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Fruktoseunverträglichkeit Fruktose kommt in Früchten vor und wird als „Fruchtzucker“ bezeichnet.

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 11.06.2023 3 min read
Fruktoseunverträglichkeit Fruktose kommt in Früchten vor und wird als „Fruchtzucker“ bezeichnet.
Fruktose kommt in Früchten vor und wird als „Fruchtzucker“ bezeichnet.

Honig, Sirup (Pekmez), Weintrauben, Baumfrüchte, die Melonenfamilie sowie Beerenfrüchte enthalten reichlich Fruktose. Fruktose findet sich jedoch nicht nur in Früchten, sondern insbesondere auch in manchen Wurzelgemüsen. Es handelt sich um einen natürlichen Zucker, der in jeder Frucht und jedem Gemüse in unterschiedlichen Mengen vorkommt. Er wird langsamer gespeichert als Glukose. Wird die gleiche Menge Fruktose und Glukose konsumiert, steigt der Blutzuckerspiegel bei Glukosekonsumenten insbesondere schneller an.

Es gibt zwei gängige Arten von Fruktose: kristalline Fruktose und Maissirup. Häufig unterliegt man dem Irrtum, dass diese beiden Fruktosearten dasselbe Produkt seien. Kristalline Fruktose ist ein aus einer fruktosereichen Maissirupart hergestelltes Produkt, das ausschließlich Fruktose enthält und ein Monosaccharid darstellt; High-Fructose-Corn-Syrup hingegen ist ein Disaccharid, das durch Mischung von Glukose und Fruktose gewonnen wird.

Fruktose ist ein Zucker, dem häufig nachgesagt wird, Gesundheitsprobleme zu verursachen oder verursachen zu können. Die Leber neigt dazu, Fruktose kontinuierlich in Fett umzuwandeln. Zudem zeigt Fruktose im menschlichen Körper eine der Schädigung durch Alkoholprodukte ähnliche Wirkung.

Wie und warum entsteht eine Fruktoseunverträglichkeit?

Die Fruktoseunverträglichkeit, bei der Fruktose nicht resorbiert und nicht verdaut werden kann, ist ein selten angeborenes (familiär, erblich bedingtes), häufiger jedoch durch eine gestörte Darmflora bedingtes, behandelbares und oft übersehenes Krankheitsbild.

Unter normalen Umständen und im Rahmen gesunder Ernährungsgewohnheiten konsumieren wir durchschnittlich 50 Gramm Fruktose pro Tag. Bei Personen mit einer Unverträglichkeit, bei denen die Verdauung nur schwer erfolgt, gelangt die Fruktose jedoch nur sehr langsam vom Darm ins Blut. Die Verwertung der nicht resorbierten, im Darm verbleibenden Fruktose durch Bakterien führt zur Gas- und Säurebildung, was Bauchschmerzen und Durchfall verursacht. In vielen Lebensmitteln findet sich neben Fruktose auch der Zuckeralkohol Sorbit, der ebenso wie Fruktose schwer resorbiert wird und die Resorption von Fruktose durch das Gewebe sogar noch erschwert. Deshalb führen Lebensmittel, die beide Stoffe enthalten (z. B. Birne, Pflaume), häufiger zu Beschwerden der Unverträglichkeit.

Klinische Befunde bei Fruktoseunverträglichkeit

Die häufigsten klinischen Beschwerden bei der durch eine Darmflorastörung erworbenen Fruktoseunverträglichkeit sind:

  • Übermäßige Gasbildung
  • Darmkrämpfe
  • Unregelmäßiger Stuhlgang
  • Schwächegefühl
  • Bauchschmerzen
  • Konzentrationsstörung
  • Müdigkeit

Diagnose der Fruktoseunverträglichkeit

Die Diagnose der Fruktoseunverträglichkeit wird, wie bei der Laktoseintoleranz, mittels Nahrungsmittel- und Darmfloraanalyse gestellt. Die dafür von uns üblicherweise angewandte Methode sind Frequenzvergleichstests und ganzheitliche diagnostische Verfahren.

Behandlung der Fruktoseunverträglichkeit

Bei der Behandlung sollte zunächst der Fruktosekonsum eingeschränkt werden. Andernfalls kann die Schädigung der Schleimhaut insbesondere des Dünndarms, der gegenüber Fruktose übermäßig empfindlich ist, fortschreiten und einen entzündlichen Zustand annehmen. Während normalerweise 50 Gramm Fruktose pro Tag konsumiert werden, sollte diese Menge bei Personen mit Fruktoseunverträglichkeit auf täglich 20–25 Gramm reduziert werden. Obwohl eine durchschnittliche Fruktoseeinschränkung von zwei Wochen als ausreichend gilt, sollte diese Zeitspanne idealerweise individuell und dynamisch anhand der Kontrolle der diagnostischen Tests bestimmt werden. Die Unterstützung der Darmflora und die Sicherstellung der Darmernährung mittels Neuraltherapie sind zwei weitere wichtige Säulen der Behandlung. Wird festgestellt, dass die Unverträglichkeit verschwunden ist, sollte die tägliche Fruktosemenge mit der Zeit vorsichtig und langsam gesteigert werden – ganz ähnlich der Sorgfalt beim Übergang von Säuglingen zu fester Nahrung.

Um die Fruktoseeinschränkung durchführen zu können, muss man unbedingt wissen, welche Lebensmittel wie viel Fruktose enthalten.

Fruktosefreie Lebensmittel:

  • Milch, ungesalzener Weißkäse, Käse
  • Ei, rotes Fleisch, Fisch, Hühnerfleisch
  • Fett, Margarine, Pflanzenöle
  • Stärke, Reis, Nudeln
  • Backwaren wie Weißbrot, Kuchen, Zopfgebäck (ohne Glukose)
  • Kartoffel
  • Gewürze
  • Kaffee, Tee (außer Fruchttees), Wasser
  • Glukose, kalorienfreie Süßstoffe

Fruktosegehalt von Früchten (g / 100 g):

  • Grapefruit, Quitte, grüne Stachelbeere 0,25
  • Orange, Aprikose 4,3
  • Sauerkirsche 4,5
  • Kiwi 4,7
  • Pfirsich, Mandarine 4,9
  • Pflaume 5,1
  • Stachelbeere 5,5
  • Melone, Kirsche 6,1–6,2
  • Ananas, Mirabelle 6,4–6,6
  • Mango 7,1
  • Apfel 7,5
  • Weintraube 7,9
  • Hagebutte 8,1
  • Banane 8,6
  • Birne 9,8
  • Getrocknete Feige, Pflaume, Aprikose 24–26
  • Rosine 32
  • Getrockneter Apfel 38

Achtung: Versteckte Fruktose (g / 100 g)!

  • Süßware (Bonbons) 30–95
  • Haushaltszucker 50
  • Schokolade 20–30
  • Diätkonfitüren, Nussmus 25–50
  • Speiseeis 7,5
  • Ketchup 12
  • Tomatenmark 6,5
  • Salatsoßen, Grillsoßen 2–4
  • Rindfleisch 2,6
  • Senf, Essig 0,3–0,4

Dr. Hüseyin NAZLIKUL,  M.D.,  PhD.
IFMANT = Präsident der Internationalen Neuraltherapie-Föderation
Präsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Neuraltherapie und Regulationsmedizin