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Lebensmittel, die Sie zur Vorbeugung von Übersäuerung meiden sollten Das Säure-Basen-Gleichgewicht…

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 20.11.2022 8 min read
Lebensmittel, die Sie zur Vorbeugung von Übersäuerung meiden sollten Das Säure-Basen-Gleichgewicht in unserem Körper muss ständig aufrechterhalten werden...
Das Säure-Basen-Gleichgewicht in unserem Körper muss ständig aufrechterhalten werden...

Die Auswirkung von Käse auf die Übersäuerung

In der Bevölkerung wird angenommen, Käse sei für die Kalziumversorgung sehr wichtig, und auch Ärzte empfehlen bei Osteoporose oft, reichlich Käse zu essen. Es wird sogar behauptet, dass der Kalziumgehalt der Knochen steige, wenn man viel Käse esse.

Tatsächlich entsteht jedoch beim Verzehr von Fleisch und Käse während der in den Zellen ablaufenden Stoffwechselvorgänge eine übermäßige Menge an Säure, und um diese Säure auszuscheiden, wird eine große Menge an Kalzium und alkalisch wirkenden Mineralstoffen benötigt. Auf diese Weise wird das Kalzium zusammen mit der Säure wieder ausgeschieden. Das heißt: Mit dem Käse nimmt man zwar Kalzium auf, aber ein noch größerer Anteil wird aufgrund der durch den Käse verursachten Übersäuerung wieder ausgeschieden. Zu glauben, ein Kalziummangel lasse sich durch den Verzehr von Käse beheben, bedeutet, diesen Teufelskreis von Anfang an zu akzeptieren.

Das Säure-Basen-Gleichgewicht in unserem Körper muss ständig aufrechterhalten werden. Ein übermäßiger Anstieg der Säure kann dazu führen, dass eine Person in ein Koma fällt, das sogar tödlich enden kann. Einer der Mechanismen, die zu dessen Verhinderung in Gang gesetzt werden, ist, dass unser Gehirn die Sauerstoffaufnahme verlangsamt. Weniger Sauerstoff bedeutet, dass Probleme wie Müdigkeit, Schwäche und Kraftlosigkeit auftreten.

In zahlreichen, insbesondere in der Schweiz und in Deutschland durchgeführten Studien wurden bei Personen, die tierische Lebensmittel zu sich nahmen, hohe Säure- und Kalziumwerte im Urin festgestellt. Dies zeigt, dass mit dem Urin deutlich mehr Kalzium ausgeschieden wird, als über tierische Lebensmittel aufgenommen wurde. Der sinnvollste Ansatz, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, besteht darin, den Konsum tierischer Lebensmittel zu reduzieren.

Die Ursache der heute sehr häufig auftretenden Osteoporose, also des Knochenschwundes, ist weniger eine kalziumarme Ernährung als vielmehr der Kalziumverlust des Körpers. Aus diesem Grund ist es sinnlos, diesen Patienten von außen zusätzliches Kalzium über tierische Lebensmittel zuzuführen. Während bei Personen mit tierischer Ernährung hohe Säure- und Kalziumwerte im Urin festgestellt wurden, zeigte sich bei Personen mit hohem Obst- und Gemüsekonsum ein geringerer Kalziumverlust. Kurz gesagt: Man hat erkannt, dass Osteoporose nicht auf eine unzureichende Zufuhr tierischen Kalziums, sondern auf Kalziumverlust zurückzuführen ist. Damit ist die Aussage „Wer Käse isst, bekommt stärkere Knochen" hinfällig geworden. Da zur Neutralisierung der Säure übermäßig viel Sauerstoff verbraucht wird, kommt es zu einer verminderten Sauerstoffversorgung der Organe und damit einhergehend zu einer eingeschränkten Organfunktion; bei diesen Personen treten Symptome wie Müdigkeit, Schwäche, Kraftlosigkeit, Benommenheit und Schläfrigkeit auf.

Die zweite bedeutende Gefahr, die Käse und Fleischprodukte im Körper hervorrufen, besteht darin, dass sie das deutlich leichtere Auftreten chronischer Infektionen begünstigen. Denn die durch Fleisch und Käse verursachte Übersäuerung von Blut und Gewebe schwächt das Immunsystem. Hierzu wurden zahlreiche wissenschaftliche Artikel veröffentlicht. Die Folge einer Schwächung des Immunsystems ist zudem, dass Organe und Zellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, wodurch sich Bakterien, Viren und Pilze in dem so schlecht versorgten Gewebe schneller vermehren können. Diese Lebensmittel schwächen das Immunsystem und begünstigen dadurch, dass sich Infektionen leichter im Körper festsetzen.

Bei Menschen, die sich auf diese Weise ernähren, vergeht die Müdigkeit auch durch Schlaf nicht. Selbst wenn sie sehr lange, etwa 10 Stunden am Tag, schlafen, fühlen sie sich dennoch müde. Denn es dauert sehr lange, die durch Fleisch und Käse entstandene Säure zu neutralisieren und das Säure-Basen-Gleichgewicht wieder in den Normalzustand zurückzuführen. Da der Körper den aufgenommenen Sauerstoff dazu verwendet, die entstandene Säure zu neutralisieren, treten Müdigkeit, Schwäche und Kraftlosigkeit auf.

Insbesondere wenn abends Fleisch und Käse gegessen wurden, wird es sehr lange dauern, bis Sie sich am nächsten Tag von der Müdigkeit erholt haben. Ein weiterer Grund, der diesen Zustand verschlimmert, ist natürlich unser biologischer Rhythmus. Denn Lebensmittel, die spät am Abend verzehrt werden, sind schwerer zu verdauen.

Schlaf ist weniger eine Ruhephase als vielmehr ein aktiver Prozess, in dem sich der Körper erneuert. Wenn während dieser Zeit schwer verdauliche und übersäuernde Lebensmittel verzehrt wurden, verschlimmert sich dadurch die chronische Müdigkeit noch weiter.

Aus diesem Grund sollten Fleisch und Fleischprodukte höchstens zweimal pro Woche verzehrt werden, und Käse sollte aus den oben genannten Gründen nicht in großen Mengen gegessen werden.

Die Auswirkung von Fleisch auf die Übersäuerung

Die eigentliche Ursache von Bluthochdruck ist das „Homocystein", das entsteht, wenn die Aminosäure „Methionin", die im Darm insbesondere durch den übermäßigen Verzehr tierischer Lebensmittel wie Fleisch und Fleischprodukten entsteht, nicht durch die Vitamine B6 und B12 eliminiert werden kann. Die Auswirkungen von Homocystein auf die menschliche Gesundheit und die Cholesterinbildung werden erst in jüngster Zeit besser verstanden. Dieses Thema ist zugleich einer der wichtigsten Bausteine der Anti-Aging-Behandlung. Homocystein führt dazu, dass oxidiertes LDL-Cholesterin von den Makrophagen im Blut als Fremdstoff erkannt wird. Die Makrophagen versuchen, das LDL-Cholesterin in sich aufzunehmen und zu zerstören. Die dabei freigesetzten toxischen Stoffe lagern sich an der Innenwand der Gefäße ab und führen so zu Arteriosklerose.

Arteriosklerose ist die Ursache verschiedenster Erkrankungen, allen voran Hirnblutung, Herzinfarkt und Dickdarmkrebs. Für diese Patienten ist ein Entgiftungsprogramm (Detox) sehr wichtig, um gesund zu bleiben. Dabei sollte besonders darauf geachtet werden, dass das Entgiftungsprogramm von einem in der Entgiftung erfahrenen Arzt durchgeführt wird. Denn sowohl die zu ergänzenden Vitamine als auch das anzuwendende Ernährungsprogramm müssen individuell auf die jeweilige Person abgestimmt sein.

Die Auswirkung von Weißmehl auf die Übersäuerung

Auch aus raffiniertem Mehl hergestellte Lebensmittel sind gesundheitsschädlich. Mit aus raffiniertem Mehl hergestellten Lebensmitteln sind nicht ballaststoffreiche Lebensmittel (Gemüse und Obst) gemeint, sondern stärkehaltige Lebensmittel, insbesondere solche aus raffiniertem Mehl. Das eigentliche Problem hierbei ist die Stärke. Da Stärke ein Polysaccharid ist, wird sie im Darm zunächst in Disaccharide und anschließend im Blut in Glukose umgewandelt.

In Brot, Nudeln, Zucker, Süßigkeiten und verschiedenen Getreideprodukten befindet sich sehr viel Stärke. Der überschüssige, im Blut vorhandene und nicht sofort verbrannte Glukoseanteil wird für die spätere Verwendung in Fett umgewandelt und im Körper gespeichert. Dies gilt als eine der Hauptursachen für Übergewicht. Die Stärke, von der hier die Rede ist, ist die Stärke in raffinierten Kohlenhydraten. Bei komplexen Kohlenhydraten, also bei Gemüse, Obst sowie bei Reis- und Getreideprodukten, deren natürliche Struktur unverändert geblieben ist, besteht diese Gefahr hingegen nicht. Aus diesem Grund kommt es auch bei Personen, die keine tierischen Lebensmittel wie Fleisch, Käse und Eier verzehren, zu Gewichtsproblemen, und diese Personen können sogar noch übergewichtiger sein. Denn während tierische Lebensmittel zugleich Eiweiß liefern, ist der Eiweißgehalt stärkehaltiger Lebensmittel praktisch vernachlässigbar.

Die eigentliche Ursache von Bluthochdruck ist der übermäßige Konsum tierischer Lebensmittel (Fleisch, Käse und Eier) sowie mehlhaltiger Lebensmittel (Produkte aus Weißmehl) in Kombination mit Bewegungsmangel. Weißmehl enthält weder Vitamine noch Mineralstoffe.

Brot aus Vollkornmehl hingegen enthält die Vitamine B1, B2, B3, Beta-Carotin (Provitamin A) und E sowie Kupfer, Mangan, Magnesium, Phosphat, Eisen und Zink. Ballaststoffreiche Lebensmittel (Vollkornmehl, Leinsamen, Haferflocken, Obst und Gemüse) binden Gallensäure, sodass diese mit dem Stuhl ausgeschieden wird. Um die fehlende Galle auszugleichen, wird Cholesterin aus dem Blut zur Leber transportiert und zur Bildung von Gallensäure verwendet. Auf diese Weise sinkt der Cholesterinspiegel im Blut. Ballaststoffreiche Lebensmittel werden im Dickdarm von Bakterien in kurzkettige Fettsäuren aufgespalten. Diese kurzkettigen Fettsäuren verhindern die Cholesterinbildung. Dies senkt wiederum den Cholesterinspiegel im Blut. Durch die Verringerung des Blutfetts und die Vorbeugung von Gefäßverhärtung werden die für die Zellen notwendigen Nährstoffe transportiert, wodurch die Energie der betreffenden Person steigt und die Gesundheit wiederhergestellt wird.

Die Auswirkung von raffiniertem (verarbeitetem) Zucker auf die Übersäuerung

Heutzutage ist der Konsum von Zucker und zuckerhaltigen Lebensmitteln sehr verbreitet. Natürlicher Zucker ist nicht schädlich, da er zugleich Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme enthält. Vor Jahren wurden als Süßungsmittel Honig und Traubensirup (Pekmez) verwendet. Während aus Zuckerrüben gewonnener Zucker ursprünglich naturbelassen war, enthält der heute verzehrte Weißzucker durch die kontinuierliche Entwicklung neuer Verfahren mittlerweile keinerlei Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme oder Aminosäuren mehr. Zudem wird der wichtigste Teil der Zuckerrübe zur Herstellung von Tierfutter verwendet. Weißzucker lässt den Blutzuckerspiegel schlagartig ansteigen, da er, weil er keine Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und Aminosäuren enthält, sehr schnell ins Blut übergeht.

Während der Blutzuckerspiegel einerseits ansteigt, führt andererseits eine unzureichende Insulinausschüttung, die den Zucker in die Zellen transportieren soll, mit der Zeit zur Entstehung von Diabetes. Aus diesem Grund sollte der Verzehr von Weißzucker vermieden werden.

Viele Krankheiten sind auf schnelles und übermäßiges Essen sowie einen übermäßigen Konsum tierischer Lebensmittel zurückzuführen. Dieser Zustand stört die Darmflora. Durch das gestörte Gleichgewicht nehmen nützliche Bakterien ab, während schädliche Bakterien, gefährliche Pilze und Viren die Oberhand gewinnen und unerwartete Krankheiten auftreten. Tierische Lebensmittel, insbesondere Fleisch und Fleischprodukte, sollten höchstens zweimal pro Woche verzehrt werden.

Die Auswirkung von Getränken auf die Übersäuerung

Wenn wir an Ernährung denken, kommen uns zunächst Lebensmittel in den Sinn, doch auch Getränke sind sehr wichtig. Denn sie können unser gesamtes Verdauungssystem durcheinanderbringen. Wird beispielsweise schwarzer Tee über einen längeren Zeitraum und in übermäßiger Menge getrunken, trocknet er den Darm aus und stört die Verdauungsfunktion. Die harntreibende, also diuretische Eigenschaft von schwarzem Tee ist mittlerweile bekannt. Dabei trinken viele Menschen ohnehin schon nicht genug Wasser. Kommt dann noch zusätzlicher Tee hinzu, führt dies zum Verlust des für die Organe so wichtigen Wassers sowie zahlreicher Mineralstoffe. Wie auch Tee führt der dauerhafte und übermäßige Konsum von Kaffee zu zahlreichen Beschwerden, allen voran Gastritis. Ein bis zwei Tassen Kaffee am Tag sind jedoch unproblematisch. Statt Instantkaffee oder Filterkaffee ist es besser, türkischen Kaffee zu trinken.

Zu den säurebildenden Getränken gehören vor allem gesüßte Limonade, Cola und Fertigfruchtsäfte. Diese Getränke stören das Säure-Basen-Gleichgewicht von Blut und Gewebe und führen so zu einer Azidose. Ausreichend Wasser während eines Entgiftungsprogramms zu trinken, um die im Gewebe und im Blut angesammelten sauren Giftstoffe zu neutralisieren und auszuscheiden, gehört zu den Grundprinzipien. Dieses Prinzip gilt im Übrigen auch für ein gesundes Leben allgemein.

Zusammenfassend lässt sich sagen: In einem gesunden Körper sollten Blut und die meisten Körperflüssigkeiten leicht alkalisch sein, und Gewebe sowie Zellen sollten ausreichend mit Sauerstoff versorgt sein. Ein alkalischer pH-Wert und eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Gewebes sind Voraussetzungen für ein gesundes und starkes Immunsystem. Die beiden Bedingungen, die Krankheitserreger benötigen, um im menschlichen Körper zu überleben, sind ein hoher Säuregehalt und unzureichender Sauerstoff.

Für ein langes und gesundes Leben lohnt sich der Aufwand, sich alkalisch zu ernähren, ausreichend Wasser zu trinken und ein- bis zweimal im Jahr einige Tage für eine Entgiftung einzuplanen, in jedem Fall.

Dr. Hüseyin NAZLIKUL
IFMANT = Präsident der Internationalen Neuraltherapie-Föderation
Präsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Neuraltherapie und Regulationsmedizin