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Vor Jahren wurde gewarnt, wir haben es nicht beachtet: Die eigentliche Ursache des Burnouts

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 19.02.2026 3 min read

Während zunehmende Konzentrationsstörungen, Brain Fog und Burnout-Beschwerden diskutiert werden, ist eine aus dem Jahr 2003 stammende Studie, die als einer der Wendepunkte der Schlafforschung gilt, erneut ins Gespräch gekommen. Die Studie zeigt, dass 6 Stunden Schlaf schädlichere Folgen haben können als angenommen.

In den letzten Jahren werden insbesondere unter berufstätigen Erwachsenen Beschwerden über verkürzte Aufmerksamkeitsspannen, Entscheidungsschwierigkeiten und geistige Trägheit häufiger geäußert. Dass der Schlaf innerhalb eines leistungsorientierten Lebensstils in den Hintergrund gerät, macht dieses Bild noch sichtbarer.

Eine 2003 in der Fachzeitschrift Sleep veröffentlichte und als Wendepunkt geltende Studie im Bereich der Schlafforschung maß die Auswirkungen chronischer Schlafeinschränkung unter Laborbedingungen. In der Studie wurden gesunde Erwachsene über 14 Tage in drei Gruppen eingeteilt: solche, die 8 Stunden, 6 Stunden und 4 Stunden pro Nacht schliefen. Zusätzlich gab es eine Vergleichsgruppe, die vollständig ohne Schlaf blieb. Aufmerksamkeit, Reaktionszeit und kognitive Leistungsfähigkeit der Teilnehmer wurden in regelmäßigen Abständen getestet.

6 STUNDEN SCHLAF WIRKT WIE EINE „DURCHWACHTE NACHT“
Die Ergebnisse der Studie waren bemerkenswert. Die Leistungsfähigkeit der Gruppe, die zwei Wochen lang 6 Stunden pro Nacht schlief, sank auf ein ähnliches Niveau wie bei Personen, die 24 Stunden ununterbrochen wach geblieben waren. Die Leistungsfähigkeit der Gruppe, die 4 Stunden schlief, sank auf ein mit 48 Stunden Schlafentzug vergleichbares Niveau.

Der auffälligste Befund war die subjektive Müdigkeitswahrnehmung der Teilnehmer. Obwohl sich die Probanden nach einigen Tagen nicht mehr müder fühlten, zeigten die objektiven Tests, dass die kognitive Leistungsfähigkeit weiterhin sank. Mit anderen Worten: Die Betroffenen bemerkten die Verschlechterung ihrer eigenen Leistung nicht.

Die Studie zeigte, dass chronische Schlafeinschränkung ebenso zerstörerisch sein kann wie kurzfristige Schlaflosigkeit, und dass dies meist subjektiv nicht wahrgenommen wird.

DAUER UND QUALITÄT DES SCHLAFS
Die Diskussion über die Schlafdauer beschränkt sich nicht nur auf akademische Publikationen. Prof. Dr. Hüseyin Nazlıkul weist in seinem Buch „Uyuyamıyorum“ (Ich kann nicht schlafen) darauf hin, dass ein erwachsener Mensch für ein gesundes Leben durchschnittlich 8 Stunden pro Tag schlafen sollte. Nazlıkul betont, dass sich der Schlafbedarf je nach genetischen Faktoren, Alter, Jahreszeit und ausgeübter Tätigkeit unterscheiden kann, und weist darauf hin, dass nicht die Schlafdauer, sondern vielmehr die Schlafqualität entscheidend ist.

Nach Nazlıkuls Ansicht sind die Einschlafzeit, die nächtlichen Aufwachphasen und die Kontinuität des Schlafs entscheidend dafür, ob man ausgeruht aufwacht. Nazlıkul, der betont, dass der REM-Schlaf eine entscheidende Rolle für das emotionale Gleichgewicht spielt, empfiehlt für einen qualitativ hochwertigen Schlaf eine dunkle Umgebung, regelmäßige Schlafzeiten und ein Schlafzimmer ohne elektronische Geräte.

WAS SAGT DER WISSENSCHAFTLICHE RAHMEN
Der aktuelle wissenschaftliche Konsens zeigt, dass die große Mehrheit der Erwachsenen 7–9 Stunden Schlaf benötigt. Experimentelle Studien weisen darauf hin, dass insbesondere ein konstant auf 6 Stunden festgelegter Schlaf kumulative Kosten für Aufmerksamkeit, Reaktionszeit und Arbeitsgedächtnis verursachen kann.

Auch wenn die Schlafdauer von Person zu Person variiert, zeigen Studien, dass die Auswirkungen chronischen Schlafmangels auf die Leistungsfähigkeit nicht verschwinden, selbst wenn er als gewohnt empfunden wird.

Während die Diskussionen über zunehmendes Burnout und geistige Trägheit anhalten, erinnern diese vor 23 Jahren veröffentlichten experimentellen Daten erneut daran, dass Schlaf ein biologisches Bedürfnis ist: Nicht nur die Dauer, sondern auch die Regelmäßigkeit und Qualität sind wichtig, doch die Kosten chronischen Mangels sammeln sich meist im Stillen an.

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