Fibromyalgiesyndrom (FMS): Die Rolle der Neuraltherapie bei der Schmerzreduktion und Verbesserung…

Hüseyin NAZLIKUL & Fatma Gülçin URAL NAZLIKUL
- Präsident der IFMANT (Internationale Föderation der Medizinischen Gesellschaften für Neuraltherapie), Schaffhausen, Schweiz
- Nazlıkul Naturel, Stiftung zur Entwicklung gesunder Lebensräume, Istanbul, Türkei
- Präsident der BNR – Gesellschaft für Wissenschaftliche Neuraltherapie und Regulationsmedizin, Istanbul, Türkei
- Naturel Gesundheitsklinik, Istanbul, Türkei
- Präsident der Gesellschaft für Manuelle Medizin und Schmerztherapie (MTAR), Istanbul, Türkei
- Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Istanbul Health and Technology University, Istanbul, Türkei
- Präsident der Gesellschaft für Wissenschaftliche Komplementärmedizin und Regulation (BTR), Istanbul, Türkei
Zusammenfassung
Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) ist eine komplexe und chronische Schmerzerkrankung, die durch weit verbreitete Schmerzen des Bewegungsapparats, Erschöpfung, Schlafstörungen und kognitive Probleme gekennzeichnet ist. Dieses Syndrom, das weltweit mit einer Häufigkeit von 2-3 % auftritt, betrifft insbesondere Frauen im Alter von 30 bis 60 Jahren häufiger. Die Pathophysiologie der Fibromyalgie ist vielschichtig und umfasst eine erhöhte zentrale Sensibilisierung, gestörte Schmerzhemmungsmechanismen, chronische Entzündung sowie Dysregulationen im neuroendokrinen System.
Pathophysiologische Mechanismen:
- Zentrale Sensibilisierung: Erhöhte Empfindlichkeit der Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem.
- Neuroendokrine Funktionsstörung: Dysregulation der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse), veränderte Kortisol- und Serotoninspiegel.
- Lymphatische Dysfunktion: Ödeme, Entzündung und Toxinansammlung.
- Stille Entzündung: Chronische entzündliche Prozesse, die mit erhöhter Aktivität von Zytokinen wie TNF-α und IL-6 in Verbindung stehen.
Neuraltherapie als Behandlungsansatz
Die Neuraltherapie zielt darauf ab, Dysregulationen des autonomen Nervensystems zu beheben und das Gleichgewicht zwischen sympathischem und parasympathischem Nervensystem wiederherzustellen. Zu den im Rahmen dieser Therapie eingesetzten Grundtechniken gehören:
- Lokale Injektionen: Injektionen von Procain oder Lidocain zur Regulierung des autonomen Nervensystems.
- Segmenttherapie: Regulierung des autonomen Nervensystems durch Behandlung spezifischer Reflexzonen.
- Störfeldbehandlung: Identifizierung und Behandlung chronisch irritativer Areale.
Zusätzlich können unterstützende Ansätze wie lymphatische Drainage, entzündungshemmende Ernährung und Mikronährstoffsupplementierung die Wirksamkeit der Behandlung erhöhen. Die Kombination aus Neuraltherapie und Regulationsmedizin zeigt vielversprechende Ergebnisse bei der Schmerzreduktion, der Verbesserung der Schlafqualität und der Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität.
Schlüsselwörter: Zentrale Sensibilisierung, Neuroendokrine Funktionsstörung, Stille Entzündung, Autonome Dysregulation