İçeriğe geç
Blog

Durchblutungsstörung: Ursachen, Symptome, Behandlung Durchblutungsstörungen werden vom Betroffenen…

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 20.03.2022 9 min read
Durchblutungsstörung: Ursachen, Symptome, Behandlung Durchblutungsstörungen werden vom Betroffenen meist lange nicht bemerkt. Sobald erste Anzeichen einer Durchblutungsstörung auftreten, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Denn eine frühzeitige Behandlung kann eine vollständige Heilung ermöglichen.
Durchblutungsstörungen werden vom Betroffenen meist lange nicht bemerkt. Sobald erste Anzeichen einer Durchblutungsstörung auftreten, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Denn eine frühzeitige Behandlung kann eine vollständige Heilung ermöglichen.

AKUTE DURCHBLUTUNGSSTÖRUNG

Eine akute Durchblutungsstörung kann ohne jegliche Vorwarnung auftreten. Ihre Ursache ist meist ein Gefäßverschluss. In diesem Fall muss sehr schnell gehandelt werden. Es handelt sich um einen Notfall. Andernfalls können die Folgen lebensbedrohlich sein. Sofort sollte der Notarzt oder ein Rettungswagen gerufen werden. Denn in diesem Fall steigt das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls erheblich. Auch gegen die verminderte Durchblutung muss sofort etwas unternommen werden.

DIESE SYMPTOME KÖNNEN AUF EINEN GEFÄSSVERSCHLUSS HINWEISEN:

  • Taubheitsgefühl
  • Blasse Haut im betroffenen Bereich
  • Fehlender Puls im betroffenen Arm oder Bein
  • Schmerzen
  • Abfall der Körpertemperatur im betroffenen Bereich

WAS BEDEUTET DURCHBLUTUNGSSTÖRUNG?

Eine Durchblutungsstörung entsteht, wenn die Blutgefäße nicht mehr ausreichend durchlässig sind, um die notwendige Blutmenge durchzulassen, sodass das Gewebe rund um eine Arterie nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.

Durchblutungsstörungen können Organe und Muskeln schädigen. Sie können in jedem Bereich des Organismus auftreten. Da Gehirnzellen und Herzmuskelzellen besonders empfindlich auf eine unzureichende Versorgung reagieren, sind Schlaganfall und Herzinfarkt gefürchtet.

Auch viele ältere Menschen leiden unter Durchblutungsstörungen in den Extremitäten. Besonders häufig sind Durchblutungsstörungen in den Beinen. Ursache ist meist die Arteriosklerose (Arterienverkalkung), die die Gefäße verengt.

Ein wichtiger Unterschied besteht darin, welche Gefäße von der Durchblutungsstörung betroffen sind. Ist ein vom Herzen wegführendes Gefäß, also eine Arterie, verschlossen, hat dies für den Patienten andere Folgen als der Verschluss eines zum Herzen führenden Gefäßes.

DURCHBLUTUNGSSTÖRUNGEN – SYMPTOME

Die ersten Symptome einer Durchblutungsstörung werden meist übersehen. Schließlich können auch völlig gesunde Menschen gelegentlich kalte Füße oder Hände haben. Es sollte jedoch beachtet werden, dass hinter zunehmend häufiger auftretenden Beschwerden eine Durchblutungsstörung stecken kann. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Symptomen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Anzeichen einer Durchblutungsstörung oder einer Gefäßverschlusskrankheit können sein:

  • Blasse Hautbereiche
  • Verzögerte Wundheilung
  • Taubheitsgefühl
  • Kalte Extremitäten
  • Schmerzen
  • Fehlender Puls
  • Eingeschränkte Ausdauer beim Laufen

ARTERIELLE DURCHBLUTUNGSSTÖRUNGEN

Zeigen die Arterien eine Verengung oder sogar einen Verschluss, spricht man von arteriellen Verschlusskrankheiten (Embolien). Die Patienten leiden unter der unzureichenden Gewebeversorgung hinter den betroffenen Blutgefäßen.

Ein chronischer Arterienverschluss entwickelt sich meist aus einer fortschreitenden Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Der Blutfluss wird durch Ablagerungen in den Arterien zunehmend behindert.

Zunächst symptomlos (Stadium I), zeigen sich später typische Symptome. Aufgrund der unzureichenden Durchblutung ermüden die Beinmuskeln sehr schnell und beginnen zu schmerzen (Stadium II). Die Betroffenen müssen beim Gehen (zum Beispiel vor Schaufenstern) kurze Pausen einlegen, bevor sie weitergehen können. Der Arzt stellt aufgrund dieser Befunde die Diagnose einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Schreitet die pAVK weiter fort, treten die Symptome bereits in Ruhe auf. Im Stadium IV der pAVK sind die Arterien vollständig verschlossen. Wird dies nicht behandelt, sterben oberflächliche Gewebebereiche am Bein ab. Es können Geschwüre und nicht heilende offene Wunden entstehen. Verschlechtert sich der Zustand weiter, besteht die Gefahr einer Amputation des Beins.

Von der pAVK sind nicht nur die Beine betroffen. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit kann auch in den Armen oder Händen auftreten. Häufig leiden auch innere Organe aufgrund einer arteriellen Verschlusskrankheit unter einer unzureichenden oder mangelhaften Durchblutung. In der Folge wird eine koronare Herzkrankheit diagnostiziert, bei der der Herzmuskel nicht ausreichend mit Blut versorgt wird. Auch im Gehirn oder in anderen Organen kommt es zu Gefäßverschlüssen. In leichten Fällen kann der Körper die Versorgung durch die Bildung neuer Blutgefäße übernehmen.

VENÖSE DURCHBLUTUNGSSTÖRUNGEN

Auch die zum Herzen zurückführenden Blutgefäße können eine unzureichende Durchlässigkeit aufweisen oder vollständig verschlossen sein. Dann ist nicht nur der zuverlässige Abtransport von Stoffwechselprodukten aus den Zellen gefährdet. Auch in verengten Gefäßen kann sich eine Thrombose entwickeln. Ein Blutgerinnsel setzt sich fest und behindert den Blutfluss (Embolie). Eine Thrombose tritt meist in den Beinen oder Armen auf. In der Folge schwellen die Extremitäten an und reagieren sehr empfindlich auf Druck. In manchen Fällen zeigt der betroffene Bereich entzündungsähnliche Symptome wie Rötung und Überwärmung.

Bei einer Thrombose ist es sehr wichtig, einen Arzt zu konsultieren oder ins Krankenhaus zu gehen. Das Blutgerinnsel im Gefäß kann sich lösen, im Körper zirkulieren und sich in lebenswichtigen Organen wie der Lunge festsetzen.

DURCHBLUTUNGSSTÖRUNG – URSACHEN

Neben Arteriosklerose und Embolie kann auch eine Gefäßentzündung Durchblutungsstörungen verursachen. Eine Vaskulitis kann durch Verletzungen der Blutgefäße oder durch schädliche Wirkungen von Medikamenten entstehen. Bei manchen Patienten liegt der Gefäßentzündung eine Autoimmunerkrankung zugrunde. Bestimmte Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Durchblutungsstörung.

RISIKOFAKTOREN FÜR DIE ENTSTEHUNG VON DURCHBLUTUNGSSTÖRUNGEN:

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Bewegungsarmer Lebensstil
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Unausgewogene und ungesunde Ernährung
  • Hoher Cholesterinspiegel
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

DURCHBLUTUNGSSTÖRUNG – DIAGNOSE

Besteht der Verdacht auf eine Durchblutungsstörung, wird der Arzt sich über die Symptome informieren und nach früheren Erkrankungen fragen. Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und Stoffwechselerkrankungen sind hierbei besonders wichtig. Liegt eine Durchblutungsstörung in den Extremitäten vor, wird der Blutdruck an beiden Körperseiten gemessen, um Unterschiede zwischen der betroffenen und der gesunden Seite festzustellen. Falls erforderlich, werden auch Messungen am Oberarm und Unterschenkel vorgenommen, um den Knöchel-Arm-Index (Doppler-Index) zu berechnen.

Im nächsten Schritt entnimmt der Arzt in der Regel Blut, um Gerinnungsfaktoren, Enzyme, Cholesterin- und Blutzuckerwerte zu überprüfen. Mittels Doppler-Sonografie (Ultraschall) beobachtet er Richtung und Geschwindigkeit des Blutflusses. Die Oszillografie zeigt, ob die durch die Pumpfunktion des Herzmuskels verursachten Druckunterschiede in den Gefäßen noch ausreichend ausgeprägt sind. Erkrankte Blutgefäße können mittels Angiografie in einer Röntgenaufnahme sichtbar gemacht werden. So kann eine Engstelle (Stenose) eindeutig festgestellt werden. Wenn möglich, hilft auch eine Belastungsmessung. Diese zeigt den Schweregrad der Erkrankung anhand der Strecke, die der Patient schmerzfrei in einem bestimmten Tempo gehen kann.

DURCHBLUTUNGSSTÖRUNG – BEHANDLUNG

Akute Durchblutungsstörungen sind medizinische Notfälle. Daher ist eine sofortige Behandlung notwendig. Verschiedene chirurgische Verfahren sind möglich.

Ein bestehendes Blutgerinnsel kann unter örtlicher Betäubung entfernt werden (Embolektomie). Neben der chirurgischen Entfernung des Gefäßverschlusses gibt es weitere Behandlungsmethoden. Blutverdünnende Medikamente können das Gerinnsel auflösen und die Gefäße wieder öffnen. Bei der Gefäßerweiterung wird ein verengtes Blutgefäß mit einem Ballonkatheter mechanisch gedehnt und meist mit einer Stütze (Stent) offengehalten.

MEDIKAMENTÖSE BEHANDLUNG

Neben durchblutungsfördernden Wirkstoffen werden auch Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt, die die Symptome der Durchblutungsstörung lindern.

BEWEGUNGSTHERAPIE

Leichte körperliche Aktivität wie Gehen, Schwimmen und Radfahren verbessert die Sauerstoffversorgung des gesamten Körpers. Körperliches Training und gezielte Physiotherapie regen den Organismus dazu an, neue Blutgefäße zu bilden, die die Versorgung des von der Durchblutungsstörung betroffenen Gewebes teilweise übernehmen können.

WAS KÖNNEN SIE SELBST GEGEN DURCHBLUTUNGSSTÖRUNGEN TUN?

Moderater Sport, den man ohne Überanstrengung ausübt, kann dazu beitragen, die Durchblutung in den betroffenen Körperbereichen zu verbessern. Radfahren, Schwimmen und Gehen werden empfohlen. Übergewicht sollte möglichst reduziert werden. Rauchen sollte vollständig vermieden werden, da Nikotin und Zigaretten Durchblutungsstörungen verursachen. Auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist wichtig. Erhöhte Blutfettwerte können sich negativ auf die Erkrankung auswirken. Bei Störungen des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels oder bei Bluthochdruck sollten die ärztlichen Empfehlungen konsequent befolgt werden.

AKUPUNKTUR BEI DURCHBLUTUNGSSTÖRUNGEN

Der Akupunktur wird eine durchblutungsfördernde Wirkung zugeschrieben. In diesem Sinne kann die Behandlung mit feinen Nadeln einen positiven Effekt auf die Entwicklung der Durchblutungsstörung haben.

NEURALTHERAPIE BEI DURCHBLUTUNGSSTÖRUNGEN

Im Ansatz der Neuraltherapie wird der Körper nicht als Organismus betrachtet, der sich aus der bloßen Summe einzelner Organe zusammensetzt. Denn im ganzheitlichen Regulationsansatz sind neben dem störungsfreien Funktionieren der einzelnen Organe auch deren Wechselbeziehungen untereinander, die Energie des Körpers sowie die psychische und soziale Verfassung des Menschen von Bedeutung.

In der Neuraltherapie wird deshalb auf der Grundlage des Regulationsansatzes die tatsächliche Funktionalität des Bindegewebes, das die zentrale Achse bildet, sowie des Autonomen Nervensystems bzw. gleichbedeutend des Vegetativen Nervensystems (VNS), das sämtliche Körperfunktionen reguliert, als Ganzes betrachtet, und in diesem Zusammenhang werden Diagnose und Behandlung durchgeführt.

Da die Neuraltherapie zur Durchblutung (arteriell, venös und lymphatisch) und zur Entzündungshemmung beiträgt und im Organismus entstandene Blockaden löst, wird sie nicht nur bei akuten, sondern auch erfolgreich bei der Behandlung chronischer Erkrankungen eingesetzt.

In der Neuraltherapie werden vor allem zwei Lokalanästhetika verwendet. Dies sind Procain und Lidocain. Eine der wirksamsten und bekanntesten Eigenschaften der Neuraltherapie ist ihre positive Wirkung auf die Durchblutung. Das vegetative Nervensystem, das unsere Arterien und Venen wie ein Netz umgibt, hat – insbesondere über die sympathischen Nervenfasern der Gefäße – die Eigenschaft, eine Erweiterung oder Verengung der Gefäße auszulösen. Die Neuraltherapie ist die Bezeichnung für die Methode, die insbesondere den erhöhten Tonus des Sympathikus und den daraus entstehenden Druck auflöst.

Bei der Anwendung der Neuraltherapie bevorzugen wir am häufigsten Procain.

Lokalanästhetika besitzen weitere positive Eigenschaften: Sie regulieren die bronchiale Aktivität und die Durchblutung, fördern die Durchblutung, wirken entzündungshemmend, antibakteriell, antimykotisch, analgetisch (bei akuten und chronischen Schmerzen), antitumorös, neuroprotektiv, antithrombotisch, antiepileptisch, antiarrhythmisch (bei ventrikulären Arrhythmien) sowie gefäßerweiternd.

Aufgrund dieser Wirkungen von Lokalanästhetika werden sie in den letzten Jahren zunehmend zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt – sowohl in der Behandlung als auch in der Präventivmedizin: zur Vorbeugung von Krankheiten, zur Stärkung des Immunsystems und für Anti-Aging-Effekte.

AN DIESER STELLE MÖCHTE ICH HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN ZU DIESEM THEMA BEANTWORTEN.

WIE ENTSTEHT EINE DURCHBLUTUNGSSTÖRUNG?

Meist verursacht ein Blutgerinnsel, das den Blutfluss behindert, eine Verengung in einer Vene oder Arterie. Der Bereich hinter diesem Verschluss in der Arterie wird nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Das Blut kann nicht mehr ordnungsgemäß fließen. Seltener können Durchblutungsstörungen auch durch einen Gefäßspasmus oder eine Gefäßentzündung verursacht werden. Um Folgeschäden zu vermeiden, müssen Durchblutungsstörungen umgehend behandelt werden.

WIE ERKENNEN SIE EINE DURCHBLUTUNGSSTÖRUNG?

Anzeichen einer arteriellen Durchblutungsstörung sind blasse Haut, Taubheitsgefühl, kalte Extremitäten, kaum spürbarer Puls und Schmerzen. Finger- oder Zehenspitzen können eine bläuliche Färbung annehmen. Kommt zusätzlich eine Infektion hinzu, ist die Haut meist rötlich verfärbt. Wird Arm oder Bein hochgelagert, lässt der Schmerz nach.

WARUM KANN DIABETES ZU DURCHBLUTUNGSSTÖRUNGEN FÜHREN?

Diabetes mellitus schädigt die Wand der Blutgefäße. Dies betrifft sowohl feine Haargefäße (Kapillaren) als auch die großen Gefäße am Herzen. Blutgerinnsel bilden sich anschließend leichter in verengten Gefäßen und Arterien und können den Blutfluss weiter behindern. Es entstehen Durchblutungsstörungen.

HILFT PHYSIOTHERAPIE BEI DURCHBLUTUNGSSTÖRUNGEN?

Regelmäßiges Training senkt das Risiko von Durchblutungsproblemen. Aktive Physiotherapie und Ausdauersportarten, die man ohne Überanstrengung ausübt, sind daher nützlich. Ein gezieltes Trainingsprogramm kann bei bestehender Durchblutungsstörung zu einer sichtbaren Verbesserung der unzureichenden Durchblutung führen. Bestimmte Bewegungsabläufe regen die Bildung neuer Blutgefäße im Organismus an.

AN WEN SOLLTEN SIE SICH BEI EINER DURCHBLUTUNGSSTÖRUNG WENDEN?

Bei einer leichten Durchblutungsstörung sollten Sie sich so bald wie möglich an Ihren Hausarzt wenden. Bei einem akuten Gefäßverschluss besteht ein hohes Risiko lebensbedrohlicher Folgen. In diesem Fall sollte in der Regel ein Gefäßchirurg, ein Facharzt für Innere Medizin oder ein Angiologe aufgesucht werden.

Verwendete Quellen:

•    Nazlikul, H: Neuraltherapie-Lehrbuch 
•    Nazlikul, H: Neuraltherapie – Eine andere Behandlung ist möglich
•    H. Barop (Übersetzer H. Nazlikul), Neuraltherapie-Atlas 
•    L. Fischer (Übersetzer H. Nazlikul und Y. Tamam), Neuraltherapie-Buch
•    James W. NcNabb (Übersetzer H. Nazlikul und Y. Tamam), Gelenk- und Weichteilinjektionen
•    Weinschenk, S: Neuraltherapie 
•    Fischer, L et al: Lehrbuch Integrative Schmerztherapie