Langzeiteffekte der Neuraltherapie bei Fibromyalgie – Eine retrospektive multizentrische Analyse…

Zusammenfassung
Hintergrund: Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) ist eine chronische Schmerzerkrankung, die mit weit verbreiteten muskuloskelettalen Beschwerden, anhaltender Erschöpfung und einer verminderten Lebensqualität einhergeht. Viele Patienten sprechen nur begrenzt auf konventionelle Behandlungen an. Die Neuraltherapie (NT), eine zentrale Modalität der Regulationsmedizin, zielt darauf ab, das autonome Gleichgewicht wiederherzustellen und entzündliche Reflexe durch gezielte Injektionen von Lokalanästhetika zu modulieren.
Ziel: Diese retrospektive multizentrische Studie untersucht die Langzeitwirksamkeit der NT bei 565 Patienten mit therapieresistenter Fibromyalgie, die zuvor unzureichend auf Standardtherapien angesprochen hatten.
Methoden: Die Daten wurden zwischen 2017 und 2024 aus fünf neuraltherapeutischen Kliniken erhoben. Standardisierte Ergebnisparameter wurden zu Studienbeginn, unmittelbar nach der Behandlung sowie nach 3, 6 und 12 Monaten erfasst:
Schmerzintensität: Visuelle Analogskala (VAS)
Krankheitslast: Fibromyalgia Impact Questionnaire (FIQ)
Lebensqualität: Short Form-36 (SF-36), einschließlich der Subdomänen (körperliche Funktion, Schmerz, Energie/Erschöpfung, soziale Funktion, allgemeine Gesundheitswahrnehmung)
Für die statistische Analyse wurde der Friedman-Test für Messwiederholungen verwendet.
Ergebnisse:
Die VAS-Werte sanken von einem Mittelwert von 8,5 auf 1,9 nach der Behandlung und blieben über 12 Monate hinweg unter 3,0.
Die FIQ-Werte sanken von einem Ausgangsmittelwert von 78,1 auf 18,6 und blieben signifikant verbessert (Mittelwert 24,9 nach 12 Monaten).
Die körperliche Funktion im SF-36 stieg von 33,5 auf 82,0, mit anhaltenden Verbesserungen bei allen Nachuntersuchungen.
Soziale Funktionsfähigkeit, allgemeine Gesundheitswahrnehmung, Schmerz- und Vitalitätsdomänen zeigten ähnlich anhaltende Verbesserungen.
Die Abschlussquote der Behandlung lag bei 92,9%, was auf eine hohe Verträglichkeit und Patientenzufriedenheit hinweist.
Schlussfolgerung: Die Neuraltherapie führte bei Fibromyalgie-Patienten zu signifikanten und anhaltenden Verbesserungen bei Schmerz, körperlicher Funktionsfähigkeit, Energie und sozialer Teilhabe. Ihre multimodalen Effekte – autonome Modulation, entzündungshemmende Wirkung und verbesserte Mikrozirkulation – unterstützen ihren Einsatz in der integrativen und regulativen Schmerzmedizin. Diese Studie liefert starke Evidenz dafür, dass die Neuraltherapie eine wirksame, sichere und kosteneffiziente Option für Patienten mit therapieresistenter Fibromyalgie darstellt.
Weitere randomisierte kontrollierte Studien sind erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen und standardisierte Behandlungsprotokolle zu etablieren.
Vollständiger Artikel / Doi: https://zenodo.org/records/15585338
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