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FAQ

Wie wird die Neuraltherapie durchgeführt? Die Sitzung Schritt für Schritt

Die Neuraltherapie ist eine Injektionsbehandlung, bei der ein Lokalanästhetikum (Procain oder Lidocain) mit sehr feinen Nadeln an bestimmten Stellen eingesetzt wird. Ziel ist nicht nur, eine schmerzhafte Stelle zu betäuben, sondern über das vegetative Nervensystem die körpereigenen Regulationsmechanismen anzuregen. Was die Methode ist und worauf sie wissenschaftlich beruht, lesen Sie unter Was ist Neuraltherapie?; hier erklären wir, wie die Behandlung in der Praxis abläuft.

1. Erstgespräch und Untersuchung

Die Behandlung beginnt mit Zuhören, noch bevor eine Nadel zum Einsatz kommt. Neben Ihrer Beschwerde fragt der Arzt nach Operationen, Narben, Zahnbehandlungen, chronischen Infektionen und Impfungen. In der Neuraltherapie sind diese wichtig, weil eine Narbe oder ein Herd in einer entfernten Region über das Nervensystem Beschwerden an anderer Stelle auslösen kann. Solche Herde nennt man Störfelder; sie werden zuerst gesucht.

2. Welche Nadel, welche Substanz?

Meist werden feine, kurze Nadeln verwendet, wie man sie von Insulinspritzen kennt. Als Substanz dienen Procain oder Lidocain, seit Langem in der Medizin eingesetzte Lokalanästhetika. Es geht nicht darum, viel Medikament zu geben, sondern am richtigen Ort einen kleinen Reiz zu setzen; die Mengen sind daher in der Regel gering.

3. Wohin wird gespritzt?

Die Orte hängen vom Patienten und der Beschwerde ab. Je nach Befund wählt der Arzt eine oder mehrere der folgenden Möglichkeiten:

  • Intrakutane Injektionen: kleine Quaddeln in der Haut über dem schmerzhaften Bereich (Segmenttherapie).
  • Narben und Impfstellen: Narben, die als Störfeld vermutet werden.
  • Zahnfleisch und Zahnumgebung: bei Verdacht auf einen dentalen Herd.
  • Triggerpunkte und Muskel-Faszien-Gewebe: bei Schmerzen muskulären oder faszialen Ursprungs.
  • Umgebung von Nerven und Ganglien: wenn indiziert, durch einen Arzt mit anatomischer Erfahrung.

In einigen Fällen kann die Behandlung auch intravenös erfolgen; diese Entscheidung liegt stets beim Arzt.

4. Wie lange dauert eine Sitzung, wie viele sind nötig?

Eine Sitzung ist oft kurz; Einzelheiten und Häufigkeit legt der Arzt nach Art und Dauer der Beschwerde sowie nach der Person fest. Manche Patienten spüren schon in den ersten Sitzungen eine deutliche Erleichterung, bei lange bestehenden Beschwerden kann ein Plan über mehrere Sitzungen nötig sein. Ein Ergebnis kann nicht garantiert werden; das Ansprechen ist individuell.

5. Was kann direkt nach der Injektion geschehen?

Bei manchen Patienten bessert sich die Beschwerde, wenn die richtige Stelle behandelt wird, innerhalb kurzer Zeit deutlich — ein von den Brüdern Huneke beschriebenes Phänomen, das Sekundenphänomen. Es tritt nicht bei jedem auf. An der Einstichstelle können leichte Druckempfindlichkeit, Rötung oder ein kleiner Bluterguss auftreten, die meist rasch abklingen.

6. Sicherheit: Wer sollte vorsichtig sein?

Die Neuraltherapie ist eine ärztliche Maßnahme und sollte von einem geschulten, erfahrenen Arzt durchgeführt werden. Informieren Sie den Arzt vorab, wenn:

  • Sie gegen Lokalanästhetika (Procain, Lidocain usw.) allergisch sind,
  • Sie Blutverdünner einnehmen oder eine Gerinnungsstörung haben,
  • Sie schwanger sind oder stillen,
  • Sie regelmäßig Medikamente einnehmen oder chronische Erkrankungen haben.

Die Neuraltherapie ersetzt weder die Diagnostik noch andere notwendige Behandlungen; sie sollte gemeinsam mit der Einschätzung Ihres Arztes betrachtet werden.

Häufige Fragen

Tut Neuraltherapie weh?

Da sehr feine Nadeln verwendet werden, beschreiben die meisten Patienten das Gefühl als leichten Einstich. An empfindlichen Stellen wie Narben kann es stärker sein.

Wer darf Neuraltherapie durchführen?

Ärzte mit abgeschlossener Neuraltherapie-Ausbildung. Geschulte Ärzte finden Sie in der Ärzteliste der Neuraltherapie-Gesellschaft.

Weitere Informationen finden Sie unter Was ist Neuraltherapie? und auf der Seite Kontakt.