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Das chronische Erschöpfungssyndrom ist behandelbar! Erschöpfung ist in einer sozial und…

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 07.02.2021 7 min read
Das chronische Erschöpfungssyndrom ist behandelbar! Erschöpfung ist in einer sozial und technologisch immer weiter fortschreitenden Welt eine Folge des Stresses und des intensiven Lebenstempos, das diese Entwicklung mit sich bringt.
Erschöpfung ist in einer sozial und technologisch immer weiter fortschreitenden Welt eine Folge des Stresses und des intensiven Lebenstempos, das diese Entwicklung mit sich bringt.

Erschöpfung ist in einer sozial und technologisch immer weiter fortschreitenden Welt eine Folge des Stresses und des intensiven Lebenstempos, das diese Entwicklung mit sich bringt.

Chronische Erschöpfung ist heute zu einem eigenständigen Syndrom geworden und wird, wenn sie chronisch, das heißt dauerhaft geworden ist, als eigenständige Erkrankung betrachtet.

Bei einer Person können körperliche (Schwäche, Kraftlosigkeit), emotionale (übermäßige Empfindlichkeit, Antriebslosigkeit) und geistige (Konzentrationsstörung, Vergesslichkeit) Erschöpfung auftreten. Das grundlegendste Symptom ist die Unlust, eine Tätigkeit zu beginnen oder fortzusetzen.

Die Ursachen chronischer Erschöpfung sind:

  • Stress, Trauma und Depression

  • Durchgemachte Infektionen

  • Dysbiose

  • Anämie (Blutarmut)

  • Kardiovaskuläre Erkrankungen

  • Rheumatische Erkrankungen

  • Leber- und Nierenerkrankungen

  • Metabolische Syndrome

  • Schlafapnoe

  • Übermäßiges Essen

  • Ungesunde und unausgewogene Ernährung (übermäßiger Konsum von raffinierten Kohlenhydraten und Fertigprodukten)

  • Hormonelle Dysfunktion (Hypothyreose, Insulinresistenz, Nebennierenprobleme, Menopause, Andropause)

  • Verminderte Nährstoffaufnahme

  • Mineralstoff- und Vitaminmängel

  • Allergien und Unverträglichkeiten

  • Ständige Belastung durch Elektrosmog

  • Wunden, Insektenstiche oder Narben, die die Ganzheit des Körpers beeinträchtigen können

  • Oxidativer Stress und Zunahme freier Radikale

  • Langfristige Belastung der Person mit toxischen und chemischen Substanzen (Luftverschmutzung, Schwermetalle, chemische Lösungsmittel, Farben, übermäßige Medikamenteneinnahme, Amalgamfüllungen, Strahlung usw.)

  • Langfristige Arbeit in geschlossenen Räumen und Bewegungsmangel

  • Zu geringe Wasseraufnahme, übermäßiger Tee- und Kaffeekonsum

  • Rauchen und Alkoholkonsum

  • Unbefriedigende Sexualität

Jede der oben genannten Ursachen bedeutet Stress für den Körper.  Die Auseinandersetzung mit diesen Belastungen, also mit Stress, führt zu Veränderungen im Zellstoffwechsel. Bei einer normalen, gesunden Person gewinnen unsere Zellen die täglich benötigte Energie aus der Nahrung und dem Sauerstoff, der auf die Zelle trifft. Diese Energieumwandlung findet in den Mitochondrien statt, die als Kraftwerke der Zelle bekannt sind.

Bei Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom kann diese Energieproduktion nicht vollständig stattfinden, und es werden ganz spezielle Mikronährstoffe zusammen mit hochwertigem Sauerstoff benötigt. Doch auch die Sauerstoffquelle ist wichtig. Bei Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom ist es wichtig, dem Körper alle benötigten Nährstoffe zuzuführen und ihn regelmäßig mit Sauerstoff zu versorgen. Das gemeinsame Merkmal von Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom ist, dass ihre Mitochondrien nicht die benötigte Energie produzieren.

Im Ergebnis gerät der Körper sowohl körperlich als auch seelisch aus seinem normalen Gleichgewicht.

Wie wird das chronische Erschöpfungssyndrom diagnostiziert?

Aufgrund des gemeinsamen Auftretens einer Vielzahl möglicher Symptome und der Komplexität des klinischen Bildes ist die Diagnose des chronischen Erschöpfungssyndroms nach wie vor sehr schwierig. Für die Diagnosestellung werden verschiedene Kriterienkataloge verwendet. Die am häufigsten verwendeten sind die "Kanadischen Konsenskriterien" und die "Internationalen Konsenskriterien".

Nach den Kanadischen Konsenskriterien müssen für die Diagnosestellung folgende Beschwerden vorliegen, hauptsächlich: 

  • Erschöpfung: Anhaltende, wiederkehrende körperliche oder geistige Erschöpfung, die das Aktivitätsniveau der Person erheblich reduziert.

  • Erschöpfung und Schwäche nach Belastung: Nach der gewohnten körperlichen Belastung halten Beschwerden wie Erschöpfung, Schwäche und Schmerzen länger als 24 Stunden an.

  • Schlafstörungen wie ständiges Schlafbedürfnis und Unfähigkeit, morgens aufzuwachen

  • Schmerzen; verbreitete Körperschmerzen

  • Zusätzlich zu den genannten Symptomen treten bei der Person Konzentrationsstörungen, geistige Benommenheit und Bewegungsstörungen begleitend auf.

Nach den Kanadischen Konsenskriterien umfasst die Diagnose des chronischen Erschöpfungssyndroms zusätzlich zu den oben genannten mindestens zwei weitere Symptome:

  • Vegetative Symptome: Herzrhythmusstörungen, Herzklopfen, Schwindel, Übelkeit, Reizdarmsyndrom

  • Neuroendokrine Symptome: Appetitverlust oder gesteigerter Appetit, ungewöhnliche Gewichtsveränderungen, niedrige Körpertemperatur, Schwitzen

  • Immunologische Symptome: Grippeähnliche Symptome, Halsschmerzen, Überempfindlichkeit gegenüber Medikamenten und Lebensmitteln

Nach den kanadischen Kriterien müssen die Beschwerden seit mindestens sechs Monaten bestehen. Die Kriterien des internationalen Konsenses ähneln stark den kanadischen Kriterien, führen jedoch bereits bei kürzer bestehenden Beschwerden zur Diagnose eines chronischen Erschöpfungssyndroms.

Die Schwere des chronischen Erschöpfungssyndroms variiert von Person zu Person erheblich. Manche Patienten haben eine mildere Ausprägung der Erkrankung, während andere so stark beeinträchtigt sind, dass ein normales Alltagsleben kaum möglich ist. 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei chronischer Erschöpfung?

Da die Ursachen des chronischen Erschöpfungssyndroms (chronisches Erschöpfungssyndrom) noch immer unklar sind, basiert die Therapie im Wesentlichen auf den individuellen Symptomen und versucht, diese zu lindern.

Aus Sicht der modernen Medizin besteht keine Einigkeit über die ideale Behandlung des chronischen Erschöpfungssyndroms. Bislang gibt es keine Behandlung, deren Wirksamkeit in diesem Bereich nachgewiesen wäre.

Angesichts der sehr unterschiedlichen mit chronischer Erschöpfung verbundenen Beschwerden muss die Behandlung individuell auf die Person zugeschnitten sein. Die Therapie kann sowohl medizinische als auch nicht-medizinische Maßnahmen umfassen. Das grundlegende Ziel der Behandlung ist es, die Symptome der Person zu lindern.

Medikamente beim chronischen Erschöpfungssyndrom

Alle beim chronischen Erschöpfungssyndrom eingesetzten Medikamente sollten unter ärztlicher Aufsicht stehen. Schmerzmittel können bei der Linderung von Schmerzen wirksam sein. Bei chronischen (bakteriellen) Infektionen werden Betroffene gezielt mit Antibiotika behandelt. Wenn dem chronischen Erschöpfungssyndrom auch eine Depression zugrunde liegt, kann eine Behandlung mit Antidepressiva hilfreich sein.

Kann ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel nachgewiesen werden, lässt sich dieser durch eine Anpassung der Ernährungsgewohnheiten oder mit speziellen Nahrungsergänzungsmitteln ausgleichen. 

Verhaltenstherapie beim chronischen Erschöpfungssyndrom

Im Allgemeinen empfehlen Ärzte für die Behandlung chronischer Erschöpfung, sich an einen regelmäßigen Tagesablauf zu halten. Ideal ist es, zusätzlich Unterstützung durch neue Verhaltenstherapien zu erhalten, die im Alltag weitgehend Symptomfreiheit ermöglichen. Es ist wichtig, sowohl körperlichen als auch psychischen Stress so weit wie möglich zu vermeiden. Ärzte verfolgen ein mehrstufiges Verfahren, um die Leistungsfähigkeit der Betroffenen schrittweise zu steigern und sie wieder in den Alltag zu integrieren.

In den meisten Fällen haben sich auch Entspannungsübungen wie autogenes Training oder Meditation als wirksame Methoden zur Behandlung der Symptome erwiesen. Auch bei Schlafstörungen können Entspannungsübungen den Betroffenen helfen. 

Beim chronischen Erschöpfungssyndrom ist es wichtig, körperliche Aktivität nicht zu vermeiden. Es ist wichtig, mit sanften, nicht zu langen Bewegungsübungen zu beginnen und es nicht zu übertreiben. Zu Beginn genügen in der Regel leichte Dehnübungen, ein tägliches fünfminütiges Training sowie Übungen, die Ihre Beweglichkeit verbessern. Später können Sie die sportlichen Aktivitäten entsprechend Ihren eigenen Möglichkeiten schrittweise steigern. Viele Patienten können auf diese Weise ihre Symptome überwinden.

Wie wird das chronische Erschöpfungssyndrom in der Rehabilitation behandelt?

Auf die Behandlung des chronischen Erschöpfungssyndroms spezialisierte Rehabilitationskliniken bieten den Betroffenen häufig regulationsmedizinische und ganzheitliche Behandlungen zur Verbesserung ihres Allgemeinzustands an. Bei chronischer Erschöpfung zielt die Rehabilitation in der Regel darauf ab, die tatsächlichen Auslöser des Erschöpfungssyndroms zu identifizieren und zu beseitigen. Gleichzeitig wird die Ernährung reguliert, die Darmflora reguliert, der Körper von Toxinen im Bindegewebe befreit, und der Fokus liegt darauf, die Symptome der Person zu beseitigen.

Was kann im Kampf gegen Erschöpfung hilfreich sein?

Banane: Eine Frucht, die außerordentlich reich an Folsäure, Kalium und Vitamin B6 ist. Kalium beugt Krämpfen vor und wirkt sich positiv auf Erschöpfung aus.

Granatapfel: Stärkt den Körper. Stärkt das Herz. Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen, Kleinkinder und Schwangere sollten nicht übermäßig davon essen.

Brokkoli: Ein hervorragendes Gemüse, das uns vor Krebs schützt und unsere Lebensdauer verlängert. Da es sehr viel Kalzium enthält, ist es geradezu ideal gegen Osteoporose. Brokkoli, der Mineralstoff- und Eisenmangel ausgleicht, ist ein wahres Vitaminreservoir. 

Tomate: Ein Gemüse mit krebsschützenden Eigenschaften, das die geistige und körperliche Alterung verlangsamt. Enthält Vitamin C und E. Die Tomate ist eine reiche Kaliumquelle und enthält nur sehr wenig Salz.

Hagebutte: Aufgrund ihres sehr hohen Vitamingehalts ein Freund der Augen. Sie verleiht dem Körper Frische. 100 Gramm Hagebutte enthalten so viel Vitamin C wie eine Kiste Orangen. Ein gutes Mittel gegen Rachitis und ein wirksamer Blutreiniger.

Kohl: Gehört zu den Gemüsesorten, die bekanntermaßen gegen Krebs wirksam sind. Enthält reichlich Vitamin B, C, E und Kalium. Wirkt besonders gegen Brust- und Gebärmutterkrebs.

Joghurt: Wichtig für die regelmäßige Funktion des Verdauungssystems. Sorgt durch sein Sättigungsgefühl für einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel. Belebt zudem das Immunsystem.

Zwiebel und Knoblauch: Verringern das Risiko von Bluthochdruck und Herzerkrankungen. Zwiebeln verringern das Risiko für Magenkrebs, Knoblauch das Risiko für Darmkrebs. Die im Knoblauch enthaltenen Wirkstoffe schützen die Zellen vor Schäden und bewahren den Körper so vor vorzeitiger Alterung. 

Walnuss, Mandel und Haselnuss: Enthalten Vitamin E und verfügen über hohe antioxidative Eigenschaften.

Coenzym Q1-NADH: Ein Präparat, mit dem besonders bei Erschöpfungszuständen im Zusammenhang mit Depressionen gute Ergebnisse erzielt werden.

Coenzym Q10: Verringert Erschöpfung, indem es die Energieproduktion in den Mitochondrien, dem Energieerzeugungszentrum der Zelle, steigert.

Magnesium: Bietet erheblichen Nutzen beim chronischen Erschöpfungssyndrom, das von Muskelschmerzen begleitet wird.

B-Vitamine: Besonders Vitamin B12 kann hilfreich sein. Diese Vitamingruppe unterstützt das Immunsystem und fördert die Produktion von Blutzellen.

Vitamin D: Ein Vitamin-D-Mangel führt bei einer Person zu allgemeiner Erschöpfung. Besonders in den Wintermonaten sollte unbedingt eine Nahrungsergänzung erfolgen.

Ginkgo biloba: Reguliert die Durchblutung – wird sogar teilweise bei hirnbezogenen Beschwerden eingesetzt.

Vitamin C: Unterstützt die Nebenniere, stärkt die Immunabwehr und fördert die Gewebeheilung.

Süßholzwurzel (Liquorice): Die Verwendung von Süßholzwurzelextrakten zur Unterstützung bei Erschöpfung hat eine sehr lange Tradition. Unterstützt die Nebenniere. Personen mit Bluthochdruck sollten sie mit Vorsicht anwenden.

Johanniskraut (Hypericum perforatum): Wird aufgrund seiner nährenden und stärkenden Wirkung auf das Nervensystem weltweit sehr häufig zur Behandlung von Depressionen eingesetzt.

Echinacea und Astragalus: Bei Personen mit langanhaltender Erschöpfung, insbesondere wenn zusätzlich Probleme des Immunsystems beobachtet werden, können diese beiden pflanzlichen Präparate hilfreich sein.

Wenn Ihre Erschöpfung trotz dieser Präparate und Empfehlungen innerhalb von zwei Wochen nicht abklingt, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Das chronische Erschöpfungssyndrom ist eine behandelbare Erkrankung.