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Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall... Die verborgene Gefahr in verarbeiteten Lebensmitteln

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 12.10.2025 5 min read

Die Laktoseintoleranz, ein Zustand, mit dem heute immer mehr Menschen konfrontiert sind, entsteht durch die Unfähigkeit, den in Milch und Milchprodukten natürlich vorkommenden Milchzucker Laktose zu verdauen. Dieser Zustand kann zu verschiedenen Verdauungsproblemen führen, die die Lebensqualität beeinträchtigen. Als Dr. Hüseyin Nazlıkul möchte ich die Laktoseintoleranz in einem wissenschaftlichen Rahmen betrachten und Ihnen helfen, diesen Zustand zu verstehen sowie ganzheitliche Ernährungs- und Behandlungsansätze kennenzulernen, die Ihnen das Leben erleichtern.

WAS IST LAKTOSEINTOLERANZ UND WIE ENTSTEHT SIE?

Laktose ist ein Disaccharid (Doppelzucker), das in Milch und Milchprodukten vorkommt. Die Verdauung dieses Zuckers erfolgt durch das im Dünndarm produzierte Enzym Laktase. Das Enzym Laktase spaltet Laktose in die kleineren, resorbierbaren Zucker Glukose und Galaktose auf.

Wenn jedoch aus verschiedenen Gründen zu wenig Laktase produziert wird, kann Laktose im Dünndarm nicht verdaut werden und gelangt unverdaut direkt in den Dickdarm. Die im Dickdarm vorhandenen Bakterien fermentieren die unverdaute Laktose und verursachen dadurch unangenehme Symptome wie Blähungen, Bauchschmerzen, Völlegefühl und Durchfall.

Die Laktoseintoleranz nimmt tendenziell mit dem Alter zu. Während ein Neugeborenes Milch und Milchprodukte in der Regel problemlos verdaut, kann die Laktaseproduktion mit fortschreitendem Alter abnehmen. Dahinter können viele Ursachen stecken, wie genetische Veranlagung, Darmschädigungen (nach Infektionen oder entzündlichen Darmerkrankungen) oder ein Ungleichgewicht der Darmflora.

LAKTOSEHALTIGE LEBENSMITTEL UND VERBORGENE QUELLEN

Laktose findet sich nicht nur in den bekannten Milch- und Milchprodukten, sondern kann auch verborgen in vielen verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen:

  • Milch und Milchprodukte: Milch (Kuh-, Ziegen-, Schafsmilch), Butter, Käse (besonders Frischkäse: Weißkäse, Labneh, Frischkäse), Joghurt, Kefir, Sahne, Speiseeis.
  • Verarbeitete Lebensmittel: Schokolade mit Milchpulver, Kekse, Kuchen, Fertigsuppen, Soßenmischungen, Salatdressings, bestimmte Medikamente und Vitaminpräparate, verarbeitete Fleischprodukte wie Sucuk und Salami.
  • Backwaren: Kuchen, Kekse, bestimmte Brote und Teigwaren (können Milch oder Milchpulver enthalten).

Sich das Lesen von Etiketten anzugewöhnen, ist von entscheidender Bedeutung, um verborgene Laktosequellen zu vermeiden.

GANZHEITLICHER ERNÄHRUNGS- UND BEHANDLUNGSANSATZ BEI LAKTOSEINTOLERANZ

Menschen mit Laktoseintoleranz können je nach individueller Toleranz geringe Mengen Laktose zu sich nehmen, in der Regel wird jedoch empfohlen, für eine gewisse Zeit auf Milch und Milchprodukte zu verzichten oder auf laktosefreie Alternativen umzusteigen. Doch nur zu sagen „nehmen Sie ein Enzympräparat und konsumieren Sie Milchprodukte“ ist für diesen komplexen Zustand kein ausreichender Ansatz. Die Darmgesundheit muss ganzheitlich betrachtet werden.

  1. Bevorzugen Sie Alternativen mit niedrigem Laktosegehalt:
  • Gereifte Käsesorten: Frischkäse wie Weißkäse, Labneh und Frischkäse sind laktosereicher. Im Gegensatz dazu enthalten lange gereifte Käsesorten wie alter Kaşar, Parmesan und Cheddar nur sehr wenig Laktose, da der Fermentationsprozess den Großteil der Laktose abgebaut hat. Diese Käsesorten werden von Menschen mit Laktoseintoleranz in der Regel besser vertragen.
  • Laktosefreie Milchprodukte: Im Handel erhältliche laktosefreie Milch, laktosefreier Joghurt und Käse enthalten bereits im Voraus durch das Enzym Laktase gespaltene Laktose und sind dadurch leichter verdaulich.
  • Sie können Joghurt oder Hartkäse mit niedrigem Laktosegehalt in kleinen Mengen ausprobieren, um die Toleranzgrenze Ihres Körpers zu beobachten.
  • Greifen Sie zu pflanzlichen Alternativen: Pflanzliche Milchalternativen wie Mandelmilch, Kokosmilch, Hafermilch, Sojamilch und Reismilch sind sowohl laktosefrei als auch nährstoffreich. Diese Produkte sind, insbesondere in mit Kalzium und Vitamin D angereicherten Varianten, ideal für eine ausgewogene Ernährung.
  • Entdecken Sie weitere kalziumhaltige Nahrungsquellen: Die Sorge vor einem Kalziummangel ist bei Menschen, die keine Milchprodukte konsumieren, weit verbreitet. Kalzium ist jedoch nicht ausschließlich in Milch und Milchprodukten enthalten; es kann auch aus vielen anderen Quellen bezogen werden:
  • Grünes Blattgemüse: Spinat, Grünkohl, Brokkoli, Mangold.
  • Nüsse und Samen: Mandeln, Sesam, Chiasamen.
  • Getrocknete Hülsenfrüchte: Kichererbsen, Linsen, weiße Bohnen.
  • Kleine Fische: Sardinen, Sardellen (wenn mit den Gräten verzehrt).
  • Kalziumpräparate: Auch Kalziumpräparate können unter ärztlicher oder ernährungsberaterischer Aufsicht in Betracht gezogen werden.

DIE ROLLE DER DARMFLORA UND DES AUTONOMEN NERVENSYSTEMS

Die Laktoseintoleranz besteht nicht nur aus einem Mangel des Enzyms Laktase. Die Gesundheit der Darmflora und die funktionelle Integrität des autonomen Nervensystems (ANS) spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Ein Neugeborenes kann Milch verdauen, obwohl sein Verdauungssystem noch nicht ausgereift ist, weil die während des Durchgangs durch den Mutterleib und nach der Geburt von der Mutter übernommenen nützlichen Bakterien, insbesondere das physiologische E.-coli-Bakterium, im Darm bei der Spaltung der Laktose helfen können. Bei per Kaiserschnitt geborenen Kindern ist die Population von E. coli und anderen nützlichen Bakterien jedoch in der Regel geringer, was die Milchverdauung erschweren und das Risiko einer Laktoseintoleranz im späteren Leben erhöhen kann.

Während die Laktaseproduktion mit zunehmendem Alter abnimmt, kann ein Ungleichgewicht der Darmflora (Dysbiose) die Laktoseintoleranz zusätzlich verschärfen. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, nicht nur Enzympräparate zu verabreichen, sondern auch die Darmflora wiederherzustellen und zu regulieren.

Die in unserer Klinik angewandten Neuraltherapie- und Regulationsverfahren zielen darauf ab, die Funktion des autonomen Nervensystems und des enterischen Nervensystems (des eigenen Nervensystems des Darms) zu regulieren. Dieser ganzheitliche Ansatz sorgt für ein harmonisches Zusammenspiel des Verdauungssystems und adressiert die zugrunde liegenden Ursachen von Zuständen wie der Laktoseintoleranz. Die Ausbalancierung der Darm-Hirn-Achse unterstützt nicht nur die Verdauung, sondern auch die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden.

INDIVIDUELLER ANSATZ UND FACHKUNDIGE UNTERSTÜTZUNG

Die Laktoseintoleranz ist ein Zustand, der mit dem richtigen Ernährungsplan, geeigneten Produktentscheidungen und ganzheitlichen Ansätzen bewältigt werden kann. Denken Sie daran, dass die Laktosetoleranz bei jedem Menschen unterschiedlich ist. Manche können geringe Mengen an Milchprodukten problemlos konsumieren, während andere schon bei kleinstem Kontakt Symptome entwickeln.

Es ist ratsam, sich mit einem Experten zu beraten, um einen für Sie passenden Plan zu erstellen und Ihre Darmgesundheit zu optimieren. Achten Sie bei einer ausgewogenen Ernährung darauf, auf Ihren Körper zu hören, offen für alternative Nahrungsmittel zu sein und die Gesundheit Ihrer Darmflora in den Vordergrund zu stellen. So können Sie trotz Laktoseintoleranz ein angenehmeres und qualitativ hochwertigeres Leben führen.

Haben auch Sie Symptome einer Laktoseintoleranz und haben Sie schon einmal daran gedacht, sich diesbezüglich von einem Experten unterstützen zu lassen?

Weitere Informationen zur Neuraltherapie und den anderen Behandlungsmethoden von Hüseyin Nazlıkul finden Sie hier.

Hier; /icerik/noralterapi-tedavisi-213