Was ist eine Entzündung? Entzündung (Inflammation), im Volksmund auch als „Entzündungsprozess“…

Der Begriff stammt vom lateinischen Wort für „in Brand setzen“. Diese Reaktion kann zellulärer, humoraler (flüssigkeitsbezogener) und vaskulärer (gefäßbezogener) Natur sein. Obwohl Entzündung normalerweise ein pathologischer Zustand ist, ist die entzündliche Reaktion physiologisch gesehen eine Reaktion des Körpers.
Entzündung ist für die Abwehr gegen Krankheitserreger von vitaler Bedeutung. Wird dieser Abwehrzustand des Körpers chronisch, kann er gefährlich werden. Chronische Entzündung schädigt gesunde Organe und verursacht ernsthafte Komplikationen. Deshalb ist es wichtig, chronische Entzündung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, indem man den eigenen Körper aufmerksam beobachtet und wirksame Maßnahmen ergreift.
Es ist bekannt, dass chronische Entzündung teilweise für Erkrankungen wie Alzheimer, Arteriosklerose, Arthritis, rheumatoide Arthritis, Asthma, Demenz, Diabetes (Zuckerkrankheit), Herzinfarkt, Krebs, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Multiple Sklerose, Neurodermitis, Morbus Parkinson, metabolisches Syndrom, Schlaganfall und Schuppenflechte mitverantwortlich ist.
Bei einer Entzündung kämpft das Immunsystem nicht nur gegen Krankheitserreger, sondern aktiviert auch Botenstoffe, die gesundes Gewebe angreifen. Immunologische Signale sind für Alterungsprozesse von Bedeutung. Deshalb wird das Altern selbst von Wissenschaftlern als ein entzündlicher Prozess gedeutet.
Statistiken zeigen, dass chronisch-entzündliche Erkrankungen und die Neigung zu diesen Erkrankungen in den letzten Jahren erheblich zugenommen haben. Dies fällt besonders in Industrieländern auf. Aus diesem Grund wird chronische Entzündung heute als eine Zivilisationskrankheit bezeichnet. Dieser Zustand lässt sich neben ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel auch durch einen von Stressfaktoren geprägten modernen Lebensstil erklären.
Die Symptome chronischer Entzündung sind meist unspezifisch: Chronische Entzündung verursacht nicht immer Beschwerden. Die meisten Menschen fühlen sich gesund oder messen manchen mentalen Beeinträchtigungen, die auf eine chronische Entzündung hinweisen, keine Bedeutung bei. Depressive Stimmung, Gelenkbeschwerden, Vergesslichkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Nahrungsmittelintoleranzen oder -allergien, erhöhter Druck im Ohr, Tinnitus, migräneartige Kopf- und Nackenschmerzen, morgendliche Müdigkeit, Schwindel, Schlaflosigkeit, Sehstörungen und übermäßige Reizbarkeit sind die wichtigsten Anzeichen.
Die Ursachen von Entzündung sind sehr vielfältig: Entzündung hat viele Ursachen. Sie wird durch Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten oder Allergene ausgelöst, kann aber auch durch physikalische Faktoren, die Exposition gegenüber radioaktiver Strahlung oder Umwelttoxine, die das Immunsystem belasten, verursacht werden. Zusätzlich schädigen Stress, Bewegungsmangel sowie unzureichende und falsche Ernährung das Immunsystem dauerhaft. Adipöse Personen sind besonders gefährdet, da das Fettgewebe entzündungsfördernde Substanzen enthält.
Die Behandlung der Entzündung ist wichtig: Es ist wichtig, die Entzündung zu behandeln, um ihre Ausbreitung und eine Schädigung weiterer Organe zu verhindern. Neben der symptomatischen Behandlung müssen die Auslöser der Entzündung beseitigt und das Immunsystem gestärkt werden. Dafür ist die richtige Ernährung unerlässlich.
In der modernen bzw. konventionellen Medizin werden bei der Behandlung von Entzündungen auch schmerzlindernde antientzündliche Wirkstoffe eingesetzt. Idealerweise sollte jede antientzündliche Behandlung einen ganzheitlichen Ansatz beinhalten, insbesondere die Neuraltherapie und Ernährungsempfehlungen. Diese Methode zielt in erster Linie darauf ab, das Fehlende zu behandeln und die körpereigene Abwehr zu unterstützen.
Die Abwehr des Immunsystems beginnt im Mund: Viele Krankheitserreger gelangen über den Mund in den Körper, daher ist die Mundhygiene besonders wichtig. Am wichtigsten ist das regelmäßige Zähneputzen (zweimal täglich) mit enzymhaltiger Zahnpasta. Enzyme verstärken die Fähigkeit des Speichels, Bakterien zu hemmen und zu reduzieren. Unabhängig davon müssen die Zähne selbstverständlich saniert und von Entzündungen befreit werden. Ein weiterer Schritt ist das Ölziehen (Oil Pulling), bei dem der Mund mit organischem Kokosöl, Sesamöl oder Olivenöl gespült wird. Das Ölziehen stärkt die natürliche Mikroflora des Mundes und beseitigt Bakterien.
Gesundheit beginnt im Magen: Um chronischer Entzündung vorzubeugen, muss man sich gesund ernähren. Einerseits gewinnt der Körper durch die Ernährung genügend Energie, um Krankheiten zu bekämpfen; andererseits wird die Flora des Darms – eines wichtigen Immunorgans – geschützt.
Die konsumierten Lebensmittel sollten hinsichtlich Vitaminen und Mineralstoffen ausgewogen und reichhaltig sein (insbesondere die Vitamine A, C und E).
Fleisch sollte in geringen Mengen verzehrt werden, da vor allem rotes Fleisch die Produktion von Harnsäure anregt, die sich in den Gelenken ablagert und Entzündungen fördert.
Als Fettquelle sollten ungesättigte Fette wie Lachs, Makrele, Hering und Omega-3-Fettsäuren bevorzugt werden.
Die in Hülsenfrüchten, Hafer und verschiedenen Gemüsesorten enthaltenen Flavonoide besitzen ähnlich wie Saponine antientzündliche Eigenschaften.
Ananas, Bärlauch, Basilikum, Brombeere, Buchweizen, Ingwer, Kamille, Kapuzinerkresse, Kirsche, Knoblauch, Kreuzkümmel, Kurkuma, Süßholzwurzel, Meerrettich, Quitte, Rotwein, Thymian, Zimt, Zwiebel und Hüttenkäse gelten als Nahrungsmittel mit immunstärkender Wirkung. Zusätzlich kann das Immunsystem mit Aronia-, Efeu-, Ginseng-, Hagebutten-, Holunder- und Schachtelhalm-Tees oder frisch gepressten Säften unterstützt werden.
Bewegung beugt Entzündung vor: Ausreichende und richtige Bewegung ist wichtig, da sie die Sauerstoffversorgung, die Durchblutung und den Stoffwechsel unterstützt. Zudem hält sie die Gelenke, in denen sich Entzündungen gern festsetzen, beweglich und verhindert das Übergewicht, das chronische Entzündung fördert. Gehen, Laufen, Schwimmen und Radfahren sind Sportarten, die den Bewegungsapparat nicht übermäßig belasten. Extremsportarten sind hingegen absolut nicht zu empfehlen, da sie zu vorzeitigem Verschleiß der Gelenke und Gelenkknorpel, zu übermäßiger Ausschüttung von Stresshormonen und zu chronischer Entzündung führen.
Dr. Hüseyin NAZLIKUL, M.D., PhD.
IFMANT = Präsident der Internationalen Neuraltherapie-Föderation
Präsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Neuraltherapie und Regulationsmedizin