Behandlungsarten in der Neuraltherapie Neuraltherapie - Lokale / Oberflächliche Behandlung,…

1- Lokale / Oberflächliche Behandlung
Der erste Ansatz ist die lokale, also die regionale Behandlung. Dort, wo lokal der Schmerz auftritt oder das betroffene Organ liegt, wird eine sogenannte Quaddel als subkutane Injektion gesetzt.
Mit der oberflächlichen Injektionsmethode werden als druckempfindlich festgestellte Punkte, der perivaskuläre sympathische Plexus sowie sympathische und parasympathische Nervenfasern behandelt. Dies sind spezielle Strukturen im Körper, die das Signal des Lokalanästhetikums an der Nadelspitze in ein Aktionspotenzial umwandeln können.
Studien haben gezeigt (Forschung: Schnorrenberger, Deutschland), dass diese als Akupunkturpunkte bezeichneten Strukturen insbesondere dort liegen, wo sich die Fasern des vegetativen (autonomen) Nervensystems rund um Blut- und Lymphgefäße konzentrieren. Die Behandlung dieser als Akupunkte bezeichneten vegetativen Punkte, die sich am Körper, am Ohr, an Kopf und Kopfhaut, im Mundraum, an der Zunge und an anderen Stellen befinden, ist für die Regulation des autonomen Nervensystems von großer Bedeutung. Der Vorteil gegenüber der traditionellen chinesischen Akupunkturbehandlung besteht darin, dass die Injektion geeigneter Wirkstoffe in die vegetativen Punkte eine dramatisch heilende Wirkung zeigt.
2- Segmentale und Tiefe Injektionen
In Fällen, in denen die lokale Behandlung wirkungslos bleibt, wird die segmentale Behandlung angewendet. Der Begriff Segment ist nicht identisch mit dem Dermatom; das Segment umfasst das Dermatom. Grundlage der segmentalen Behandlung ist, dass ein Reiz (Irritation) im gesamten Segment oder in einem Teil davon eine Reflexantwort auslöst und über das Rückenmark eine Wechselwirkung von der Peripherie zum Organ und vom Organ zur Peripherie entsteht (kutan-viszerale Reflexbahn). Ein sehr einfaches Beispiel: Hat ein Patient Nackenschmerzen, bei der Untersuchung wird jedoch kein Problem im Nacken selbst festgestellt, kann die Ursache eher im Zwerchfell, im Herzen, in der Lunge, in der Gallenblase oder in der Schilddrüse liegen. Das bedeutet, dass das, was wir als Segment bezeichnen, ein äußerst umfassendes und komplexes System darstellt, dessen Verknüpfung mit den Reaktionen des Patienten nur von Neuraltherapeuten erkannt werden kann, die dieses System beherrschen.
3- Ganglienbehandlung
In Fällen, in denen die Behandlung keine Wirkung zeigt, muss auf übergeordnete, steuernde Organe eingewirkt werden. In diesem Sinne werden auch die im betroffenen Bereich liegenden Nervenknoten (Ganglien) oder Triggerpunkte stimuliert und in die Behandlung einbezogen. Vegetative Ganglien können toxisch belastet werden und lange Zeit in diesem Zustand verbleiben. Eine Ganglieninjektion ist der schnellste Weg zur Entgiftung des Ganglions. Unter Ganglieninjektion verstehen wir dabei nicht die direkte Injektion in das Ganglion selbst, sondern die Infiltration mit einem Lokalanästhetikum im Bereich um das Ganglion herum.
4- Behandlung der latenten Azidose
Unser Ansatz zielt weniger darauf ab, die Erkrankung eines einzelnen Organs in den Vordergrund zu stellen, sondern vielmehr darauf, das Ganze zu regulieren. Behandlungen, die sich gezielt an Organe und Gewebe mit chronischer Störung und Degeneration richten, können zwar zu einer Linderung der Beschwerden des Patienten führen, lösen das Problem aber nicht an der Wurzel. Der Grund für diese fehlende Lösung liegt in der im Bindegewebe angesammelten toxischen Belastung, mit anderen Worten in der latenten Azidose (verborgene Säurebelastung). Deshalb lässt sich die Wirksamkeit der Behandlungen erst nach längerer Beobachtung erkennen. In diesem Sinne ist es kaum möglich, Menschen mit chronischen Erkrankungen wieder zu voller Gesundheit zu verhelfen, ohne die Regulation des neurovegetativen Nervensystems und die Reinigung des Bindegewebes korrekt durchzuführen. Hierfür können auch Forschung und unterschiedliche Behandlungsmethoden (bei Bedarf einschließlich konventioneller medizinischer Kenntnisse und Verfahren) erforderlich sein. Um bei diesem Reinigungsprozess erfolgreich zu sein, ist die Neuraltherapie unverzichtbar.
Verwendete Quellen:
• Nazlikul, H: Neuraltherapie-Lehrbuch
• Nazlikul, H: Neuraltherapie – Eine andere Behandlung ist möglich
• H. Barop (Übersetzer H. Nazlikul), Neuraltherapie-Atlas
• L. Fischer (Übersetzer H. Nazlikul und Y. Tamam), Neuraltherapie-Buch
• James W. NcNabb (Übersetzer H. Nazlikul und Y. Tamam), Gelenk- und Weichteilinjektionen
• Weinschenk, S: Neuraltherapie
• Fischer, L et al: Lehrbuch Integrative Schmerztherapie