Organismen entsteht, wird als Flora bezeichnet. Die für die menschliche Gesundheit wichtigste Flora ist die Darmflora. Der orthomolekulare Biologe Jeffrey Bland weist darauf hin, dass im Darm mehr als 400 Bakterienarten leben. Das Gesamtgewicht dieser Bakterien liegt bei 1–1,5 kg und kommt damit dem Gewicht der Leber nahe. In einer ausgewogenen Darmflora befinden sich Bifidus- und Acidophilus-Bakterien nebeneinander in einem empfindlichen Gleichgewicht. Ein weiterer wichtiger Mikroorganismus der Darmflora ist Escherichia coli (E. coli), ein potentes pathogenes Bakterium, das in möglichst geringer Menge vorhanden sein sollte, für das Gleichgewicht der Flora aber dennoch unverzichtbar ist.
Die Darmflora beginnt sich während einer normalen Geburt zu bilden, wenn das Baby die Vaginalflora der Mutter aufnimmt. Forscher haben gezeigt, dass 80–90 % der Bakterien eines neugeborenen Babys Bifidus-Bakterien sind und dass die Zahl der „freundlichen“ Bakterien im Laufe des Lebens vom Baby- bis zum Erwachsenenalter abnimmt. Das Gleichgewicht der Flora, das bei der Geburt beginnt und sich mit der Zeit ausbildet, wird von allen Lebensfaktoren beeinflusst. Dazu gehören Ernährung, Wasser, Medikamente, Stress, Operationen und das Immunsystem.
Das Immunsystem des Körpers und die nicht-pathogenen Bakterien der Darmflora verhindern unter normalen Bedingungen die Vermehrung aller pathogenen Bakterien und halten Candida unter Kontrolle. Wird dieses starke und empfindliche Gleichgewicht der Darmflora aus irgendeinem Grund gestört, beginnt sich Candida albicans – ein opportunistischer Keim – vermehrt zu vermehren, und es kommt zu einer sogenannten Candidiasis, einer Hefepilz-Infektion des Darms. Der Hefepilz kann jedoch nicht ohne den Schimmelpilz existieren, und die Vermehrung dieser beiden Gruppen erfolgt nur bei einer Schädigung der Darmflora.
DIE BEDEUTUNG DES HEFEPILZES
Im Rahmen der Candidiasis verwandelt sich das normalerweise einzellige Candida albicans außer Kontrolle geraten in eine vielzellige, fadenförmige und invasive Form. Der immunologische Schaden, der durch die Anhaftung von Candida an der Darmwand entsteht, beeinträchtigt die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut. Die Schädigung der Darmbarriere führt zur Entstehung zahlreicher Beschwerdebilder wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Nahrungsmittelallergien.
Durch Candida albicans verursachte Erkrankungen gehören zu den klinischen Situationen, denen wir am häufigsten begegnen. Für diese Art sind mehr als 80 Antigene bekannt, was auf ein hohes Vermehrungspotenzial dieser Art hinweist. Der beste Schutz gegen Candida ist eine ausgewogene Flora und ein ausgewogenes Immunsystem.
Diagnose: Wie bei der Beurteilung jedes Patienten aus komplementärmedizinischer Sicht ist auch für die Diagnose der Candidiasis die Anamnese, also das Zuhören der Krankengeschichte des Patienten, sehr wichtig. Für eine korrekte Diagnose werden jedoch auch die Stuhlanalyse, die funktionelleren Methoden Reviquant und Vegatest sowie der kinesiologische manuelle Muskeltest herangezogen.
URSACHEN DES HEFEPILZES
1-Gestörte Darmflora (Dysbiose)
2-Medikamenteneinnahme, insbesondere Antibiotika; da bei der Antibiotikaeinnahme neben den pathogenen Bakterien auch die nicht-pathogenen Florabakterien im Darm absterben, kommt es zu einer Störung des Florengleichgewichts und einem Anstieg der Candida-Anzahl. Steroide, Schmerzmittel, Hormone, zytotoxische Medikamente und Chemotherapeutika gehören ebenfalls zu den häufigsten Ursachen für eine gestörte Darmflora und Candidiasis.
3-Geschwächtes Immunsystem; neurologische Erkrankungen, immunologische Erkrankungen
4-Primärer oder sekundärer Mangel an Verdauungssekreten, insbesondere Ungleichgewichte in der Enzymproduktion aufgrund einer Pankreasfunktionsstörung
5-Leberfunktionsstörungen
6-Übermäßiger Stress und Anspannung
7-Ungesunde Ernährung; Ernährungsfehler, insbesondere Fertignahrung, Zusatzstoffe, unausgewogene Ernährung, einseitige Ernährung, überwiegend raffinierte-kohlenhydratreiche Ernährung
8-Übermäßiger Konsum von raffiniertem Zucker, Alkohol und Süßigkeiten. Da raffinierte Kohlenhydrate die Hauptnahrung von Candida sind, gehört dies zu den wichtigsten Faktoren.
9-Schlechte Mund- und Zahngesundheit, fehlende Hygienemaßnahmen für die Mundgesundheit
10-Unzureichende Wasseraufnahme
11-Minderwertiger Schlaf, Schlafstörungen
12-Hormonelle Dysfunktion
13-Intensive Exposition gegenüber Elektrosmog
14-Nahrungsmittelunverträglichkeit, Nahrungsmittelallergie
15-Stress
16-Mangel an körperlicher Aktivität
17-Adipositas (Übergewicht)
18-Diabetes
19-Störfelder