Wechselwirkung zwischen vegetativem Nervensystem und Immunsystem bei Autoimmunerkrankungen und…

Autoimmunerkrankungen sind Erkrankungen, die durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems gekennzeichnet sind, bei der dieses sein eigenes Gewebe angreift, und die mit chronischer, systemischer Entzündung einhergehen. In den letzten Jahren hat insbesondere COVID-19 und das Post-COVID-Syndrom eine Rolle als Auslöser für den Beginn von Autoimmunerkrankungen und als Verstärker bereits bestehender Erkrankungen übernommen. Zu den diesem Zustand zugrunde liegenden Mechanismen gehören: die durch die Infektion bedingte übermäßige Aktivierung des Immunsystems, der Zytokinsturm, die mitochondriale Dysfunktion, die Störung der Regulation des vegetativen Nervensystems (VNS) und die chronische Entzündung.
Während die Regulationsmedizin einen ganzheitlichen Ansatz bietet, um das Gleichgewicht des Immunsystems wiederherzustellen und die Symptome zu lindern, ist die Neuraltherapie eine wichtige Behandlungsmethode, die insbesondere über das vegetative Nervensystem die Regulation des Immunsystems unterstützt.
Verschlimmerung von Autoimmunerkrankungen nach COVID-19 und Post-COVID
Nach einer COVID-19-Infektion wird das Immunsystem von intensiven entzündlichen Prozessen beeinflusst. Zu diesen Auswirkungen gehören:
- Zytokinsturm: Die durch COVID-19 verursachte übermäßige Entzündungsreaktion kann die Ordnung des Immunsystems stören und autoimmune Mechanismen auslösen.
- Molekulare Mimikry: Manche Proteine von SARS-CoV-2 weisen Strukturen auf, die den Proteinen im menschlichen Gewebe ähneln, wodurch das Immunsystem fälschlicherweise das eigene Gewebe angreifen kann.
- Störung der Darmmikrobiota: COVID-19 kann die Darmmikrobiota beeinträchtigen, wodurch die Darm-Hirn-Immun-Achse gestört und die Autoimmunität verstärkt werden kann.
- Dysfunktion des autonomen Nervensystems: Die Dysautonomie, ein häufiger Bestandteil von COVID-19 und dem Post-COVID-Syndrom, stört das sympathisch-parasympathische Gleichgewicht und behindert das reibungslose Funktionieren des Immunsystems.
Wechselwirkung zwischen vegetativem Nervensystem und Immunsystem
Das vegetative Nervensystem (VNS) spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulation des Immunsystems.
- Sympathisches Nervensystem: Chronischer Stress und sympathische Überaktivität bringen die Immunantwort aus dem Gleichgewicht, verstärken Entzündungen und lösen autoimmune Schübe aus.
- Parasympathisches Nervensystem: Eine Abnahme des parasympathischen Tonus verringert die entzündungshemmenden Wirkungen des Immunsystems und stört die Immunüberwachung. Insbesondere der Vagusnerv spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation des Immunsystems.
Ein gestörtes VNS ist ein bedeutender Auslösefaktor sowohl für den Beginn als auch für Schübe von Autoimmunerkrankungen. Durch die Dysautonomie nach COVID-19 werden diese Prozesse noch deutlicher.
Der regulationsmedizinische und neuraltherapeutische Ansatz nach Nazlikul
Regulation des vegetativen (autonomen) Nervensystems
Die Neuraltherapie ist eine wirksame Methode zur Ausbalancierung des VNS und zur Regulation des Immunsystems. Injektionen mit Lokalanästhetika können sowohl den sympathischen als auch den parasympathischen Tonus regulieren und so die übermäßige Aktivierung des Immunsystems unter Kontrolle bringen.
- Ganglion-Stellatum-Anwendungen: Ein wirksames Protokoll zur Regulation des sympathischen Nervensystems und zur Reduzierung von Entzündungen.
- Unterstützung des Vagusnervs: Trägt durch die Steigerung der parasympathischen Aktivität zur Kontrolle der Entzündung bei.
Behandlung von Störfeldern
Störfelder (z. B. Zahnherde, alte Operationsnarben, chronische Infektionen) können über das vegetative Nervensystem eine dauerhafte Stressbelastung des Immunsystems verursachen.
- Behandlung von Störfeldern mit Neuraltherapie: Die Beseitigung der neurogenen Wirkungen dieser Felder verringert die Belastung des Immunsystems und ermöglicht die Kontrolle autoimmuner Schübe.
Regulierung der Darmmikrobiota
Die Darm-Hirn-Immun-Achse hat eine entscheidende Bedeutung für das Management von Autoimmunerkrankungen. Zur Unterstützung der Darmgesundheit nach COVID-19:
- Probiotische und präbiotische Unterstützung: Wiederherstellung des mikrobiellen Gleichgewichts.
- Glutenfreie und zuckerarme Ernährung: Kann wirksam sein, um Entzündungen zu reduzieren und die Darmdurchlässigkeit wiederherzustellen.
Entzündungshemmende Nährstoffunterstützung
Nahrungsergänzungsmittel spielen beim Management von Autoimmunerkrankungen eine wichtige Rolle bei der Kontrolle von Entzündungen. Empfohlene Präparate:
- NADH und CoQ10: Unterstützen die mitochondrialen Funktionen und steigern die Energieproduktion.
- Vitamin D: Unterstützt die Immunregulation und reduziert Entzündungen.
- Omega-3-Fettsäuren: Regulieren die Zytokinproduktion und wirken entzündungshemmend.
- Glutathion: Eines der stärksten Antioxidantien des Körpers und sorgt für das Gleichgewicht des Immunsystems.
- Zink und Selen: Unterstützen das Immunsystem und reduzieren oxidativen Stress.
- Einnahme der Kapsel Tetra DTX Plus zur Ausscheidung und Elimination von Schwermetallen.
Psychologische Regulation
Chronischer Stress kann durch die Steigerung der Aktivität des sympathischen Nervensystems das Gleichgewicht des Immunsystems stören. Stressmanagement ist für die Kontrolle von Autoimmunerkrankungen wichtig:
- Achtsamkeitstechniken und Meditation: Erhöhen den parasympathischen Tonus.
- Sicherstellung eines geregelten Schlafs: Ein entscheidender Faktor für das reibungslose Funktionieren des Immunsystems.
Der klinische Ansatz nach Nazlikul für autoimmune Schübe nach COVID-19
Patientenbeurteilung:
• Feststellung der Dysfunktion des vegetativen Nervensystems.
• Identifizierung von Störfeldern (z. B. Narben, Zahnherde).
• Beurteilung der Darmgesundheit (Dysbiose, durchlässiger Darm).
Behandlungsstrategie:
Neuraltherapie:
- Ganglion-Stellatum-Blockade und Störfeldtherapie.
- Anwendungen zur Regulation des Vagusnervs.
- Ernährung und Nahrungsergänzung:
- Entzündungshemmende Ernährung und die oben genannten Nahrungsergänzungsmittel.
Psychologische Unterstützung:
- Stressmanagement-Techniken und Psychotherapie.
Langfristige Nachsorge:
- Überwachung der Immunreaktionen und der Nervensystemregulation des Patienten.
- Frühzeitiges Eingreifen bei wiederkehrenden entzündlichen Prozessen in der Post-COVID-Phase.
Fazit:
Die Wechselwirkung zwischen dem vegetativen Nervensystem und dem Immunsystem spielt eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen und deren Schüben. COVID-19 und das Post-COVID-Syndrom können dieses Gleichgewicht weiter stören und autoimmune Prozesse auslösen. Regulationsmedizin und Neuraltherapie bieten wirksame Werkzeuge zur Behandlung von Störfeldern, zur Regulation des autonomen Nervensystems und zur Ausbalancierung des Immunsystems.
In der Bekämpfung von Autoimmunerkrankungen in der Zeit nach COVID kommt einem multidisziplinären, individualisierten und ganzheitlichen Ansatz entscheidende Bedeutung zu. Die Neuraltherapie lindert in diesem Zusammenhang nicht nur die Symptome, sondern zielt zugleich auf die grundlegenden Mechanismen der Erkrankung ab und ermöglicht so eine langfristige Genesung.
Dr. Hüseyin Nazlikul, M.D., PhD.
Präsident von IFMANT, BNR, MTAR
Specialist in General Medicine - Medical Biophysics
President of IFMANT (International Federation of Medical Associations of Neural Therapy)
President of the Turkish Neural Therapy Society
President of the Turkish Manual Medicine- Pain Regulation Association
Hakkı Yeten Cad. Vital Fulya Plaza No:23 Kat:3 D:10 Fulya 34394 Şişli – İstanbul
Tel: 0 (212) 219 19 12 oder 219 09 00 Fax: 0 (212) 219 18 38