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Achten Sie auf diese Anzeichen... Die Ursachen von Verdauungsstörungen

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 23.01.2022 3 min read

Eine Verdauungsstörung ist die Folge einer organischen oder funktionellen Störung an irgendeiner Stelle des Verdauungsprozesses. Die Nahrung kann nicht vollständig verdaut, resorbiert oder ausgeschieden werden. Der medizinische Fachbegriff für Verdauungsstörung lautet „Dyspepsie“. Dyspepsie kann in manchen Fällen Symptom einer bedeutenden Erkrankung sein, wird jedoch in der Regel als leichte Verdauungsstörung eingestuft.

ANZEICHEN EINER VERDAUUNGSSTÖRUNG

Je nachdem, an welcher Stelle des Verdauungssystems und -prozesses die Störung vorliegt, äußert sich eine Verdauungsstörung durch ganz unterschiedliche Beschwerden. Blähungsgefühl im Oberbauch, Krampfgefühl, Völlegefühl, Blähungen, Schweregefühl, Sättigungsgefühl und Magenschmerzen sind Beschwerden einer Verdauungsstörung. Die häufigste beschriebene Beschwerde ist das Völle- und Sättigungsgefühl im Magen. Der Vergleich „Als hätte ich einen Stein im Magen“ ist die typischste und verbreitetste Formulierung.

Darauf folgen häufig Sodbrennen, Brennen und Blähungen im Magen. Blähungen, eine der häufigsten Erscheinungen bei Verdauungsstörungen, können mitunter so stark sein, dass sie das Atmen erschweren, und führen dann zu vermehrtem Aufstoßbedürfnis. Auch der Griff zu Natron, Mineralwasser und Pastillen, um aufstoßen zu können, ist ein verbreitetes Verhalten.

Der nächste Schritt einer Verdauungsstörung ist Übelkeit und Brechreiz. Wenn die Nahrung im Verdauungstrakt nicht weiterbefördert wird, kann dies sowohl zu vermindertem Hungergefühl führen als auch dazu, dass die betroffene Person Linderung durch Erbrechen sucht. Bei zunehmenden und lang anhaltenden Beschwerden treten in der klinischen Praxis häufig auch Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Müdigkeit auf.

Eine weitere Folge von Verdauungsstörungen sind Gewichtsveränderungen. Da die Nahrung nicht vollständig verdaut wird, kann es nach einiger Zeit zu einer Gewichtszunahme kommen. Umgekehrt tritt bei Personen mit ausgeprägten Verdauungsbeschwerden jedoch auch Gewichtsverlust nicht selten auf. Ursache des Gewichtsverlusts ist meist, dass die betroffene Person, um diese Beschwerden zu vermeiden, weniger isst und im weiteren Verlauf das Essen ganz meidet. Bei bedeutsamem Gewichtsverlust beobachten wir in der Klinik zudem eine Schwächung des Immunsystems mit häufigen Erkrankungen, Unruhe, Depression, Blutarmut und anhaltende Müdigkeit.

URSACHEN VON VERDAUUNGSSTÖRUNGEN

Verdauungsstörungen sind in der Regel die Folge ungünstiger Gewohnheiten. Um ein Symptom zu beseitigen, muss man zunächst die Ursachen finden und beheben. Wie bei allen Erkrankungen hängen Schweregrad und Ausmaß des Beschwerdebilds vom betroffenen Organ und der betroffenen Funktion ab.

Verdauungsenzyme sind die Bezeichnung für die Substanzen, die Nahrung aufspalten. Leber, Bauchspeicheldrüse, Gallenblase, Magen und Dünndarm sind die Organe, die Enzyme produzieren. Ein Mangel an Verdauungsenzymen ist die wichtigste Ursache von Verdauungsstörungen. Bei einer Erkrankung oder Funktionsstörung eines dieser Organe – unabhängig von der Ursache – kann eine Verdauungsstörung die erste auftretende Beschwerde sein.

Da die Bauchspeicheldrüse beispielsweise neben zahlreichen anderen Aufgaben auch Enzyme und spezielle Sekrete für die Verdauung aller Hauptnährstoffe (Kohlenhydrate, Proteine und Fette) produziert, erleidet die betroffene Person bei einer Erkrankung dieses Organs nach dem Essen – unabhängig von der Lebensmittelgruppe – eine Verdauungsstörung. Liegt hingegen eine Funktionsstörung der für die Fettverdauung zuständigen Leber, Gallenblase oder Gallenwege vor, kommt es folgerichtig beim Verzehr dieser Nährstoffgruppe zu Verdauungsbeschwerden. Das bekannteste Beispiel hierfür sind Menschen mit Gallensteinen.

Enzyme werden im Körper durch bestimmte Mineralstoffe aktiviert und in Gang gesetzt. Daher gehört auch ein Mineralstoffmangel – der die Enzymfunktion beeinträchtigt – zu den häufig übersehenen Ursachen von Verdauungsstörungen (zum Beispiel Zink, Magnesium). Die bei Diabetes oder bei gestörter Darmflora auftretende Verdauungsstörung ist ebenso wie bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse ein Beispiel für eine durch Enzymmangel bedingte Verdauungsstörung.

Für die Verdauung von Proteinen wird Magensäure benötigt. Kann der Magen bei bestimmten Magenerkrankungen nicht ausreichend Säure produzieren, findet die Proteinverdauung nicht in ausreichendem Maß statt, und das klinische Bild äußert sich erneut als Verdauungsstörung.

Zu wenig oder gar kein Wasser zu trinken ist die Ursache mit dem am leichtesten verständlichen Mechanismus. Ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr treten im Verdauungssystem häufig Verdauungsbeschwerden aller Art auf, allen voran Verstopfung.

Für weitere Informationen zu diesem und ähnlichen Themen können Sie mein Buch „Güzel, Mutlu ve Sağlıklı“ (Schön, Glücklich und Gesund) zurate ziehen.

Hüseyin Nazlıkul

Odatv.com