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Wenn bei chronischen Schmerzen Schmerzmittel nicht mehr ausreichen … Wege zur Linderung

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 03.11.2024 2 min read
Chronischer Schmerz ist ein Zustand, der länger als drei Monate andauert und die Lebensqualität von Menschen erheblich beeinträchtigt.

Während konventionelle Ansätze im Schmerzmanagement in der Regel nur darauf abzielen, die Symptome zu unterdrücken, bietet die Neuraltherapie (NT) eine umfassendere Behandlung, indem sie die zugrunde liegenden Ursachen des Schmerzes anspricht. Die Neuraltherapie spielt eine wirksame Rolle im Management von chronischen Schmerzen, indem sie Störungen im autonomen Nervensystem (ANS) und in den weiten Regulationssystemen des Körpers korrigiert.

1. CHRONISCHEN SCHMERZ VERSTEHEN: JENSEITS DES SYMPTOMMANAGEMENTS

Chronischer Schmerz ist nicht nur ein anhaltendes Unwohlsein, sondern ein komplexer Zustand, der viele Systeme beeinflusst, darunter das Nervensystem, das Immunsystem und die emotionale Regulation. Während akuter Schmerz eine schützende Funktion gegen Verletzungen erfüllt, kann chronischer Schmerz auch nach Abschluss der Gewebeheilung fortbestehen. Die wichtigsten Faktoren, die zu chronischem Schmerz beitragen, sind:

  • Störungen des Nervensystems: Abnormale Veränderungen im Nervensystem können die Schmerzwahrnehmung verschärfen.
  • Chronische Entzündung: Anhaltende Entzündungen können den Schmerz aufrechterhalten oder verstärken.
  • Störfelder: Störherde wie alte Wunden, Operationsnarben oder Zahnprobleme können die normale Nervenleitung stören und Schmerzen verursachen.
  • Psychosoziale Faktoren: Stress und emotionale Belastungen können die Wahrnehmung des Schmerzes verschlimmern.

2. NEURALTHERAPIE: KONZEPT UND MECHANISMUS

Die Neuraltherapie bietet einen innovativen Ansatz zur Behandlung chronischer Schmerzen, indem sie das ANS reguliert und Störfelder behandelt. Durch die Injektion von Lokalanästhetika wie Procain erzielt sie eine ausgleichende Wirkung auf das Nervensystem.

2.1. GRUNDLEGENDE MECHANISMEN DER NEURALTHERAPIE

Die Neuraltherapie lindert Schmerzen über folgende Mechanismen:

  • Regulierung des autonomen Nervensystems: Das Gleichgewicht des ANS trägt zur Verringerung der Schmerzsignale bei.
  • Unterbrechung pathologischer Reflexbögen: Die Unterbrechung abnormaler Schmerzreflexe im Nervensystem setzt die Schmerzreaktionen des Körpers zurück.
  • Beseitigung von Störfeldern: Die Neuraltherapie lindert Schmerzen, indem sie die Nervenkommunikation in Störfeldern neu reguliert.
  • Regulierung der Entzündung: Durch die entzündungshemmende Wirkung der Lokalanästhetika wird die chronische Entzündung reduziert.

3. CHRONISCHE SCHMERZARTEN, DIE MIT NEURALTHERAPIE BEHANDELT WERDEN KÖNNEN

3.1. MUSKULOSKELETTALE SCHMERZEN

Muskuloskelettale Beschwerden wie Muskelkrämpfe, Arthrose und Rückenschmerzen können mit Neuraltherapie behandelt werden. Ein Patient mit Facettengelenksyndrom kann beispielsweise nach Procain-Injektionen eine deutliche Besserung erfahren.

3.2. NEUROPATHISCHER SCHMERZ

Neuropathische Schmerzarten wie diabetische Neuropathie und Ischias können mit der Neuraltherapie, die die Nervenfunktionen verbessert, wirksam behandelt werden.

3.3. KOPFSCHMERZEN UND MIGRÄNE

Die Neuraltherapie kann bei der Behandlung von chronischen Kopfschmerzen und Migräne wirksam sein. Insbesondere Injektionen an den okzipitalen Nerven reduzieren die Häufigkeit von Kopfschmerzen.

  1. FUNKTIONELLE VERBESSERUNG DURCH NEURALTHERAPIE

Das Management chronischer Schmerzen umfasst nicht nur die Schmerzlinderung, sondern auch die Steigerung der allgemeinen Funktionsfähigkeit des Einzelnen. Die Neuraltherapie ermöglicht durch die Kontrolle des Schmerzes eine Verbesserung der täglichen Aktivitäten und der Lebensqualität.

Hüseyin Nazlıkul

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