Akute und Chronische Sinusitis – Regulationsmedizinischer Neuraltherapie-Behandlungsansatz Die…

Beim Nasenatmen, insbesondere in der Ausatemphase, gelangt Luft in ihr Inneres. Sie sind dafür verantwortlich, die Tonlage der menschlichen Stimme mitzubestimmen und das Gewicht des Kopfes zu verringern. Solange Luft in die Nasennebenhöhlen hinein- und wieder herausströmt, zeigen sie keinerlei funktionelle Störung. Sobald jedoch aus irgendeinem Grund der Luftzutritt zu einer oder mehreren Nasennebenhöhlen gestört ist, entsteht das als Sinusitis bezeichnete Krankheitsbild.
An erster Stelle der Ursachen für eine gestörte Verbindung der Nasennebenhöhlen zur Nase stehen lang andauernde und nicht ausreichend behandelte Schnupfen sowie verschiedene allergische Ereignisse. Beide Zustände führen durch das von ihnen in der Schleimhaut verursachte Ödem zu einer Verlegung der Atemwege und in der Folge, durch bakterielles Wachstum, zur Sinusitis. Septumdeviationen und Muschelhyperplasien können ebenfalls häufige Ursachen einer Sinusitis sein.
Eine katarrhalische (schnupfenartige) oder suppurative (eitrige) Infektion der Nasennebenhöhlen kann eine oder mehrere Nasennebenhöhlen betreffen. Das Krankheitsbild, das entsteht, wenn alle Nasennebenhöhlen von der Infektion betroffen sind, wird als Pansinusitis bezeichnet. All dies sind rhinogen bedingte Sinusitiden. Daneben gibt es die selten auftretende maxilläre Sinusitis, deren Ursache dental bedingt ist; Zahnextraktion, fehlerhaftes Implantat, Entzündung...
Zu den Symptomen der akuten Sinusitis zählen Nasenverstopfung mit Nasenausfluss, vorübergehender Hörverlust sowie infolge des postnasalen Sekretflusses Pharyngitis und Laryngitis. Fieber tritt bei der Sinusitis selten auf. Kopfschmerzen treten vor allem in der Phase auf, in der die Nasennebenhöhlen verschlossen sind. Kopfschmerz ist eher ein Symptom der chronischen Sinusitis.
Behandlung:
Aus komplementärmedizinischer Sicht liegen der Sinusitis in ihrem Grunde ein Störfeld und eine Dysfunktion im Darm zugrunde. Deshalb schlagen lokal durchgeführte Therapien oft nicht ausreichend an. Aus dieser Perspektive betrachtet sollte die Regulierung der Darmflora der erste Behandlungsansatz sein.
Anamnese und Befunde, eine umfassende körperliche Untersuchung und anschließend erneut eine umfassende und ausführliche Anamnese. Bei der körperlichen Untersuchung wird dringend empfohlen, die Adler-Punkte im Hinblick auf ein Störfeld zu untersuchen.
Lokale Behandlung der lokalen Druckpunkte, an denen die Probleme festgestellt wurden. Kurz gesagt, die segmentale Behandlung muss unter Berücksichtigung des Segments, dem der betroffene Bereich zugehört, untersucht und therapiert werden.
Ernährungs- und Stuhlgangsgewohnheiten müssen umfassend erfragt werden. Bei der Anamnese ist der zeitliche Zusammenhang zu berücksichtigen. Eine als Folge einer anderen Erkrankung auftretende Sinusitis, ob akut oder chronisch, hat häufig ihren Ursprung in einem Störfeld. Als Störfeld beobachten wir dabei häufig eine Dysfunktion im Darm.
Lokale Therapie: Die Austrittspunkte des Trigeminusnervs, die Erleichterung des lymphatischen Abflusses im Gürtelbereich, der Mastoid sowie die Tonsillen sollten stimuliert werden. Die für den Darm wichtigen Segmente T8–L1 und S2–S4 sollten stimuliert werden. Bei Bedarf sollten mit tiefen Injektionen das Ganglion pterygopalatinum,
das Ganglion stellatum und das Ganglion coeliacum umspritzt werden.
Behandlung der Störfelder und Reizbehandlung
Bei einer im Frontalbereich lokalisierten Sinusitis sollte eine Injektion am Foramen supraorbitale erfolgen. Bei der maxillären Sinusitis muss unbedingt das Foramen infraorbitale stimuliert werden.
Weitere unterstützende Behandlungen
- Injektion der Störfelder mit Lokalanästhetikum (Procain, Lidocain): Nasennebenhöhlen, sämtliche Narbengewebe, Zahnunterseiten, Tonsillen (Tonsilla pharyngea und Tonsilla palatina)
- Lokalanästhetikum-Injektion in den lokalen Bereich: Zervikale paravertebrale Muskulatur, Nervenaustrittspunkte (N. supraorbitalis, Nn. occipitales major und minor, N. infraorbitalis, N. mentalis, Kiefergelenk, N. nasolabialis, Injektion von Ganglion stellatum und Ganglion pterygopalatinum
Verwendete Quellen:
• Nazlikul, H: Neuraltherapie-Lehrbuch
• Nazlikul, H: Neuraltherapie – Eine andere Behandlung ist möglich
• H. Barops (Übersetzer H. Nazlikul) Neuraltherapie-Atlas
• L. Fischers (Übersetzer H. Nazlikul und Y. Tamam) Neuraltherapie-Buch
• James W. NcNabb (Übersetzer H. Nazlikul und Y. Tamam) Gelenk- und Weichteilinjektionen
• Weinschenk, S: Neuraltherapie
• Fischer, L et al.: Lehrbuch Integrative Schmerztherapie