Leitfaden für richtige Ernährung: Sollte man während des Essens Wasser trinken?
Die tägliche Nahrung sollte möglichst einfach zubereitet werden. Der Verzehr sehr vielfältiger Gerichte verleitet Menschen zum übermäßigen Essen und belastet den Magen. Übermäßige Nahrungsaufnahme bedeutet zusätzliche Kilos.
Die zuerst verzehrten Speisen sollten roh sein. Aus diesem Grund werden Gemüse und Obst empfohlen. In unserem Land wird in der Praxis jedoch genau das Gegenteil getan. Sollte Obst verzehrt werden, so sollte dies vor den Mahlzeiten oder als Zwischenmahlzeit geschehen. Obst, das unmittelbar nach der Hauptmahlzeit gegessen wird, kann unserem Körper schaden.
Werden zunächst rohe Lebensmittel gegessen, bleibt im Magen weniger Platz für die übrigen Speisen. Sind die zuerst verzehrten Lebensmittel zudem roh und ballaststoffreich, wirken sie wie ein Kolben und unterstützen so die Darmtätigkeit.
Scharfe und übermäßig gewürzte Speisen sollten vermieden werden. Bei Saucen und Gerichten sollten nur unbedenkliche Geschmacksstoffe und Gewürze verwendet werden. Die Natur hat uns viele wohlriechende Gewürzpflanzen und Kräuter geschenkt. Diese verleihen den Speisen nicht nur Geschmack, sondern sind auch für unsere Gesundheit von Nutzen.
Die verzehrten Lebensmittel sollten möglichst unverarbeitet sein. Je natürlicher und unverfälschter ein Lebensmittel ist, desto mehr sollte ihm der Vorzug gegeben werden. Besonders tierische und verarbeitete Lebensmittel führen, wenn sie im Magen sauer werden und im Darm faulen, zu einer Vergiftung des Blutes. Deshalb ist es unerlässlich, dass die verzehrten Lebensmittel – selbst wenn ihre Qualität gering ist – gut verdaut werden.
Verdauungsstörungen entstehen in der Regel infolge schlechter Gewohnheiten. Zu den wichtigsten Symptomen zählen Schweregefühl im Magen, Sodbrennen, übermäßige Säureproduktion, Brennen, Übelkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen. Nicht ausreichend verdaute Nahrung führt, nachdem sie den Magen passiert hat, im Darm zu Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung oder Durchfall. Um diese Symptome zu beseitigen, müssen zunächst ihre Ursachen beseitigt werden.
DIE HAUPTURSACHEN VON VERDAUUNGSSTÖRUNGEN
Zu schnelles und zu häufiges Essen: Der Verdauungsprozess beginnt im Mund mit dem Kauen des Bissens. Nicht gut gekaute Nahrung wird in den Verdauungsorganen sauer. Aus diesem Grund müssen Menschen, die nicht langsam essen, früher oder später einen Arzt aufsuchen. Wenn jemand nicht genügend Zeit zum Essen hat, sollte er nur so viel essen, wie die verfügbare Zeit erlaubt. Die besten Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, nützen uns nur, solange wir sie auch verdauen können. Wer seine Gesundheit erhalten möchte, sollte jeden Bissen langsam und gründlich kauen.
Während des Essens Wasser trinken: Flüssigkeiten, die während des Essens getrunken werden (Getränke, Wasser, Fruchtsaft usw.), blähen den Magen auf und belasten ihn. Zudem verdünnen diese Flüssigkeiten den Verdauungssaft des Magens und schwächen dadurch dessen Wirkung. Kalte Getränke während des Essens stoppen zudem die Verdauung. Denn der Magen benötigt eine bestimmte Temperatur, um den Verdauungsprozess durchführen zu können.
Mehr essen, als nötig ist: Dies zählt zu den Hauptursachen von Verdauungsproblemen. Man sollte den Tisch verlassen, bevor man vollständig satt ist. Der beste Weg, übermäßiges Essen zu vermeiden, besteht darin, wenige verschiedene Gerichte auf dem Tisch anzubieten und kleine Teller zu verwenden.
Zu eng aufeinanderfolgende Mahlzeiten: Sowohl der Magen als auch der Darm benötigen eine bestimmte Zeit, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Wird nicht übermäßig gegessen, benötigt ein normaler Verdauungsprozess 4–5 Stunden, bei manchen Lebensmitteln 5–6 Stunden. Deshalb wird empfohlen, nicht zu häufig zu essen.
Einmal pro Woche eine Obstkur durchzuführen oder nach dem Abendessen bis zum Abendessen des Folgetages nichts zu essen, zählt zu den Geheimnissen der Jugenderhaltung. Wir sollten unseren Verdauungsorganen zumindest einmal pro Woche eine Ruhepause gönnen.
Zwischen den Mahlzeiten essen: Solche Gewohnheiten belasten den Magen und stören die Darmflora. Aus diesem Grund ist eine Nachmittagszwischenmahlzeit für Erwachsene nicht erforderlich.
Spätes Essen am Abend: Es ist nicht ratsam, sich unmittelbar nach dem Essen schlafen zu legen, da Schlaf die Verdauung verzögert. Andernfalls wacht man am nächsten Morgen müde auf. Abendmahlzeiten sollten leicht sein. Für Menschen, die tagsüber nicht ausreichend Nahrung zu sich nehmen können, gelten diese Regeln jedoch flexibler.
Wird in müdem und nervösem Zustand gegessen, kann unser Nervensystem den Verdauungsprozess nicht unterstützen. Deshalb ist es in einem solchen Zustand besser, nichts zu essen. Man sollte erst essen, wenn die Müdigkeit vergangen oder die Anspannung gelöst ist. Übermäßige Erschöpfung verhindert, dass die Magenmuskulatur die Nahrung ausreichend durchmischt.
Das Vorliegen einer Pilzinfektion im Darm: Der Betroffene fühlt sich sehr müde. Er verspürt ein übermäßiges Verlangen nach Zucker und Süßigkeiten. Es besteht übermäßige Blähung im Darm. Mitunter können sogar refluxartige Beschwerden auftreten.
Schlaflosigkeit: Kann zu Verdauungsstörungen führen. Zudem erschöpft sie die Reserven des Nervensystems und stört so das Gleichgewicht der Verdauung.
Essen bei Fieber: Führt zu einem weiteren Anstieg des Fiebers. Denn hohes Fieber trocknet den Verdauungssaft aus. In solchen Fällen sollte gefastet werden, um schneller zu genesen. In der Natur frisst kein Tier, wenn es krank ist.
Jede Art von scharfen Gewürzen: Senf, Essig, schwarzer Pfeffer und ähnliche Gewürze reizen, besonders bei einem geschwächten Magen, den Verdauungssaft, stören die chemische Zusammensetzung des Magens und führen zu Verdauungsstörungen.
Unreifes Obst: Da es einen hohen Säuregehalt aufweist, sollte unreifes Obst gemieden werden.
Verdorbene oder verderbende Lebensmittel: Sie fördern die Vermehrung von Mikroorganismen und führen zu Verdauungsstörungen.
Aufgewärmte Speisen: Beim Abkühlen nach dem Kochen erstarrt das Fett im Gericht. Bakterien verbleiben in diesem erstarrten Fett. Wird das Gericht erneut erhitzt, vermehren sich die darin enthaltenen Bakterien rasch. Die schädlichen Auswirkungen solcher Speisen zeigen sich nicht sofort nach dem Verzehr, doch mit der Zeit werden Leber, Nieren, Gallenblase und Darm negativ beeinflusst.
Frittiertes: Unabhängig von der Art des verwendeten Öls ist frittierte Nahrung in der Regel schwer verdaulich. Denn bei hohen Temperaturen zersetzt sich das Fett, und diese Zersetzung schädigt die Leber.
Übermäßige Mengen an Zucker: Führen zu Verdauungsstörungen. Zucker ist eine leicht säuernde Substanz und beeinträchtigt sämtliche an der Verdauung beteiligten Organe negativ.
Hüseyin Nazlıkul