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Vulvaschmerzen (Vulvodynie) lassen sich mit Neuraltherapie erfolgreich behandeln. Vulvaschmerzen…

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 02.10.2022 3 min read
Vulvaschmerzen (Vulvodynie) lassen sich mit Neuraltherapie erfolgreich behandeln. Vulvaschmerzen sind ein quälendes Schmerzempfinden im äußeren weiblichen Genitalbereich, das sich mit Neuraltherapie erfolgreich behandeln lässt.
Vulvaschmerzen sind ein quälendes Schmerzempfinden im äußeren weiblichen Genitalbereich, das sich mit Neuraltherapie erfolgreich behandeln lässt.

Vulvodynie bezeichnet das Auftreten eines quälenden Schmerzempfindens im äußeren weiblichen Genitalbereich. Sie kann Tage, Monate oder Jahre andauern. Sie kann zeitweise auftreten oder aber konstant und großflächig vorhanden sein. Dieser Zustand ist nicht lebensbedrohlich, beeinträchtigt jedoch die Lebensqualität erheblich.

Hauptsymptome:

  • Stechendes und brennendes Gefühl an der Vulva
  • Reizung, Juckreiz, Schwellung und Schmerzen an der Vulva

Ursachen:

Die genaue Ursache ist unbekannt. Es gibt jedoch einige Theorien dazu. Dazu gehören:

  • Reizung oder Schädigung der Vulvanerven aus unbekannter Ursache
  • Allergische Veranlagung
  • Darmflorastörung
  • Erhöhte Oxalatkristalle im Urin
  • Spasmus oder Reizung der Beckenbodenmuskulatur
  • Das Vorhandensein von in diesem Bereich durchgemachten herpesähnlichen Viren
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Störfelder

Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass diese Erkrankung durch Geschlechtsverkehr übertragen werden oder ansteckend sein kann.

DIAGNOSE:

Die Diagnosestellung ist nicht ganz einfach. Für die Diagnose müssen sexuell übertragbare Infektionen ausgeschlossen werden.

Bestehen Schmerzen, ohne dass eine Ursache gefunden werden kann, weist dies auf die Diagnose Vulvodynie hin.

Ganzheitliche Behandlung:

Es erfolgt eine symptomlindernde und beruhigende Behandlung. Doch diese Erkrankung, für die es nach klassischer Medizin angeblich keine Behandlung gibt, lässt sich mit Neuraltherapie erfolgreich behandeln.

Für eine korrekte Behandlung reicht die Diagnosestellung allein nicht aus. Die der Diagnose zugrunde liegenden Ursachen müssen neben der modernen Medizin auch mithilfe eines komplementärmedizinischen Ansatzes bis zur eigentlichen Quelle des Problems zurückverfolgt werden. Alle in diesem Bereich befindlichen Strukturen, die als Ursache eines Problems in Frage kommen, müssen untersucht und in die Behandlung einbezogen werden.

Die Stimulation der zum Vulva-Segment gehörigen sympathischen und parasympathischen Nerven mittels Neuraltherapie. Die Einbeziehung der Dickdarm- und Blasensegmente in die Behandlung.

Die funktionelle Einheit von ISG (Iliosakralgelenk) und Symphyse muss berücksichtigt werden, und ein bei Blockierung bestehendes Hindernis muss beseitigt werden.

Mittels Magnetfeldtherapie sollten abwechselnd 10 Hz, 1-100 Hz und 330 Hz angewendet werden.

  • Die Behandlung sollte mit der Untersuchung der Adler-Langer-Druckpunkte beginnen.
  • Mit dem Kibler-Hautfaltentest werden die betroffenen Segmentebenen ermittelt.
  • Welches Segment betroffen ist, wird in die Therapie einbezogen; es sollten Quaddeln im Bereich T8-S4 gesetzt werden.
  • Alle mit diesen Segmenten verbundenen Muskeln müssen untersucht werden, und alle als druckempfindlich befundenen Triggerpunkte müssen in die Therapie einbezogen werden.
  • Unter den Ursachen von Rückenschmerzen ist das Facettensyndrom keineswegs zu vernachlässigen. Die Facetteninjektion ist für den Therapieerfolg von großer Bedeutung.
  • Bei den Patientinnen muss unbedingt das ISG untersucht werden; liegt in diesem Gelenk eine Funktionsstörung vor, sollte auch eine Gelenkinjektion durchgeführt werden.
  • Der für diesen Bereich übergeordnet wirksame Nerv ist der sympathische Grenzstrang auf Höhe L2.
  • Liegt zusammen mit dem sympathischen Grenzstrang eine Nervenwurzelkompression vor, wird eine Injektion an die Nervenwurzel vorgenommen.

In therapieresistenten Fällen, die sich nicht lösen lassen, wird nach einem Störfeld gesucht.

Dr. Hüseyin NAZLIKUL
IFMANT = Präsident der Internationalen Neuraltherapie-Föderation
Präsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Neuraltherapie und Regulationsmedizin 

Verwendete Quellen:
•    Nazlikul, H: Neuraltherapie-Lehrbuch 
•    Nazlikul, H: Neuraltherapie – Eine andere Behandlung ist möglich
•    H. Barop (Übersetzer H. Nazlikul), Neuraltherapie-Atlas 
•    L. Fischer (Übersetzer H. Nazlikul und Y. Tamam), Neuraltherapie-Buch
•    James W. NcNabb (Übersetzer H. Nazlikul und Y. Tamam), Gelenk- und Weichteilinjektionen
•    Weinschenk, S: Neuraltherapie 
•    Fischer, L et al: Lehrbuch Integrative Schmerztherapie