Achtung bei Schlaflosigkeit: Ihr Körper schlägt Alarm
Schlaflosigkeit wird meist still erlebt.
Niemand schreit auf.
Niemand rennt in die Notaufnahme.
Doch biologisch betrachtet ist Schlaflosigkeit einer der lautesten Hilferufe des Organismus. Denn Schlaf ist der lebenswichtige Reparaturprozess.
Während des Schlafs wird das Immunsystem reguliert. Zelluläre Abfallstoffe werden gereinigt. Die Hirnflüssigkeiten entfernen toxische Stoffwechselprodukte. Die Mitochondrien werden neu programmiert.
Hormongleichgewichte werden hergestellt. Die Netzwerke des Nervensystems synchronisieren sich.
Ein Körper, der nicht schlafen kann, ist ein Körper, der sich nicht reparieren kann. Und ein Körper, der sich nicht reparieren kann, sammelt Belastung an. Deshalb ist Schlaflosigkeit nicht nur eine Beschwerde; sie ist ein biologischer Alarm, der viele Systeme betrifft.
Bei vielen Menschen tritt Schlaflosigkeit heute nicht allein auf:
Darmprobleme begleiten sie.
Muskelschmerzen begleiten sie.
Herzklopfen begleitet sie.
Angst begleitet sie.
Brain Fog begleitet sie.
Emotionale Schwankungen begleiten sie.
Geschwächte Immunabwehr begleitet sie.
Denn Schlaflosigkeit ist eine Störung des Zentrums. Wenn das Zentrum gestört ist, geraten die umgebenden Systeme aus der Ordnung. Aus der Perspektive der Regulationsmedizin zeigt Schlaflosigkeit, dass die Anpassungsfähigkeit des Organismus gesunken ist. Das heißt, der Körper kann die Belastung nicht mehr tolerieren. Diese Belastung ist nicht nur körperlicher Natur.
Es gibt geistige Belastung.
Es gibt emotionale Belastung.
Es gibt sensorische Belastung.
Es gibt zeitliche Belastung.
Es gibt soziale Belastung.
Und all diese Belastungen werden über das Nervensystem in den Körper eingeschrieben.
Schlaflosigkeit sagt meist Folgendes: „Ich kann es nicht mehr tragen.“
Die moderne Kultur hat dem Körper Folgendes beigebracht: „Halt durch.“
Doch die Biologie spricht eine andere Sprache: „Bring es in Ordnung.“
Schlaflosigkeit ist die Stimme eines Körpers, der sich nicht ordnen kann. Deshalb ist es falsch, Schlaflosigkeit nur über den „Schlaf“ zu betrachten. Schlaflosigkeit ist ein Ergebnis. Sie ist nicht die Ursache.
Die Ursache liegt meist hier:
• Blockade des autonomen Nervensystems
• Überlastung des limbischen Systems
• Störung der Darmflora
• Rückgang der zellulären Energieproduktion
• Schwäche der Mikrozirkulation
• Toxische Belastung des Bindegewebes
• Emotionale Unterdrückung
• Ständige Bedrohungswahrnehmung
Solange dieses Bild besteht, schläft der Körper nicht. Denn Schlaf bedeutet Wehrlosigkeit. Und der Körper weigert sich, wehrlos zu sein. Schlaflosigkeit ist deshalb keine Störung, sondern ein Schutzreflex.
Der Organismus sagt: „Die Bedingungen sind nicht sicher.“ Deshalb beginnt der wahre Ansatz zum Schlaf nicht mit der Frage „Wie bringen wir jemanden zum Schlafen“, sondern mit der Frage „Wie entspannen wir?“
Ein entspannter Körper schläft. Ein gezwungener Körper leistet Widerstand. Der Kampf gegen Schlaflosigkeit vergrößert die Schlaflosigkeit. Denn der Kampf reizt das Nervensystem noch mehr. Dabei braucht die Schlaflosigkeit keinen Kampf, sondern Auflösung.
Langsamerer Atem.
Gedämpfteres Licht.
Weniger Bildschirm.
Wärmerer Kontakt.
Regelmäßigerer Rhythmus.
Sauberer Darm.
Ausgeglichenerer Blutzucker.
Entladenere Gefühle.
Schlaflosigkeit ist kein Problem. Schlaflosigkeit ist eine Botschaft. Und wie jede Botschaft löst sie sich nicht auf, ohne dass man ihr zuhört.
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