Die Auswirkungen chronischer Schmerzen auf Körper, Geist und Seele Behandlung der Auswirkungen…

Schmerz ist einer der häufigsten Gründe, warum Patienten einen Arzt aufsuchen. Wir sollten stets folgende Tatsache im Hinterkopf behalten: Die Schmerzbehandlung wird in der modernen Medizin nicht ganzheitlich betrachtet. Ob chronische Beschwerden und Schmerzen vorliegen und wie stark diese ausgeprägt sind, hängt neben dem Stoffwechselzustand auch vom seelischen Zustand, der allgemeinen Persönlichkeitsstruktur und dem sozialen Umfeld der betroffenen Person ab.
Bei Natürel Sağlık verfolgen wir bei der Schmerzbehandlung des Patienten einen ganzheitlichen, multidisziplinären Ansatz. Bei der ganzheitlichen Beurteilung berücksichtigen wir insbesondere das biopsychosoziale Schmerzmodell.
Körper, Geist und Seele sind eine untrennbare Einheit!
Aus diesem Grund beurteilen wir Menschen stets mit einem ganzheitlichen Ansatz. Zusätzlich zu psychotherapeutischen und klassischen medizinischen Verfahren integrieren wir vor allem die Regulationsmedizin bzw. Neuraltherapie sowie zahlreiche weitere Verfahren der Komplementärmedizin in unseren Behandlungsplan.
Körper, Geist und Seele beeinflussen sich gegenseitig. Schmerz wird meist nicht nur durch körperliche Beschwerden, sondern auch durch emotionale Beschwerden verursacht.
Wie stark die Seele den Schmerz beeinflusst, unterscheidet sich von Patient zu Patient. Manche Menschen können mit lang anhaltendem Leid nicht umgehen, und dieser Zustand äußert sich dann in Form von Schmerz.
Darüber hinaus kann der Körper bei manchen Menschen neben dem Schmerz auch mit Angst, Depression oder Schlafstörungen reagieren. Das Zusammentreffen dieser Symptome kann dazu führen, dass die betroffene Person arbeitsunfähig wird, was eine zusätzliche Belastung darstellt. All diese Symptome können wir auch als „Faktoren, die negative Einflüsse auslösen“, also als Faktoren bezeichnen, die den Schmerz verstärken. Aus diesem Grund muss unser therapeutischer Ansatz ganzheitlich sein.
Wie wird chronischer Schmerz definiert und worin unterscheidet er sich von akutem Schmerz?
Chronischer Schmerz beginnt in der Regel als akuter Schmerz. Diese Schmerzen sollten als Alarmsignal verstanden werden, das Ihnen Folgendes mitteilt: „Werden Sie jetzt gegen den Schmerz aktiv, andernfalls besteht das Risiko eines bleibenden Schadens.“
Akuter Schmerz bedeutet nicht zwangsläufig, dass im Körper bereits ein Schaden vorliegt, warnt aber vor einem möglichen langfristigen Schaden. Wenn Sie zum Beispiel die ersten Verspannungen im Rücken spüren, sollten Sie unmittelbar aktiv werden. So wie wir ein Problem sofort beheben wollen, sobald im Auto eine Warnleuchte aufleuchtet, sollten wir auch bei Signalen unseres Körpers sofort handeln.
Wenn Sie auf Ihren Schmerz nicht reagieren, wird er zunehmend häufiger auftreten. Das Risiko, dass Ihr Schmerz chronisch wird und Sie ein Leben lang begleitet, steigt dadurch stetig.
Was passiert im Körper, wenn Sie unter chronischen Schmerzen leiden?
Bei chronischem Schmerz geht die Warn- und Leitfunktion des Gehirns verloren. Aus diesem Grund wird chronischer Schmerz unabhängig von Ursache und Wirkung als eigenständiges Krankheitsbild betrachtet.
Wenn Sie sich beispielsweise am Finger verletzen, werden an dieser Stelle zahlreiche Schmerzrezeptoren aktiviert. Der Schmerz wird in Form elektrischer Signale über das gesamte Nervensystem an Ihr Gehirn weitergeleitet. Dieses verarbeitet letztlich das Schmerzsignal und sendet die Botschaft „Schmerz“.
Wird die Ursache des Schmerzes behandelt und die Wunde heilt ab, verschwindet in der Regel auch das Schmerzalarmsignal. Bei chronischem Schmerz jedoch hört die Schmerzweiterleitung selbst dann nicht auf, wenn die Wunde längst verheilt ist.
Das Nervensystem entwickelt eine übermäßige Schmerzempfindlichkeit und bildet ein sogenanntes Schmerzgedächtnis. In der Folge hält der chronische Schmerz, der besonders häufig den Rücken betrifft, dauerhaft an.
10 WICHTIGE FRAGEN ZUR ERKENNUNG CHRONISCHER SCHMERZEN
1. Was ist chronischer Schmerz?
Lang anhaltender Schmerz wird als „chronischer Schmerz“ bezeichnet. Die zeitliche Grenze liegt in der Regel bei 2 bis 6 Monaten. Schmerz und Leid werden von körperlichen, psychologischen, kognitiven und sozialen Faktoren beeinflusst. Hält der Schmerz länger als 3 Monate an, spricht man von chronischem Schmerz.
ABER DENKEN SIE DARAN: Sie müssen nicht für immer unter chronischen Schmerzen leiden! Das bedeutet lediglich, dass die für Sie richtige Therapieform noch nicht gefunden wurde oder Sie noch keine ausreichende Behandlung erhalten haben. Chronischer Schmerz ist ausschließlich eine Frage der „Diagnose“, bitte machen Sie sich das immer bewusst.
2. Wo kann chronischer Schmerz auftreten?
Bei einem Großteil der Patienten, die wegen chronischer Schmerzen zu uns kommen, stehen Rückenschmerzen im Vordergrund. Doch auch Schmerzen im Magen, in der Brust, im Kopf oder in den Gelenken können chronisch werden.
3. Was sind die Ursachen chronischer Schmerzen?
Hierfür gibt es viele Möglichkeiten. Dazu können chronische Erkrankungen wie rheumatische Erkrankungen oder Diabetes gehören. Weitere körperliche und psychologische Auslöser für chronische Schmerzen sind:
- Verletzte oder entzündete Nervenfasern
- Unsachgemäße Beanspruchung der Bewegungsmuskulatur
- Verspannungen
- Stress
- Soziale Konflikte
4. Wozu dient das Schmerzgedächtnis?
Für chronischen Schmerz ist das Schmerzgedächtnis verantwortlich. Tritt beispielsweise nach einer Operation akuter Schmerz auf, wird dieser im Schmerzgedächtnis gespeichert. Auch wenn die Ursache des Schmerzes beseitigt wurde, kann das Schmerzgedächtnis den Schmerz erneut abrufen und auslösen. Genau hier setzt die multimodale Therapie an, um weitere Operationen zu vermeiden.
5. Wie wird chronischer Schmerz behandelt?
Regulationsmedizinisch-neuraltherapeutische Kliniken, die sich in erster Linie der Behandlung chronischer Schmerzen widmen, stützen sich auf das Konzept der biopsychosozialen Schmerztherapie. Die ganzheitliche Therapie bezieht Körper, Seele und soziales Umfeld mit ein. Je nach Schmerzursache kommen multimodale therapeutische Ansätze zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem:
- Neuraltherapie
- Phytotherapie
- Vitalstoffe und orthomolekulare Unterstützung
- Beseitigung der Dysbiose
- Gesunde und ausgewogene Ernährung
- Bekämpfung der latenten Azidose
- Medikamentöse Behandlung
- Entspannungstherapie
- Führen von Schmerztagebüchern
- Manuelle Medizin, manuelle Therapie, Chiropraktik, Osteopathie
- Unterstützung des limbischen Systems und psychologische Betreuung
6. Wie kann chronischer Schmerz verhindert werden?
Schmerz kann nach Verletzungen, Operationen oder Überlastung des Bewegungsapparates auftreten oder sich in Form häufig auftretender Kopf- und Rückenschmerzen zeigen. Wird der akute Schmerz wirksam und schnell unter Kontrolle gebracht, kann chronischer Schmerz verhindert werden. Dies verhindert, dass das Nervensystem des Patienten reagiert und ein Schmerzgedächtnis entwickelt.
7. Welche Bewegungsformen eignen sich bei chronischen Schmerzen?
Chronischer Schmerz tritt in unterschiedlichen Körperregionen auf und wird durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst. Daher eignen sich bestimmte Bewegungsformen besser für bestimmte Beschwerden. Bei Migräne und Rückenschmerzen können beispielsweise Ausdauersportarten hilfreich sein. Sie müssen dazu nicht unbedingt ins Fitnessstudio gehen; bereits tägliches Treppensteigen ist eine geeignete Übung bei chronischen Schmerzen.
8. Wer ist am stärksten von chronischen Schmerzen betroffen?
Frauen tragen ein höheres Risiko für chronische Schmerzen als Männer. Dieses Risiko steigt mit zunehmendem Alter.
9. Wie hängt chronischer Schmerz mit der Seele zusammen?
Personen, die bereits an psychiatrischen Erkrankungen litten oder beruflichem bzw. familiärem Stress ausgesetzt waren, leiden mit höherer Wahrscheinlichkeit an chronischen Schmerzen. Das soziale Umfeld ist sich des vorliegenden chronischen Schmerzes häufig nicht bewusst. Dies erschwert es der betroffenen Person zusätzlich, mit der Erkrankung umzugehen. Aus diesem Grund gewinnt die multidisziplinäre Betreuung und Behandlung der Patienten noch mehr an Bedeutung.
10. An wen sollte man sich bei chronischem Schmerzsyndrom wenden?
Vor allem ist es wichtig, auf akuten Schmerz zu reagieren und Ihren Hausarzt aufzusuchen. So können Sie verhindern, dass der Schmerz chronisch wird. Leiden Sie bereits an chronischen Schmerzen, ist es sinnvoller, sich an einen auf Regulationsmedizin spezialisierten Neuraltherapeuten und manualmedizinisch tätigen Arzt zu wenden, der Sie im Sinne der präventiven Medizin unterstützen kann. Der von Ihnen konsultierte Neuraltherapeut wird Sie bei Bedarf an Psychologen, Physiotherapeuten oder andere Fachärzte weiterverweisen.
Schmerzprävention und Schutz vor Schmerz
Ein gesunder Mensch hat keine Schmerzen!
Alles, was der Gesundheitserhaltung dient, eignet sich daher auch zur Schmerzprävention. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und eine gute Balance zwischen Beruf und Privatleben. Auch berufliche Zufriedenheit, eine harmonische Partnerschaft, Freunde und Hobbys tragen dazu bei.
Ursachen, die Schmerz verstärken:
- Stress
- Wut
- Angst
- Depression
- Stress
- Einsamkeit
- Sorge
Der Ansatz der Regulationsmedizin bei chronischen Schmerzen
Unsere Behandlung unterscheidet sich in der Regel von der klassischen Schmerztherapie. Wir behandeln Patienten mit chronischen Schmerzen jeglicher Art durch den Einsatz von Neuraltherapie, manueller Medizin, Akupunktur, Phytotherapie und Regulation des limbischen Systems.
Monomodale Behandlungsansätze führen jedoch nicht immer zum gewünschten Erfolg. Ob es sich um chronische Kopfschmerzen, Schmerzen des Bewegungsapparates oder des Nervensystems handelt – die Neuraltherapie ist bei jeglicher Art von Schmerz sehr erfolgreich. Zudem behandeln wir psychovegetativen Schmerz und Tumorschmerz als Teil eines multimodalen Schmerzmanagements. Am wichtigsten ist jedoch, dass der Patient eine klare Vorstellung davon hat, was er mit der Unterstützung der Schmerzbehandlung erreichen möchte und was realistisch erreichbar ist.
Setzen Sie sich realistische Ziele!
Um während der Schmerzbehandlung motiviert zu bleiben, sollten Sie sich erreichbare Ziele setzen. Zu diesen Zielen zählen:
- Reduzieren Sie die Medikamenteneinnahme
- Steigern Sie Ihre Aktivität jeden Tag schrittweise gegenüber dem Vortag (die Übungsphasen sollten schmerzfrei sein)
- Ab dem ersten Übungstag sollte Ihr Ziel nach vier Wochen bei 10.000 Schritten pro Tag liegen
Finden Sie die Risikofaktoren und Ursachen des Schmerzes heraus- Kehren Sie ins soziale Leben zurück
- Bleiben Sie beweglich
- Gehen Sie konstruktiv mit dem Schmerz um
- Pflegen Sie positive Gedanken
Eine kleine Liste positiver Gewohnheiten, die Ihnen helfen können, glücklicher zu werden:
- Schreiben Sie jeden Tag auf, wofür Sie dankbar sind und was Sie als persönlichen Erfolg empfinden. Es müssen keine großen Dinge sein! Selbst ein Lächeln ist bereits ein Erfolg
- Gehen Sie mindestens 30 Minuten am Tag nach draußen. Wenn Sie täglich gehen, schütten Sie Endorphine und Serotonin aus. Ihre Stimmung verbessert sich dadurch automatisch, und Ihre Selbstheilungskräfte werden aktiviert
- Trinken Sie mindestens 2 Liter Wasser am Tag
- Ernähren Sie sich gesund
- Tun Sie jeden Tag etwas Gutes
- Meditieren Sie jeden Morgen, bevor Sie in den Tag starten
- Nehmen Sie sich täglich mindestens 20 Minuten Zeit für Ihr Hobby
- Lernen Sie stets etwas Neues
Dr. Hüseyin NAZLIKUL
IFMANT = Präsident der Internationalen Neuraltherapie-Föderation
Präsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Neuraltherapie und Regulationsmedizin
Verwendete Quellen:
• Nazlikul, H: Neuraltherapie-Lehrbuch
• Nazlikul, H: Neuraltherapie – Eine andere Behandlung ist möglich
• H. Barop (Übersetzer H. Nazlikul), Neuraltherapie-Atlas
• L. Fischer (Übersetzer H. Nazlikul und Y. Tamam), Neuraltherapie-Buch
• James W. NcNabb (Übersetzer H. Nazlikul und Y. Tamam), Gelenk- und Weichteilinjektionen
• Weinschenk, S: Neuraltherapie
• Fischer, L et al: Lehrbuch Integrative Schmerztherapie